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Wie ein Stein im Geröll

Story:
Maria Barbal erzählt in "Wie ein Stein im Geröll" die Geschichte der Katalanin Conxa. Da die Eltern Mühe haben, ihre sechs Kinder zu ernähren, wird Conxa als junges Mädchen zur Tante geschickt. Diese ist kinderlos, benötigt Hilfe für Haus und Hof und natürlich hoffen Conxas Eltern auch, dass ihre Tochter eines Tages den Besitz erben wird. Das Mädchen bleibt fast ihr ganzes Leben auf dem Anwesen der Tante, verliebt sich, heiratet, bekommt Kinder und muss dann miterleben, wie ihr Mann als Befürworter der spanischen Republik in Francos Militärpusch getötet wird.


Meinung:
"Wie ein Stein im Geröll" ist eine berührend erzählte Geschichte über das Leben einer Frau im ländlichen Katalonien. Maria Barbal lässt ihre Hauptperson in kurzen klaren Kapiteln auf ihr Leben zurückblicken. Mit der simplen und schlichten Sichtweise einer Frau, die in armen Verhältnissen aufgewachsen ist und für die das ganze Leben aus Arbeit von früh bis spät bestand, blickt Conxa auf ein Leben zurück, in dem sie in erster Linie in ihrer Liebe zu ihrem Mann Jaume ihr Glück fand.

Conxa ist geprägt von ihrer Kindheit und ihr ganzes Leben wird im Prinzip von anderen Menschen bestimmt. Die Eltern, die sie so früh aus dem Haus gegeben haben, waren unfähig, den Kindern Liebe zu zeigen. Die Arbeit, die für das Überleben der Familie sorgte, stand immer im Mittelpunkt. Auch im Haus der Tante wird das Mädchen zwar als Tochterersatz aufgenommen, doch die Zuneigung der Verwandten zeigt sich einzig in kleinen Gesten, wie zum Beispiel einem Glas Milch zum Essen. Conxa lernt so, dass sie ihre Gefühle nicht zeigen darf und ist selbst nach ihrer Hochzeit nicht fähig, gegenüber ihrem Mann von ihrer Liebe zu ihm zu reden.

Auch ihre Kinder leiden darunter, dass das Leben ihrer Mutter so sehr von ihren Ängsten geprägt ist. Selbst als Erbin eines relativ wohlhabenden Hofes befürchtet Conxa stets den Verlust all der Dinge, die ihr Überleben gewährleisten, und versucht diese selbst zu Lasten ihrer Kinder zu sichern. Mit dem Tod des geliebten Ehemanns verliert Conxa nicht nur den einzigen Menschen, der sie wirklich glücklich machte, sondern auch den Willen, um das Überleben ihrer Familie zu kämpfen.

Wirklich anrührend beschreibt Maria Barbal das einfache und abgeschiedene Leben der jungen Katalanin, deren Dasein auf der einen Seite bestimmt wird von dem täglichem Kampf um Sicherheit, und auf der anderen Seite von den kleinen Freuden wie dem jährlichen Dorffest oder dem Besuch der Verwandten, die für die Glücksmomente sorgen, die das Leben dann trotz Überlebenskampf lebenswert machen.

In diese kleine Welt der katalanischen Berge bricht Francos Militärputsch ein und hinterlässt eine ganze Generation von Frauen, die ohne die Männer in der Familie vor dem Nichts stehen. Abgesehen von dem persönlichen Verlust fehlt auch einfach die Arbeitskraft der Männer auf den Höfen. Nicht lange und Conxa muss hilflos mit ansehen, wie die vertraute Dorfgemeinschaft zerbricht, die Jungen die Berge verlassen, dem harten Leben ihrer Vorfahren den Rücken kehren und ihr Glück in den großen Städten suchen.

Maria Barbal greift mit dieser Erzählung nicht nur das lange Zeit vergessene Thema der Ausrottung von katalanischer Sprache und Kultur auf, sondern zeigt an der einfachen und berührenden Geschichte der Conxa, welch ein Einschnitt Francos Militärputsch für selbst die entlegendsten Teile des Landes bedeutet hat. Kein Gebiet ist so weit weg, so gut abgeschottet von der Außenwelt, dass es nicht von einem Bürgerkrieg berührt würde. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die Autorin im Original den Roman auf Katalanisch verfasst hat, und so zu einer kleinen Gruppe von Autoren gehört, die dafür sorgen, dass die katalanische Sprache wiederbelebt wird.


Fazit:
"Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal ist eine klar erzählte Geschichte einer einfachen Frau, die gerade in ihrer Schlichtheit den Leser so sehr berührt. Auch der Blick in das traditionelle Leben in den katalanischen Bergen hat seinen eigenen Reiz und macht das Buch zu einem unvergesslichem Erlebnis.


Wie ein Stein im Geröll - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Maria Barbal
Wie ein Stein im Geröll
Pedra de tartera

Übersetzer: Heike Nottebaum
Erscheinungsjahr: 2007



Autor der Besprechung:
Konstanze Tants

Verlag:
Transit Buchverlag

Preis:
€ 14,80

ISBN:
978-3-8747-221-4

125 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Klare Erzählweise
  • Berührende Geschichte
  • Ein vergessener Teil spanischer Geschichte
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 11.10.2007
Kategorie: Allgemeine Belletristik
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