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Ghetto-Oma: Ein Leben mit dem Rücken zur Tafel

Story:

Fräulein Krise hat alles gesehen. Wie die ersten Kopftücher sich in der Klasse durchsetzten, wann das Tamagotchi plötzlich wichtiger als der Unterricht war und wann es soweit war, dass die Lehrer pünktlicher als ihre Schüler waren. Über ihre Erfahrungen berichtet sie in diesem Buch.



Meinung:

In den Medien wird oft und gerne über sogenannte "Brennpunktschulen" berichtet. Sie werden sinnbildlich für die "Überfremdung" von Deutschland genommen und dass an ihnen Deutsch zur Fremdsprache wurde. Trifft dieses von Personen wie Herrn Sarrazin gezeichnete Bild überhaupt zu? Fräulein Krise könnte diese Frage beantworten.

Sie selbst ist die Freundin von Frau Freitag und betreibt genauso wie ihre Kollegin einen Blog, in dem sie über ihren Schulalltag berichtet. Und genauso wie sie werden auch ihre Beiträge in einem Buch gesammelt. Der Titel lautet "Ghetto-Oma: Ein Leben mit dem Rücken zur Tafel".

Die Autorin wurde 1948 am Niederrhein geboren. Ihr zukünftiger Beruf war ihr sozusagen schon in die Wiege gelegt, da bereits ihre Eltern Lehrer waren. Nach ihrem Studium von Biologie und Kunst auf Lehramt wurde sie Referendarin an einer Gesamtschule in Hessen, wo sie 20 Jahre lang blieb. Seit 2001 ist sie an einer Gesamtschule Lehrkraft.

In ihrem Buch beschreibt sie die Ereignisse von zwei Jahren, exemplarisch an einer Klasse, die sie im achten und neunten Schuljahr betreut. Zwischendurch sind immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit eingebaut. Durch sie erfährt man unter anderem, dass sie als 68er zunächst versuchte, ohne Zwang zu unterrichten, was nicht ganz so gut lief.

Doch seit damals ist viel Zeit vergangen und bereits zu Beginn des Buches erhält man einen sehr guten Eindruck, einer Lehrerin die durch ihre beruflich aktiven Jahre an Erfahrung gewonnen hat. So schnell bringt sie nichts mehr aus der Ruhe, selbst dann nicht, wenn ein Schüler ihren Anordnungen nicht Folge leistet. Sie nimmt es schon fast schicksalsergeben auf.

Gleichzeitig kann man sie für ihre Contenance nur bewundern. Und man merkt, wie sehr ihr ihre Schüler am Herzen liegen. Was auch auf Gegenseitigkeit beruht. Der Titel "Ghetto Oma" ist nämlich nicht disrespektierlich gemeint.

Dabei sind ihre Schüler alles andere als leicht zu handhaben. Sie stecken mitten in der Pubertät und haben für ihre Zukunft keine Gedanken übrig. Und wenn, dann machen sie sich meisten falsche Vorstellungen, wie zum Beispiel, dass man als Bäcker jede Menge Kohle verdient.

Fräulein Krise berichtet von all diesen Ereignissen in einem lockeren, humorvollen Ton. Dabei macht sie sich vielmehr über die Vorkommnisse lustig, die sie erlebt. Sich selbst, die Kollegen und ihre Schüler behandelt sie mit Respekt. Allerdings wirkt die Komik an einigen Stellen wie Galgenhumor. Es ist dann die Verzweiflung, die sie lustig macht, etwa wenn ein Schüler immer nur mit einem Wort kommuniziert.

Mit den kurzen Kapiteln und der relativ jugendhaften Sprache erfordert das Buch keine große Aufmerksamkeit des Lesers. Man kann es daher auch perfekt auf den Nachttisch tun und zwischendurch immer mal wieder schmökern.

Allerdings hat man als Leser ein Problem: Die Identifikation mit Fräulein Krise und ihren Problemen will einfach nicht gelingen. Zwar ist es lustig von ihren Nöten zu lesen. Doch um sie nachzuvollziehen muss man wohl Lehrer sein, und dies sind sicherlich die wenigsten, die sich den Band zu Gemüte führen.

Mit "Ghetto-Oma" beweist Fräulein Krise übrigens, dass der Zustand an ihrer Schule kein Notfall ist. Herr Sarrazin lag mit seinen Thesen falsch. Trotzdem ist das Buch nur etwas zum "Reinschauen".



Fazit:

Mit einer Prise Humor berichtet Fräulein Krise in "Ghetto-Oma" von ihren Erlebnissen an einer sogenannten "Brennpunkt"-Schule. Dabei erzählt sie nicht von den Ereignissen, sondern auch aus ihrer Vergangenheit. Man merkt den Geschichten an, dass trotz aller Vorkommnisse ihr die Schüler am Herzen liegen, auch wenn sie nicht leicht zu handhaben sind. Einziges Problem des Bandes: Man muss wohl Lehrer sein, um sich mit der Autorin und ihren Problemen identifizieren zu können.



Ghetto-Oma: Ein Leben mit dem Rücken zur Tafel - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Fräulein Krise
Ghetto-Oma: Ein Leben mit dem Rücken zur Tafel
Erscheinungsjahr: 1. November 2012



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
rororo

Preis:
€ 9,99

ISBN:
978-3-499-62998-3

336 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Humorvoll geschrieben
  • Man merkt, ihr liegen die Schüler am Herzen
Negativ aufgefallen
  • Nur Lehrer dürften sich vollständig mit der Autorin und ihren Problemen identifizieren
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Rezension vom: 01.11.2012
Kategorie: Rezensionen
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