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Bruder Cadfael 14: Der geheimnisvolle Eremit

Story:
Das Landgut der Ludels grenzt an die Besitzungen der Abtei zu Shrewsbury, und der Sohn der Familie besucht die Schule des Klosters. Sollte seinem Vater etwas zustoßen, ist vereinbart, dass der zehnjährige Richard seine Ausbildung dort fortsetzt. Als der Herr von Ludel aber tatsächlich stirbt, hat die Großmutter des Jungen ganz andere Pläne: Ihr Enkel soll so schnell wie möglich die Tochter eines anderen Nachbarn heiraten. Damit würde sich der Grundbesitz der Familie erheblich vergrößern. Ihr ist fast jedes Mittel recht, um Richard unter ihre Kontrolle zu bekommen.

Gleichzeitig sorgen andere Ereignisse für Aufregung: Ein Eremit lässt sich auf dem Gebiet von Ludel nieder, der bald in der Bevölkerung hohes Ansehen genießt und praktisch als Heiliger verehrt wird. Ein Gutsbesitzer jagt einem entlaufenen Leibeigenen hinterher, den er in der Gegend von Shrewsbury vermutet. Und im Wald des Klosters sieht sich der Förster mit ungewöhnlich vielen Unglücksfällen konfrontiert. Bruder Cadfael muss die Ordensregeln wieder einmal sehr kreativ auslegen, um alles wieder in's Lot zu bringen.

Meinung:
Auch im vierzehnten Band der Reihe folgt Ellis Peters dem gewohnten Rezept: Einerseits beruht jedes der Abenteuer auf dem vertrauten Grundbauplan. Andererseits variiert die Autorin dieses Muster immer wieder neu und verhindert damit, dass es zu allzu großen Ermüdungserscheinungen kommt.

Beispielsweise gibt es sonst fast immer einen jungen Mann, den Cadfael unter seine Fittiche nimmt, und der dann eines Verbrechens beschuldigt wird. Beides findet man auch "Der geheimnisvolle Eremit", jedoch sind es diesmal zwei unterschiedliche Personen. Überhaupt tritt der Kriminalfall deutlich in den Hintergrund und wird von den Anstrengungen überschattet, den zehnjährigen Gutserben vor einer ungewollten Ehe zu bewahren. Aber am Ende, so viel kann verraten werden, spielt doch alles irgendwie zusammen.

Eine andere Variation ist die vergleichsweise hohe Zahl an Handlungsfäden, die die Autorin einwebt. Bis sie die alle in Stellung gebracht hat, dauert es etwas, wodurch der Roman etwas braucht um in Fahrt zu kommen. Danach kommt aber ordentlich Spannung auf, wenn etwa der junge Richard auf der wilden Flucht vor seinem ungewollten Schwiegervater dem Vater Abt regelrecht vor die Füße fällt. Auch für Humor ist gesorgt, und auch hier ist der Zehnjährige oft beteiligt. Eine Szene zum Beispiel, in der Richard entdeckt, dass seine Braut ihn genauso wenig heiraten will wie er sie und sich am Schluss zu der Aussage hinreißen lässt, er könne es schlechter treffen als sie zu bekommen, dürfte bei vielen Lesern für Schmunzeln sorgen.

Dabei schafft es die Autorin, alle Ent- und Verwicklungen stimmig zu gestalten. Man hat nie den Eindruck, dass dem erzählerischen Zufall mit der Brechstange nachgeholfen wurde, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Gelegentlich ahnt gerade der erfahrene Cadfael-Fan, auf was bestimmte Dinge hinauslaufen dürften, aber das tut dem Lesevergnügen nur geringen Abbruch. Deutlicher als in anderen Abenteuern der Serie wird diesmal, dass Cadfaels moralische Leitlinien nicht zwangsläufig mit den Gesetzen und Sitten seiner Zeit deckungsgleich sein müssen.

Eine positive Entwicklung der letzten Bände wird jedoch leider nicht fortgeführt: Außerdem dem bekannten Stammpersonal haben fast keine Figuren aus früheren Abenteuern einen erneuten Auftritt. Diese Geschichte hätte also nicht zwangsläufig als Nummer Vierzehn, sondern auch an mehr oder weniger jeder anderen Stelle innerhalb der Reihe funktioniert. Damit verschenkt die Autorin Potential, wenn die Charaktere, mit denen man 250 und mehr Seiten mitgefiebert hat, am Ende des Buches praktisch in die Vergessenheit entschwinden und der nächste Roman sozusagen wieder bei Null beginnt. Das hat auf der anderen Seite den Vorteil, dass man "Der geheimnisvolle Eremit" auch losgelöst von der Reihe lesen kann.

Für die Einbindung des großen historischen Hintergrunds hat Ellis Peters diesmal eine gute Lösung gefunden: Der nach wie vor tobende Bürgerkrieg zwischen König Stephen und Kaiserin Maude um den englischen Thron spielt zwar eine nicht unbedeutende Rolle, hat aber nur indirekten Einfluss auf die Geschichte. Was die Plausibilität der Fiktion im Vergleich zur realen Historie betrifft, fallen auch dem vorgebildeten Laien keine groben Schnitzer auf.

Mit über 280 Seiten ist dies einer der längsten Bände der Reihe. Interessanterweise ist der folgende, "Bruder Cadfael und das fremde Mädchen", direkt einer der kürzesten.

Fazit:
In einem der längsten Bände der Serie variiert die Autorin den Grundbauplan erneut und kann wieder einen guten historischen Roman vorlegen. Dabei verwebt sie erfreulich viele Handlungsfäden zu einer stimmigen Geschichte. Schade ist, dass diese Geschichte weniger an die vorherigen Abenteuer anknüpft als zuletzt in der Reihe.

Bruder Cadfael 14: Der geheimnisvolle Eremit - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ellis Peters
Bruder Cadfael 14: Der geheimnisvolle Eremit
The Hermit of Eyton Forest

Übersetzer: Jürgen Langowski
Erscheinungsjahr: 1991



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Heyne Verlag

ISBN:
3-453-04841-5

283 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Erfreulich viele Handlungsfäden werden zu einem stimmigen Ganzen verwoben
Negativ aufgefallen
  • Es gibt kaum Rückgriffe auf vorherige Abenteuer, was Potential verschenkt
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Rezension vom: 21.02.2011
Kategorie: Historisches
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