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Necromancer

Story:

Hinter der Fassade des Edelmannes Nicholas Valiarde steckt der geniale Gauner Donatien, der an einem Rachefeldzug arbeitet. Doch diesen muss er unterbrechen, als er auf eine Verschwörung stößt. Ihr Ziel ist es, einen uralten und schon längst toten Magier wieder zum Leben zu erwecken. Und dazu werden Gegenstände benötigt, deren Geschichte eng mit jener des Ganoven verknüpft ist.



Meinung:

Die Amerikanerin Martha Wells hatte ursprünglich Anthropologie studiert, ehe sie sich aufs Schreiben verlegte. Zu ihrem Oeuvre gehören neben zwei Romane zu der TV-Serie "Stargate Atlantis" auch zahlreiche Geschichten, die auf ihrer eigenen Fantasie basieren. Ein Großteil ihrer Bücher spielt in der Welt Ile-Rien, wozu auch der vorliegende Band gehört.

"Necromancer" ist eigentlich der zweite Teil einer lose zusammenhängen Reihe von Romanen. Dabei ist das Gute, dass man ihn auch vollkommen losgelöst von den anderen lesen kann. Außer diesem Werk sind keine weiteren Bücher der Autorin hierzulande erschienen. Und diese Geschichte wurde außerdem 2009 vom Heyne Verlag nochmal neu aufgelegt.

Die Handlung findet in einem Ile-Rien statt, welches technologiemäßig an die Erde des späten 19. Jahrhunderts erinnert. Während viele der Namen und auch einige gesellschaftliche Details eher französisch anmuten, erinnern Details wie Opium als das beliebteste Rauschgift, oder Elektrizität als Amüsement für die Upper Class, eher an das britische Imperium unter der Herrschaft Königin Viktorias. Fast könnte man meinen, dass aus dem allgegenwärtigen Nebel jeden Augenblick Sherlock Holmes auftauchen wird.

Erzählt wird die Geschichte von Nicholas Valiarde, der vordergründig Teil der bürgerlichen Elite ist. Doch in Wahrheit ist er das Genie der Unterwelt, Donatien, der mit seinen Raubzügen auf ein bestimmtes Ziel aus ist: Rache an der Person zu nehmen, die in seiner Kindheit dafür gesorgt hat, dass sein Ziehvater auf Grund falscher Anschuldigungen hingerichtet wurde. Der Rachefeldzug wird jedoch gestoppt, als ein augenscheinlicher Gaukler auftaucht, der mit Hilfe von bestimmten mechanischen Kugeln die Toten wieder auferstehen lassen kann. Die Technologie, die er dabei verwendet, stammt jedoch von dem Hingerichteten, so dass es für Nicholas notwendig ist, sich dem Mysterium ihrer Herkunft anzunehmen. Dabei entdeckt er, dass der angebliche Zauberer eigene Interessen verfolgt, die nicht unbedingt zu Gunsten von Ile-Rien sind.

Was das Setting angeht, so gelingt es Martha Wells ohne Probleme, ihrer Geschichte die passende Atmosphäre zu verpassen. Der ständige Nebel und die dazugehörige Feuchtigkeit sorgen dafür, dass ein allgegenwärtiger Grusel über der Handlung liegt. Und durch Dinge wie die zum Leben erweckten Untoten wird diese Wirkung sogar noch verstärkt. Doch wenn es dann zur finalen Konfrontation kommt, verfliegt diese beinahe sofort, was den Antagonisten geschuldet ist.

Neben dem Gaukler Octavian gibt es vor allem zwei Gegenspieler, die den Helden eigentlich das Leben schwer machen sollten. Da wäre zum einen der Baron Motesq, der den Tod von Nicholas Vater verursacht hat. Doch bis auf ein paar Erwähnungen taucht diese Figur im gesamten Roman kaum auf. Da dann auch noch der Plot um den Rachefeldzug in den Hintergrund gerät, vergisst man diesen Schurken ganz schnell, bis er gegen Ende wieder an Bedeutung gewinnt.

Wesentlich wichtiger ist der Gegner, der die gesamten Ereignisse manipuliert. Er ist derjenige, der dafür sorgt, dass die Ereignisse in Bewegung geraten. Doch als es dann daran geht, diesem großen Unsichtbaren so etwas wie eine Gestalt zu geben, versagt Martha Wells. Die Enthüllung ist enttäuschend, passt sie doch so überhaupt nicht zu dem, was die Autorin vorher angedeutet hat.

Da sind die Helden wesentlich glaubwürdiger. Nicholas Valiarde erinnert in seinem Rachefeldzug anfänglich an die berühmte Romanfigur "Der Graf von Monte Christo", ohne jedoch, wie das Vorbild, zu weit zu gehen. Gleichzeitig ist er auch eine vielschichtige Figur, äußerst gebildet und in seiner Rolle als Donatien eine Art Robin Hood, der für das Gute stiehlt.

Seine wichtigste Helferin ist die Schauspielerin Madelin. Hier ist die große Überraschung, dass die Figur eben nicht die potentielle große Liebe des Heldens ist, sondern fähig ist, für sich alleine zu existieren. Sie ist damit eine starke Figur und damit die perfekte Partnerin für Valiarde.



Fazit:

Martha Wells deutscher Debüt-Roman "Necromancer" überzeugt durch eine dichte und stimmige Atmosphäre. Der leichte Grusel, den man beim Lesen verspürt erinnert einen etwas an die Gothic Novels wie beispielsweise "Frankenstein". Ebenso sind auch die Protagonisten sehr gut dargestellt. Anders sieht es hingegen bei den Antagonisten aus. Sie werden nur äußerst mangelhaft dargestellt, wodurch der Spannungsaufbau verflacht, und man am Ende das Buch nur noch enttäuscht zur Seite legen kann.



Necromancer - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Martha Wells
Necromancer
The Death of the Necromancer

Übersetzer: Friedrich Mader
Erscheinungsjahr: 31. März 2008



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 15,00

ISBN:
978-3-453-52412-5

704 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Eine äußerst stimmige Atmosphäre
  • Gut charakterisierte Protagonisten
Negativ aufgefallen
  • Die Antagonisten sind ziemlich enttäuschend
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Rezension vom: 26.10.2010
Kategorie: Fantasy
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