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Seegrund

Story:
Statt in der Vorweihnachtszeit einen gemütlichen Sonntagsausflug an den Alatsee zu machen, entdeckt Kommissar Kluftinger beim Spaziergang mit seiner Familie am Seeufer eine Leiche. Diese liegt in einer unglaublich großen Blutlache und neben ihr wurde ein geheimnisvolles Zeichen in den Schnee gemalt. Doch nichts an dieser Szene ist so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Die Leiche ist noch gar nicht tot, das Blut ist kein Blut, sondern eine geheimnisvolle Bakterie und trotzdem ist das ein Fall, an dem sich der Kommissar mit seiner Kollegin aus Füssen die Zähne ausbeißen wird.

Meinung:
Mit "Seegrund" ist der dritte Krimi um den Allgäuer Kriminalkommissar Kluftinger erschienen. Die von den Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr geschaffene Figur des Allgäuer Urgesteins wird in diesem Buch nicht nur mit einem neuen, rätselhaften Fall beschäftigt, sondern auch mit seiner latenten Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Denn in erster Linie leben die Bücher um Kluftinger von den überzogenen Allgäuer-Klischees, die in dem Kommissar verkörpert werden. Er kann sich nur schwer mit den technischen Neuerungen abfinden, die sein Leben überschwemmen, er weiß nichts mit MP3-Playern, USB-Sticks und Beamern anzufangen. Und kann doch kaum gegenüber seinen Mitmenschen zugeben, dass er keine Ahnung von diesen Dingen hat.

Kluftinger ist ein bodenständiger, ehrliche Charakter, unter dessen rauer Schale ein weiches Herz schlägt. So hasst er zwar einerseits die Touristenhorden, die jedes Jahr Neuschwanstein besetzen und sich den schlimmsten Kitsch andrehen lassen. Doch gibt er sich andererseits auf seine eigene rührende und immer wieder unfreiwillig peinlich-komische Art große Mühe, die japanische Schwiegertochter in spe offen in die Familie aufzunehmen. Da springt der Kommissar auch über seinen Schatten und geht Sushi essen, statt auf seine geliebten Kässpatzen zu bestehen.

Der Kriminalfall geht ein wenig unter in Relation zu den Charakterdarstellungen und Familienszenen mit Kommissar Kluftinger, doch auch hier hat der Leser spannende Unterhaltung zu erwarten. Das Geheimnis um den jungen Mann, der am Seeufer des Alatsee gefunden wurde, entwickelt sich langsam aber stetig zu einem Krimi, der weit in die Vergangenheit reicht. An der Kleidung des Verletzten ist zu erkennen, dass es sich bei ihm um einen Taucher handelt. Doch was macht er an einem See, in dem nicht getaucht werden darf? Auch seine Identität lässt sich nicht so einfach klären, liegt der junge Mann doch im Koma und kann keine Zeugenaussage machen. 

Die Polizisten stehen an allen Enden der Ermittlung vor einer Wand des Schweigens. Allein die Tatsache, dass der Fall etwas mit dem See und seiner geheimnisvollen Vergangenheit zu tun hat, ist klar. Schon die Nazis und später die Amerikaner hatten den Alatsee zum Sperrgebiet erklärt und nun stellt sich die Frage, ob das nur mit den einzigartigen Bakterien zu tun hatte, die bei dem Verletzten gefunden wurden, oder ob vielleicht noch mehr auf dem Grund des Sees zu finden ist. Ein Schamane, der im Wald haust, Verwicklungen mit den lokalen Wirtschaftsgrößen und ein Wissenschaftlerteam der Universität München machen die Lösung des Falls nicht einfacher. 

Verstärkung findet Kommissar Kluftinger dieses Mal in einer Kollegin aus Füssen, die ihn mit ihrer Art ganz schön aus dem Gleichgewicht bringt. Weder entspricht sie seinen Erwartungen, wie eine Frau sich zu verhalten habe, noch nimmt sie die von ihm erwartete Rücksicht auf seine vom Winterwetter angeschlagene Gesundheit. Und als die Kollegin sich dann auch noch erdreistet, Kluftingers Team Anweisungen zu geben, vergeht dem knorrigen Herrn auch noch die letzte Lust an der unfreiwilligen Zusammenarbeit.



Fazit:
Mit "Seegrund", dem dritten Roman der Krimireihe um Kommissar Kluftinger, entwickeln die beiden Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr die Figur des Polizisten stimmig weiter. Das Buch bietet dem Leser ein paar unterhaltsame Stunden mit den Eigenheiten des Allgäuer Urgesteins und seiner Familie. Auch der Kriminalfall ist recht gut konstruiert und bietet einiges an Spannung.

Seegrund - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Volker Klüpfel und Michael Kobr
Seegrund
Erscheinungsjahr: 2006



Autor der Besprechung:
Konstanze Tants

Verlag:
Piper

Preis:
€ 14,00

ISBN:
978-3-4920-4954-2

342 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Schön ausgearbeitete Charaktere
  • Stimmiges Umfeld
  • Guter Kriminalfall
Negativ aufgefallen
  • Krimi geht neben den häuslichen Szenen etwas unter
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Rezension vom: 25.09.2007
Kategorie: Krimi
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