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The Art of Blizzard

Story:

Blizzard hat sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte (!) zum Branchenprimus der Spieleindustrie entwickelt. Gleich mehrere äußerst beliebte und damit lukrative Franchises zählen zum Portfolio des Unternehmens. Neben dem Warcraft-Universum mit seinen diversen Ablegern im MMO-, Card-Game- und natürlich Echtzeitstrategie-Bereich gibt es da zum Beispiel noch das SciFi-Strategiespiel Starcraft, das sich auf der ganzen Welt ins Besondere im Bereich des E-Sports ungebrochener Begeisterung erfreut. Aber auch Diablo, das schaurig schöne Hack and Slay Rollenspiel von dem mittlerweile das erste große AddOn des dritten Ablegers erschienen ist, darf hier nicht unerwähnt bleiben.

Blizzards Spiele glänzen in aller Regel durch beeindruckende Bildwelten sowohl im Spiel direkt als auch in den Standardsetzenden Cinematics, welche einen wichtigen Bestandteil der Atmosphäre ausmachen. Da Spieler mehr und mehr auch die "Kunst" hinter ihrem Hobby interessiert, sind immer häufiger Konzeptzeichnungen, Artworks unveröffentlichter Inhalte und dergleichen gefragt.

Der vorliegende Bildband enthält eine wahre Bilderflut zu allen großen Produktionen von Blizzard mit Kommentaren der Designer zu deren Entstehung. Dabei liegt in vielen Texten ein gesunder Anteil Selbstironie und fast immer eine Verbeugung vor all den anderen großartigen Künstlern, die unter dem Dach dieser besonderen Firma arbeiten. Diese gegenseitige Anerkennung und die nachvollziehbare Freude daran mit Größen der Branche zusammenarbeiten zu können, wirkt sehr erfrischend.

Behind the Scenes
Etwa 800 Grafiken, Artworks und Skizzen haben ihren Weg in das bereits von seinen Ausmaßen her beeindruckende Buch geschafft. Vertreten sind Illustratoren wie Chris Metzen, Nick Carpenter, Peter Lee, Christian Lichtner, Victor Lee und Samwise Didier, die vielleicht dem einen oder anderen Spieler namentlich bekannt sind. Auch Brom, von dem hier bereits ein separates Projekt besprochen wurde ("Der Kinderdieb"), steuert einige Werke sowie das Vorwort bei und auch Altmeister wie der mittlerweile verstorbene Keith Parkinson sind vertreten.

Neben den an sich schon beeindruckenden Kunstwerken findet man viele interessante Informationen der Künstler. Zum Beispiel beschreibt Metzen den Entstehungsprozess der Furbolgs (eine Rasse von Waldbewohnern in World of Warcraft): Am Anfang habe die Idee gestanden, eine Art "coolen Ewok" zu erschaffen. Ein anderes Beispiel ist die Geschichte zu den schleimigen Viechern, die in WoW zum Beispiel im Sumpfland herumflutschen: Die Designer wussten einfach nicht, wie diese Dinger irgendwie cool aussehen könnten. Samwise soll sich zurückgezogen haben und ist mit der Idee zurückgekommen, in den Schleim eine Menge Waffen zu versenken und einen irren Schädel hinzuzufügen. Wie alle WoW-Spieler (und das sind Millionen) wissen, hat es schlussendlich funktioniert.

Es ist spannend sich vorzustellen, wie die vorliegenden Skizzen nach und nach Eingang in ein größeres Projekt gefunden haben. Ein gutes Beispiel dafür, wie sich dieser Prozess im Bildband wiederfindet ist beispielsweise eine besonders "flache" (zweidimensionale) Darstellung eines Orks, die so gezeichnet wurde, damit man erkennt "wie zum Teufel der Kerl eigentlich aussieht". Vermutlich damit das spätere 3D-Modelling auch den Vorstellungen des entwerfenden Illustrators entspricht.



Meinung:

Seitenhiebe
Besonders gelungen ist die Idee die Illustratoren ihre Werke gegenseitig beschreiben zu lassen. Dank dieser Bemerkungen kann man nach einer Weile eine persönliche Handschrift der einzelnen Designer erkennen.

Der eine Künstler verwendet häufig unglaublich viel Graphit und erzeugt dadurch dunkle stark akzentuierte Zeichnungen (Metzen). Dem anderen liegen besonders überdimensionale Waffen, Muskeln und Schulterpolster (Samwise) und ein dritter zeichnet am liebsten atemberaubende weibliche Fantasyschönheiten (Roman), wie sie eigentlich mittlerweile zu fast jeder großen Produktion zählen.

Mehr davon...
Leider bleibt so manches Werk, das Fragen aufwirft, unkommentiert. Da ist zum Beispiel ein rührendes Bild von einem Ork und einem Tauren, die kleine Ork- und Elfenkinder aus einer Ruinenlandschaft bergen. Eine seltsam mitfühlende Darstellung der Horde, die in WoW so nicht zum Tragen kommt. Natürlich sind die Bilder der tragende Teil des Bandes. Aber hier und da dürften es ruhig noch ein paar mehr Kommentare sein. Denn nur in diesen erfährt man zum Beispiel, dass James Cameron zugegeben haben soll, WoW gespielt zu haben und es schon lange vor Avatar eine fluoreszierende Fauna in den Zangarmarschen gab.

Es ist einfach atemberaubend vor Augen geführt zu bekommen, wie vielen beeindruckenden Figuren Blizzard im Laufe der Jahre Leben eingehaucht hat. Arthas der spätere Lichkönig, der geblendete Elfenkrieger Illidan, der "große Rote" (Diablo) und, und, und...

Im Großen wie im Kleinen
Ebenfalls sehr gelungen ist die Mischung aus panoramaartigen Landschaftszeichnungen, Figur-Entwürfen, wie beispielsweise den beeindruckenden Skizzen für die einzelnen Tier-Sets in Wow, und schließlich ganzen Seiten mit Detail-Zeichnungen von Waffen.

Quer durch alle besprochenen Produktionen verfolgt der Bildband dieses Konzept und behält es konsequent bei. Die Flut der Eindrücke ist dabei schlichtweg zu groß, um sie bei einmaligem Durchblättern zu erfassen. Unfassbar welche Detailversessenheit in nahezu jeder Figur steckt. Apropos Detailversessenheit: Rein gestalterisch stört an einigen wenigen Stellen, dass eine Anthrazitfarbene Schrift auf einen Metallic-Hintergrund steht. Dadurch muss man das Buch in einem bestimmten Licht lesen, um die scheinbar geheime Botschaft entschlüsseln zu können. Aber, und das wird hier ausdrücklich betont: Das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.

Neben den großen Produktionen wie Diablo, Warcraft, World of Warcraft und Starcraft gibt es auch weniger bekannte Projekte von Blizzard die nie publiziert wurden und auch diesen wurde hier ein Kapitel gewidmet. Namentlich sind das Nomad, Bloodlines, Denizen und Ronin.

Spaß muss sein!
Kaum etwas macht einen Mitmenschen so sympathisch, wie wenn er selbst sich nicht gar zu ernst nimmt. Das letzte Kapitel des Bildbandes ist voller satirischer Kunstwerke der Illustratoren. Hier feiern Horde und Allianz gemeinsam Weihnachten, Zwerge und Orks zechen um die Wette und der "große Rote" versucht unter einem Mistelzweig der Magierin einen Kuss abzuringen. Ein tolles Extra, das wirklich Spaß macht.



Fazit:
Der Bildband bietet viel Stoff zum Schmökern und lädt förmlich zum Versinken in diese Bildwelten ein. Für solche Werke werden diese altarähnlichen Bücherhalter gemacht, die man sich zu Hause in den Flur stellen kann. Ein tolles Buch für Fans von Blizzard, für fast jeden passionierten Spieler und für alle, die etwas mit Fantasy-Kunst anfangen können.


The Art of Blizzard - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Nick Carpenter, Sam Didier, Chris Metzen
The Art of Blizzard
Erscheinungsjahr: 17. Juni 2013



Autor der Besprechung:
David Weigel

Verlag:
Panini Books

Preis:
€ 59,00

ISBN:
3833226145

372 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Atemberaubend viele Illustrationen
  • Tolle Behind-the-Scenes Kommentare
  • Selbstironie und Humor trotz hervorragender Arbeiten
  • Vielfalt der Projekte (Wow, Starcraf, Diablo, Satire-Mix, nicht veröffentlichte Projekte)
  • tolle, hochwertige Aufmachung und Haptik
Negativ aufgefallen
  • gelegentlich "fehlen" erläuternde Kommentare
  • die Lesbarkeit könnte an einigen wenigen Stellen besser sein
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Rezension vom: 18.10.2014
Kategorie: Film, Musik & Medien
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