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Odo und Lupus 3: Pater Diabolus

Story:
Mit einem Sonderauftrag sind die Königsboten in der Nähe von Paris unterwegs. Odo, dessen Familie aus der Gegend stammt, möchte seinem Vetter einen Besuch abstatten. Aber schon bevor sie auf dem Gut des Ebrachar ankommen, merken die beiden, dass sie offenbar in ein Wespennest gestochen haben. Der älteste Sohn und Erbe wurde vor genau einem Jahr ermordet, und seither hängt er an den Lippen von Pater Fabiolus. Der und andere Mönche aus dem nahen Kloster bekommen keinen Wunsch abgeschlagen und nutzen das weidlich aus. Während sie vom Hof schleppen, was nicht niet- und nagelfest ist, verkommt der vernachlässigte Besitz.

Oder sind das nur Verleumdungen eines Nachbarn, der seinen Sohn unbedingt mit Ebrachars Tochter verheiraten will und um die Mitgift fürchtet? Für ihn jedenfalls ist Pater Fabiolus die Ausgeburt des Bösen, er hat ihm sogar den Spitznamen Pater Diabolus gegeben.

Odo und Lupus müssen feststellen, dass in der Gegend tatsächlich eine böse Macht ihr Nest aufgeschlagen zu haben scheint. Werden die Königsboten der Bedrohung Herr werden?

Meinung:
Mit dem dritten Abenteuer der beiden Königsboten im Dienst Karls des Großen ist Robert Gordian etwas Erfreuliches gelungen: Er behält die Stärken der Serie bei, kann aber einige der Schwächen überwinden. Insbesondere an der Spannungsschraube hat der Autor nochmal ordentlich gedreht, was diesmal auch weniger durch den betulichen Erzählstil konterkariert wird. Es gibt mehr "Action", in mehr als einer Hinsicht. Eine davon ist dem Erzähler ausgesprochen peinlich, weil er feststellen muss, dass auch er nicht vor Versuchungen gefeit ist.

Gleichzeitig gelingt es Gordian wieder, dem Roman eine stimmige und glaubwürdige Atmosphäre zu geben, insbesondere indem er die Geschichte in einen Brief aus Lupus Feder verpackt. Dabei flicht er Erläuterungen mittelalterlicher Begriffe und Verhältnisse geschickt ein, so dass er kaum noch auf die gewohnten Sternchen-Fußnoten zurückgreifen muss. Soweit es ein historisch interessierter Laie beurteilen kann, ist die Zeit Karls des Großen, wie der Autor sie schildert, ausreichend authentisch. Auch die starke Bedeutung des römischen Erbes, gerade in diesem Gebiet, wird nicht vernachlässigt. Mehr als ein Mal stoßen die Protagonisten auf "wiederverwendete" Gebäude und andere Relikte aus der Zeit des Imperiums.

Ein netter Kunstgriff ist es auch, die Macht der beiden Helden gleich zu Beginn ein Stück weit zu relativieren. Der mönchische Erzähler berichtet praktisch ganz am Anfang, dass es sich hier um einen sehr heiklen Fall handle, in den hochgestellte Persönlichkeiten verwickelt seien, und mit dem sich unter Umständen sogar König Karl höchstpersönlich befassen müsse. Die Konsequenzen daraus könnten unangenehm für mächtige Elde am Hof werden, mit deren Opposition die Königsboten deshalb zu rechnen hätten. Diese Einleitung macht es weniger sicher, dass unsere Helden am Ende des Tages siegreich in den Sonnenuntergang reiten, was der Geschichte gut tut. Man kann sagen, Robert Gordian konfrontiert seine Helden mit noch mächtigeren Widersachern, sowohl direkt als auch indirekt.

Der Kriminalfall hat diesmal eher Ähnlichkeit mit einem Thriller. Es ist ziemlich schnell klar, wer die "Bösen" und wer die "Guten" sind, auch wenn Gordian diese Einteilung nicht so eindeutig vornimmt und auch lange falsche Spuren legt. Der Hauptteil der Handlung konzentriert sich aber nicht darauf zu klären, wer hinter allem steckt, sondern darauf, ihm das Handwerk zu legen. Und im Gegensatz zu den früheren Folgen der Serie fühlt sich "Pater Diabolus" auch wie ein Thriller an, soll heißen, der Leser fühlt den "Thrill". Und obwohl die Geschichte mit etwa 220 Seiten nicht wesentlich länger ist als die vorherigen, fühlt sie sich länger, "größer" an.

Auch wenn die Hauptfiguren sich auch diesmal nicht wirklich weiterentwickeln, beziehungsweise am Ende der Status Quo wieder eingenommen zu werden scheint, bekommt der Leser doch einige neue Aspekte von Odo und insbesondere von Lupus gezeigt. Dadurch wirken die Protagonisten ein Stück "runder" und glaubwürdiger.

Ein Kritikpunkt, auch wenn er den Lesegenuss nicht wirklich schmälert, ist die Verortung des Geschehens. Die Königsboten haben ihr Mandatsgebiet eigentlich in Sachsen, wo sie auch im Vorgängerband "Saxnot stirbt nie" tätig waren. Aber kaum sind sie dort angekommen, schickt sie der Autor schon wieder in eine andere Ecke des Reiches, nämlich in die Nähe von Paris.

Fazit:
Das dritte Abenteuer der Königsboten im Auftrag Karls des Großen vermeidet einige Schwächen der vorherigen Folgen, behält aber deren Stärken bei.

Odo und Lupus 3: Pater Diabolus - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Robert Gordian
Odo und Lupus 3: Pater Diabolus
Erscheinungsjahr: 1996



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Bleicher Verlag

ISBN:
978-3883508573

224 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Vermeidet einige der Schwächen der bisherigen Folgen...
  • ... aber behält die Stärken bei
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 18.11.2010
Kategorie: Historisches
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