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Feuer der Götter

Story:

Feuerdämonen sind gefährlich. Das weiß auch Naave, deren Mutter von einem dieser Wesen getötet wurde. Doch auf einmal steht sie einer solchen Kreatur gegenüber. Und ihr Leben beginnt sich von Grund auf zu ändern.



Meinung:

Beim Wort "Dämon" denkt man unwillkürlich an Kreaturen des Bösen, oft hässlich und fast immer Kämpfer gegen das Gute. Stefanie Simon wählt in ihrem Debütroman "Feuer der Götter" eine andere Herangehensweise. Bei ihr sind es Menschen, mit einer besonderen Gabe. Denn in ihren Adern fließt flüssiges Feuer!

Die Autorin wurde im Hunsrück geboren und interessierte sich schon immer für Sagen und Fantasiewelten. Nach dem Studium der Kunst in Frankfurt fing sie mit dem Schreiben an. Heute lebt sie als Malerin und Schriftstellerin in Rheinland-Pfalz.

Naave ist ein Stadtmensch. Sie schlägt sich in ihrem Leben mehr schlecht als recht als Fischerin durch. Sie glaubt an die 14 Götter und dem Gott-Einen. Seit jeher fürchtet sie die Feuerdämonen, seit einer von ihnen ihre Mutter umbrachte. So ist sie alles andere als erfreut, als einer von diesen vor ihr auftaucht.

Royia ist ein Waldmensch, dazu auserkoren einer der 14 zu werden. Doch in dem Moment, in dem sich sein Schicksal zu erfüllen scheint, erhält er eine Warnung, die sein gesamtes Weltbild erschüttert. Er flieht, lässt sein altes Leben hinter sich. Schon bald trifft er auf Naave, und ohne dass es beide wollen, geraten sie in ein Abenteuer, welches sie in die entlegensten Winkel der Welt verschlägt. Dabei ist er getrieben von der Frage, wer hinter der Warnung steckt, die ihm gegeben wurde.

Die meisten Fantasy-Geschichten spielen in einer mittelalterlichen Welt, die mit Rittern und rauschebärtigen Magiern bevölkert ist. Auf die Dauer kann man sich daran leicht sattlesen, vor allem wenn die Autoren dieser Realität nichts Neues abgewinnen können. Da ist eine wahre Wohltat, wenn sich ein Schriftsteller die Mühe macht, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wie es Stefanie Simon tut.

Die Welt, in der Naave und Royia leben wirkt frisch und anders. Sie wirkt deutlich von den südamerikanischen indigenen urbanen Kulturen wie den Inka inspiriert, hat jedoch auch genügend Details aufzuweisen, um sich von diesen zu unterscheiden. Dazu zählt die Darstellung der Tier- und Pflanzenwelt, die interessant dargestellt wird. So gibt es Insekten, die sich von dem Blut der Menschen ernähren und von diesen wiederrum als Waffe genutzt werden. Es sind solche Einfälle, die das Debüt-Werk schon mal wohltuend aus der Masse anderer Fantasy-Romane hervorhebt.

Gleichzeitig hat man das Gefühl, in die Geschichte einzutauchen. Frau Simon schildert eine lebendige und abwechslungsreiche Welt, die durch die eben genannten Einfälle förmlich zum Lesen einlädt. Und stellenweise meint man fast, sich mit den Charakteren fortzubewegen und das Geschehen durch ihre Augen mitzuerleben.

Aber auch Royia ist ein Grund dafür, wieso man sich den Roman eventuell holen sollte. Er ist fest davon überzeugt, ein Gott zu sein. Doch verhält er sich nie deswegen arrogant oder überheblich. Stattdessen wird er als jemand dargestellt, der weiß, was er tut. Nie hat man den Eindruck, dass er die Kontrolle über eine Situation verliert. Das liegt schon allein an seinen Fähigkeiten, mit seinem Blut Feuer zu erzeugen und mit Tieren zu kommunizieren.

Doch das Vergnügen wird durch die Darstellung von Naave geschmälert. Sie wird als sehr dickköpfig und willensstark dargestellt. Zwei Eigenschaften, die ihr das Überleben am Rande der Gesellschaft garantierten. Doch je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr macht sich eine andere Begabung von ihr bemerkbar. Ihr Talent, wiederholt in Situationen zu geraten, aus denen sie nicht ohne Hilfe von außen herauskommt. Besonders im letzten Drittel macht sich dies wiederholt bemerkbar. Da ist es schon fast vorhersehbar, dass, wenn sie einen großen Plan fasst, dieser früher oder später in die Hose geht. Sie wirkt dadurch unselbstständig und schwach, was dem Charakter nicht gut tut.

Aber auch die Entwicklung der Beziehung zwischen ihr und Royia wirkt nicht überzeugend. Zu Beginn ist sie noch voll Ablehnung ihm Gegenüber, doch irgendwann liebt sie ihn auf einmal. Diese Entwicklung passiert zu plötzlich und wird nicht glaubwürdig aufgebaut. Es wirkt übers Knie gebrochen.

Das Ende ist recht offen. Und wenn man den Gerüchten Glauben schenken mag, wird es wohl Fortsetzungen der Geschichte geben. Was durchaus zu begrüßen ist. Denn man möchte wiederholt in diese fremde und faszinierende Realität eintauchen. Deshalb wird das Buch auch "Für Zwischendurch" empfohlen.



Fazit:

Für ihren Debüt-Roman "Feuer der Götter" wählt die Autorin Stefanie Simon eine Fantasy-Realität, wie man sie nur selten zuvor las. Die deutlich an den Inkas angelehnte Zivilisation fasziniert von der ersten Seite an. Gleichzeitig bereichert sie diese Welt auch mit zahlreichen eigenständigen Details an. Man taucht förmlich in die Geschichte ein. Auch der Charakter Royia gefällt, vor allem durch die Tatsache, dass er nicht arrogant oder überheblich wirkt, trotz seiner Herkunft. Doch sein Gegenpart Naave schmälert das Lesevergnügen. Sie wirkt im Laufe der Handlung immer mehr unselbstständig und ist auf Hilfe von anderen angewiesen. Ebenso wirkt die Entwicklung der Liebe zwischen ihr und Royia übers Knie gebrochen.



Feuer der Götter - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Stefanie Simon
Feuer der Götter
Erscheinungsjahr: 1. Februar 2013



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Knaur

Preis:
€ 14,99

ISBN:
978-3-426-51198-5

432 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Eine etwas andere Fantasy-Realität
  • Lebendige Welt
  • Royia wird glaubwürdig dargestellt
Negativ aufgefallen
  • Naave wirkt im Laufe der Handlung immer unselbstständiger und auf Hilfe von außen angewiesen
  • Entwicklung der Liebe zwischen ihr und Royia wirkt übers Knie gebrochen
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Rezension vom: 21.02.2013
Kategorie: Fantasy
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