THE WALKING DEAD: Der inoffizielle Serienguide
Story:
Die Welt steht am Abgrund: Als die Toten auferstehen und als Zombies vom unbändigen Hunger auf Menschenfleisch getrieben Jagd auf alles und jeden machen, ist Geld sinnlos, Gesetze wirkungslos und jegliche Ordnung verloren. Jeder kämpft ums überleben. Polizist Rick, seine Familie und eine Gruppe Überlebender flüchten vor den Beißern und versuchen zusammen, dem Tod zu entkommen...
Meinung:
The Walking Dead ist in vielerlei Hinsicht eine bemerkenswerte Serie. Die auf der gleichnamigen Comicreihe von Robert Kirkman basierende Show schafft es, auf interessante Charaktere zu bauen. Dies ist das Salz in der Zombie-Suppe, denn genau das verhunzen viele Produktionen bereits im Ansatz. Warum sollte ein Zuschauer mit Figuren fiebern, leiden und um sie zittern, wenn diese holzschnittartig, unglaubwürdig oder banal-klischeehaft sind? Genau dies macht The Walking Dead von Beginn an richtig, indem es glaubhafte Charaktere mit Ecken, Kannten und individuellen Schicksalen zeichnet.
Für den Zuschauer ist das Zusehen ein emotionaler Ritt auf Messers Schneide. Man kümmert sich, Angst und Schrecken fahren einem in Mark und Bein. Die Figuren sind das Mitgefühl wert, bewegend ist ihr Schicksal. Als die Toten auferstehen und als fleischhungrige Beißer beginnen, die Welt wie wir sie kennen auf den Kopf zu stellen, kommen Geschichten in Gang, die voller Spannung stecken, bewegen und erschrecken. Nahezu jede Episode um Rick und die in Umfang und Zusammenhalt variierende Gruppe Überlebender fesselt Millionen vor den Bildschirmen.
The Walking Dead bricht Rekorde. Seit Beginn der ersten Staffel im Jahr 2010 löste die Serie nicht nur einen Hype um untotes Fleisch aus, sondern schaffte das, was vielen Filmemachern, Autoren und Regisseuren seit langer Zeit nicht gelungen ist: Das Zombie-Genre tritt aus der fast ausschließlich unter Fans bekannten Nische ins Interessenfeld vieler. Gerade weil die Serie so vielseitig ist, Geschichten aus einer postapokalyptischen Welt mit Einzelschicksalen kreuzt, aber sich auch um eine umfassende Geschichte jenseits einzelner Charaktere kümmert, spricht sie ein großes Publikum an.
Nach den ersten vier Jahren (die vierte Staffel ist Ende März über die US-Bildschirme geflackert) ist es für Peter Osteried und Christian Langhagen Zeit, mit ihrem inoffiziellen Serienguide Resümee zu ziehen. Auf 176 Seiten stellen die Autoren die Serie, Comics, die Schöpfer sowie Darsteller und ihre Figuren vor. Der Leser erfährt Information und Hintergründe verständlich formuliert und leicht zugänglich aufbereitet. Nach vier Jahren sind die Grundlagen keineswegs neu und existierende Literatur hat bereits Vorarbeit geleistet. Aus diesem Grund lässt sich der Serienguide vornehmlich Neueinsteigern empfehlen, die The Walking Dead gerade erst neu für sich entdecken oder dies vor nicht allzu langer Zeit getan haben.
Bei einem solchen Quotenrenner sind Neueinsteiger oder Nachzügler keine Seltenheit. Wer seit Beginn dabei ist und sich mit Magazinen und anderen Printmedien beschäftigt, wird die Inhalte jedoch kennen. In diesem Fall kann der Basisteil mit einem Umfang von 60 Seiten noch einmal ins Gedächtnis rufen, was in den zurückliegenden Jahren geschehen ist. Weil das nicht wenig ist, hat die Lektüre in den meisten Fällen ihren Nutzen. Als generelle Einführung und zur Auffrischung von Erinnerungen ist der Text lohnend.
Auf weiteren knapp 120 Seiten findet sich das Herzstück des Buches: Die Vorstellung und Analyse aller Episoden der ersten vier Staffeln. Zudem gibt es ein paar Trivia-Informationen und Angaben wie deutsche und amerikanische Erstausstrahlung sowie zu Cast und Crew. Die Genauigkeit, mit der die Autoren die Inhalte darstellen, ist beachtens- und lohnenswert. Auch hier ist die Rekapitulation geschehener Ereignisse der vorrangige Sinn und Nutzen. Die Lektüre ist zudem eine Gelegenheit, sich mit den Geschehnissen tiefergehend auseinanderzusetzen, die bei der Sichtung eventuell nicht gesehen bzw. übersehen wurden.
Fazit:
THE WALKING DEAD - Der inoffizielle Serienguide ist eine topaktuelle Zusammenfassung der ersten vier Staffeln der erfolgreichen TV-Serie um Zombies und ein Grüppchen Überlebender, die ihren Platz in der neuen Welt suchen, verteidigen und letztendlich behaupten muss. Die Autoren reichen in einem verständlichen Textteil Grundlagen, stellen Cast und Crew vor und widmen sich weiterführend Handlungssträngen und Charakteren. Das Herzstück ist die Vorstellung und Analyse der bisher existierenden 51 Episoden aus vier Staffeln. Mit filmografischen Informationen versehen, sind die einzelnen Episodenbesprechungen nützlich und bieten die Gelegenheit, das Gesehene Revue passieren zu lassen, Inhalt zu erschießen und Analysen zu tätigen. Auch wenn die Grundlagen nach vier Jahren Serienexistenz bereits bekannt sein dürften, eignet sich der Band für Fans und Normalos, wobei letzte sicherlich die hauptsächliche Zielleserschaft sind.
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Peter Osteried und Christian Langhagen
THE WALKING DEAD: Der inoffizielle Serienguide
Erscheinungsjahr: 1. August 2014
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns
Verlag:
Schwarzkopf & Schwarzkopf
Preis: € 16,95
ISBN: 978-3862653614
176 Seiten
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