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Der Tänzer der Schatten

Story:

Zugegeben: Das Cover sticht aus all den düster anmutenden Romanen rund um dunkle Rächer, Assassinen und andere Meuchelmörder nicht sonderlich hervor, auch wenn es schick gestaltet ist. Die Frage, ob sich die Geschichte vom Genre-Einerlei abheben kann, soll Thema dieser Buchbesprechung sein.

Über den Autor
David Dalglish gelingt mit "Der Tänzer der Schatten" sein Debut in Deutschland, obwohl der studierte Mathematiker im englischsprachigen Raum keineswegs ein Unbekannter im Fantasy-Bereich ist. Zahlreiche Kurzgeschichten und Novellen und sogar ein eigener Romanzyklus verzeichnet der in Missouri lebende Autor bereits.

Auch der vorliegende Band soll - entsprechende Verkaufszahlen vorausgesetzt - den Auftakt zu einer Trilogie darstellen (eigentlich wird ja derzeit jede größere Geschichte egal ob Film, Spiel oder Buch mindestens als Trilogie erzählt). Im Amerikanischen erscheint der Zyklus unter dem Titel "Shadowdance". Dort wurde vorgestern bereits der 5. Teil veröffentlicht.

Die Schattenkriege stehen kurz bevor
Der Autor entwirft für seine Geschichte die fiktive Welt Neldar und im Zentrum des durch die Karte im Buch sichtbaren Gebietes liegt die Stadt Veldaren. Die Stadt wird schon seit Jahrhunderten von einem durch gemeinsame Ziele geschmiedeten Bund dreier mächtiger Adelsfamilien regiert: Dem Trifect. Zwar gibt es nominell einen König, doch dessen Macht hängt am Geld und das fließt in aller Regel durch die Häuser des Trifects. Gemeinsam versuchen die Familien sich der Diebesgilden zu erwehren, die den Reichtum nur allzu gern umverteilen würden.

Der gefürchtete und charismatische Anführer der mit eiserner Strenge vereinigten Diebesgilden ist Thren Felhorn. Ein beinahe schon legendärer Mörder und Dieb und Anführer der Spinnengilde. Ursprünglich war diese Splittergruppe eine von vielen kleinen Gilden, die sich die Geschäfte untereinander aufgeteilt haben. Doch Thren erkannte, dass jede Gilde für sich niemals mit der Macht des Trifect konkurrieren könnte und begann eine ebenbürtige Macht zu formen, indem er mit Blut und Eisen die anderen Diebesgilden unter seine Führung zwang.

Der Meister der Spinnengilde ahnt, dass im sich zuspitzenden Konflikt mit dem Trifect viel Blut unter den Diebesgilden fließen und die Macht anschließend neu verteilt werden wird. Als Nachfolger für sein Lebenswerk hat der Meisterdieb Aaron seinen Sohn im Auge und plant diesen nach seinem Willen zu formen.



Meinung:

Wie der Vater so der Sohn?
In dem Moment, wenn die Geschichte sich beginnt um Aaron zu drehen, endet die Einführung in die Welt der durch Konflikte zerrissenen Stadt Veldaren. Der Junge geht im Auftrag seines Vaters durch eine unglaublich harte Schule bei verschiedenen Lehrmeistern. Der Leser wohnt dieser Ausbildung erst ab einem relativ späten Zeitpunkt bei, denn in Aaron beginnt recht früh ein Funke der Revolution zu keimen. Nachdem der junge Mann in die Gefangenschaft königlicher Truppen geriet, die ihn als Druckmittel gegen seinen Vater verwenden wollten, entschließt dieser sich seinen Jungen fortan dichter bei sich zu behalten. Schon bald verlangt Threns Sprössling Einblick in dessen tägliche Geschäfte zu bekommen und wünscht sich bald, er hätte diese Welt aus Gewalt und moralischer Verkommenheit nie betreten.

Denn auch wenn sich der Sohn des Meistermörders als begabter Schüler erweist und sich allen Herausforderungen gewachsen zeigt, beginnt ein Teil seiner Persönlichkeit sich vor seinem Vater zurück zu ziehen, in der Hoffnung noch etwas Gutes, etwas Menschliches bewahren zu können. Mehr als einmal bekommt Aaron Hilfe von unverhoffter Seite. Als der Lehrling schließlich ein unschuldiges Mädchen töten soll, kommt es bald zum offenen Konflikt.

Währenddessen an einem gar nicht so fernen Ort
Während Aaron zu jemandem heranreift, dessen Name von Meuchelmördern, Spionen und Dieben gefürchtet werden wird, erzählt ein anderer Teil der Geschichte die zeitgleich ablaufenden Geschehnisse auf Seiten des Trifects. Die wichtigste Figur scheint hier Alyssa Gemcroft, die Erbin einer der drei Adelsfamilien, zu sein. Viel schneller als es ihr lieb ist, wird sie in das Ränkespiel der Mächtigen hineingezogen, als ihr Verlobter, der sich ihr nur zum Zwecke seiner Machtvermehrung angebiedert hat, einen Mordanschlag auf ihren Vater plant.

Die junge Frau zeigt viel innere Stärke und beginnt eigene Pläne zu verfolgen. Auch Alyssa bekommt Verstärkung von ungewöhnlicher Seite: Die Priester des Karak stellen eine dritte mächtige Fraktion in Veldaren dar. Karak seines Zeichens ein düsterer, rachehungriger Gott, segnet seine Jünger mit besonderen Kräften und unter diesen stellen die gesichtslosen Frauen besonders tödliche Kriegerinnen dar, die sich unverhofft auf Alyssas Seite schlagen.

Die losen Enden zusammenführen
Nach mehreren hundert Seiten beginnt man als Leser zu ahnen, das bei weitem nicht alle geschilderten Konflikte im Verlauf der fast 550 Seiten des vorliegenden Buches geklärt werden können. Ein groß angelegter Fantasy-Zyklus beginnt sich zu entwickeln.
Viele Handlungsstränge der Geschichte steuern auf ein bestimmtes, jährlich stattfindendes Treffen der drei Adelsfamilien hin, das Thren mit seinen Getreuen irgendwie für seine Pläne nutzen möchte. Doch nicht erst kurz vor Schluss beginnt man als Leser zu ahnen, dass das noch nicht alles sein kann. Da der erste Band traditionell genutzt wird, um die verschiedenen Konfliktparteien kennen zu lernen, wäre es schön gewesen, auch die anderen beiden Adelsfamilien etwas näher zu beleuchten. Das passiert erst kurz vor Ende und hätte im Vergleich zur Einführung in die Diebesgilden und die Familie der Gemcrofts ausführlicher ausfallen können. Zumindest wenn diese Figuren in der Zukunft noch "benötigt" werden. Nichts desto trotz verwebt Dalglish die im ersten Band der Trilogie aufgenommenen Handlungsstränge gegen Ende gekonnt zu einem furiosen Finale, dass nach dem Lesen zwar Lust auf mehr macht, aber den Leser nicht mit jenem faden Beigeschmack so vieler erster Teile eines Romanzyklus zurücklässt.

Kämpfe, Lehrjahre und Verfolgungsjagden
Die Entwicklung von Aaron Felhorn auf der einen und Alyssa Gemcroft auf der anderen Seite bilden erzählerisch den Mittelpunkt des Romans und sind hervorragend gelungen. Die junge Adlige reift in Windeseile durch schwere Schicksalsschläge zu einer starken jungen Frau heran, die zwar viele Lasten mit sich herum trägt, aber ihre Ziele energisch und mit viel Intelligenz verfolgt. Aaron wiederum nabelt sich auf eine ganz andere Weise von seinem übermächtigen Vater ab und nimmt fortan eine ganz eigene Rolle im Machtgefüge von Veldaren ein.

Zu den besten Szenen gehören die wenigen Lehrstunden, die der Junge mit seinem Lehrmeister oder mit seinem Vater bei dessen Aufträgen verbringt. Hier gewinnen zum einen die Personen durch das enge miteinander an Tiefgang und zum anderen konzentriert sich das Geschehen auf wenige Protagonisten und ist dadurch ungeheuer spannend.

Neben der Charakterentwicklung versteht sich der Autor auch sehr gut auf Action-Elemente: Wie die packenden Schilderungen der Zweikämpfe zwischen Aaron und seinen diversen Gegnern oder den magisch begabten Kriegern des Gottes Karak und den "guten" Gegenstücken auf Seiten des gnädigen Gottes Ashurs. Spannend lesen sich auch die Verfolgungsjagden über Dächer und durch Gassen und Geheimgänge.



Fazit:

Eine großartige neue Fantasy-Welt mit vielen düsteren Elementen und einem Hauch Magie darin. Dazu mächtige im Streit liegende Parteien und schillernde Persönlichkeiten, die ganz eigenen Interessen verfolgen und faszinierende Fähigkeiten haben. Daraus werden große Romanzyklen gemacht. Lediglich 2 der Adelsfamilien bleiben lange Gesichtslos und die Lehrjahre des Titelhelden hätte etwas ausführlicher ausfallen dürfen.



Der Tänzer der Schatten - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

David Dalglish
Der Tänzer der Schatten
A dance of Cloaks

Übersetzer: Wolfgang Thon
Erscheinungsjahr:



Autor der Besprechung:
David Weigel

Verlag:
Blanvalet

Preis:
€ 14,00

ISBN:
3442383226

542 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Unverbrauchte Fantasy-Welt
  • Fiese Bösewichte auf verschiedenen Seiten
  • Sich entwickelnde Protagonisten
  • Ein Hauch von Magie
  • Spannender Showdown
Negativ aufgefallen
  • Lehrjahre könnten ausführlicher sein
  • 2 Parteien bleiben sehr lange etwas blass mangels Schilderungen
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Rezension vom: 15.11.2014
Kategorie: Fantasy
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