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Der Triumph der Zwerge

Story:

Markus Heitz gehört zu den erfolgreichsten deutschen Fantasyautoren... So oder ähnlich ist es an 1000 Stellen im Netz zu lesen, deswegen spare ich mir die Vorstellung eines Autors, der im Bereich Fantasy in Deutschland nur schwer wegzudenken ist. Bekannte Werke sind die Ulldart-Reihe, die Albae-Romane und eben der Zyklus rund um die Zwerge dessen fünfter Teil nun nach mehrjähriger Pause vorliegt.

Das geborgene Land

Im geborgenen Land leben Menschen, Elfen, Magier, Gnome und andere Geschöpfe mal mehr, mal weniger friedlich zusammen. Umgeben wird das Land an seinen Grenzen von Gebirgen in denen das wohl sympathischste Volk der Fantasy-Literatur haust: Die Zwerge. Meisterhafte Schmiede, Gemmenschleifer, Steinmetze, Mechaniker, Zecher und natürlich Krieger. Diese tapferen Recken sorgen dafür, dass das geborgene Land seinen Namen zu Recht trägt und verteidigen ihre Heimat gegen Gefahren von innen und außen. Hier und da gibt es vielleicht auch noch ein paar vereinzelte Orks und verstreute Albae, aber das war einmal ganz anders...

In den vorherigen Teilen haben wir Tungdil Goldhand die zentrale Figur der Serie kennengelernt. Er wuchs bei einem Magier auf und fasste mit Startschwierigkeiten Fuß bei seinem eigenen Volk, den Zwergen. Dann kämpfte er gegen böse Mächte, finstere Magier, drachenähnliche Geschöpfe, die bösen Brüder der Elfen - die Albae - und vieles mehr. Im dritten Band ging der Held an einem finsteren Ort verloren und kehrte im vierten Teil der Geschichte von Grunde auf verändert zurück. An dessen Ende stand schließlich die Erkenntnis, dass es sich um einen finsteren Doppelgänger Tungdils gehandelt haben musste, der zu guter Letzt mit der Feuerklinge der legendären Axt, die der echte Tungdil geschmiedet hat, erschlagen wurde. Damit war das Schicksal des größten Helden der Zwerge erneut ungeklärt.

Wieder kehrt ein Tungdil Goldhand zurück

Die Völker im geborgenen Land befinden sich nach Jahren des Krieges untereinander und gegen gemeinsame Feinde endlich in einer Periode des Friedens. Man schmiedet Bündnisse und nähert sich einander an. Doch natürlich bleibt das nicht lange so.

An den Grenzen des geborgenen Landes hat eine Expedition ein seltsames Mädchen gefunden, dass die Sprache der Albae spricht. Schon deswegen stehen die Kinder des Schmieds ihr kritisch gegenüber. Doch die Kleine schlägt Menschen und Elben schnell in ihren Bann. Alle scheinen sie zu lieben und so spielt das Kind aus dem jenseitigen Land schnell eine wichtige Rolle im geborgenen Land.

Die Elfen, die nun in größerer Zahl als je zuvor aus allen Himmelsrichtungen in das geborgene Land strömen, wollen ein eigenes Reich gründen und sprechen von einer alten Prophezeiung, in deren Mittelpunkt gerade die bärtigen willensstarken Krieger der Zwerge stehen. Eine große Gefahr soll im jenseitigen Land lauern und die Berichte einer Grenzfestung der Zwerge sprechen von unbesiegbaren, in Bronze gerüsteten Kriegern mit einer Armee zerlumpter Kreaturen im Gefolge. Hinter verschlossenen Türen verfolgen die Elben aber mit der ihnen eigenen Geduld ganz eigene Pläne.

Zu guter Letzt kommt aus den Tiefen der schwarzen Schlucht ein Zwerg ohne Waffen mit einem grausam entstellten Gesicht und einem goldenen Fleck auf der Hand zurück, der behauptet der echte Tungdil Goldhand zu sein. Doch der Held der Zwerge hat sich verändert und selbst sein alter Weggefährte und jetzige Großkönig der Zwerge Ingerimmsch weiß nicht gleich, was er von dem gewandelten Tungdil halten soll.



Meinung:

Die ersten beiden Romane rund um die Zwerge erfreuten sich besonders großer Beliebtheit, da insbesondere das Aussehen, die Kultur und die Charaktere der Zwerge wunderbar detailliert ausgearbeitet wurden. Da ging es um Barttrachten, Metalle, die Religion der Zwerge, die Aufteilung in die verschiedenen Stämme, die jeweils bestimmten Professionen nachgehen und vieles mehr. Im vorliegenden Roman zeigen einige Details, dass sich der Autor der Tatsache bewusst ist, was genau seine Leser an den Zwergen-Romanen zu schätzen wissen. Zum Beispiel werden immer wieder zwergische Weisheiten, Trinklieder oder Zitate eingeflochten, die Einsicht in das Leben der bärtigen Gesellen geben.

Im dritten und vierten Band lag der Fokus leider weniger auf der Kultur der Zwerge, sondern drehte sich mehr um die jeweilige Rahmenhandlung. Die Charaktere entwickelten sich quasi en Passant weiter. Diesen Kurs verfolgt nun auch der fünfte Teil. Ich persönlich finde diese Entwicklung schade. Denn auch wenn eine der großen Stärken des Autors die Schilderung von Action-Szenen in bester Hollywoodmanier ist, so hat er doch gezeigt, dass ihm auch die Ausarbeitung komplexer Charaktere, die man über mehrere Tausend Seiten begleiten möchte, gelingt. Nachdem die Figuren nun aber den Lesern so ans Herz gewachsen sind, ist es schade, dass einige die vormals zu den Wichtigeren zählten, jetzt eher Randfiguren geworden sind.

Dazu kommt, dass der Plot sich nicht mehr sehr vom bereits Gelesenen unterscheidet: Eine mysteriöse Gefahr von jenseits der Berge bedroht das geborgene Land und nur die Zwerge sind in der Lage, diesem neuen Bösen die Stirn zu bieten. Wie Tungdil mit einigen handverlesenen Kämpen loszieht, um herauszufinden welche Bedrohung sich da anbahnt, das ist unterhaltsam. Aber auf der anderen Seite lesen sich die internen Querelen zwischen den Elfen und den Menschenkönigreichen weniger spannend.

Auch wenn manchen Figuren wie Goda, der Frau von Ingerimmsch oder Balindis Tungdils erster Liebe, nicht so viel Raum eingeräumt wird, wie man es als treuer Fan der Reihe gerne sehen würde, so ist es doch toll, dass so viele wieder mit dabei sind.

Das eine oder andere Geheimnis in der Welt der Zwerge wird gelüftet und dürfte treue Leser besonders freuen. Wer erinnert sich zum Beispiel noch an den silbernen Beschützer der Magierin Andokai? Djerun war ein Riese in einer stählernen Rüstung hinter dessen Visier stets ein lila Leuchten zu sehen war. Woher dieser furchteinflößende Krieger stammt, wird nun Jahre später im vorliegenden Roman beantwortet.

Für alle, die die ersten vier Teile mögen, gibt es hier mehr vom Gleichen. Der Roman knüpft nicht an die Detailverliebtheit und die liebevolle Entwicklung der Charaktere aus dem 1. und 2. Teil an, beantwortet aber einige weitere Fragen, die sich der eine oder andere Leser vielleicht gestellt. Leider bleiben genauso viele auch unbeantwortet. Hier bestehen noch viele Möglichkeiten für weitere Romane. Was hat Tungdil in Phondrason erlebt? Welche Fähigkeiten hat er dort erlernt? Und viele Fragen, die ich hier nicht stellen kann, ohne zu spoilern. Den Plot um das Mädchen aus dem jenseitigen Land finde ich persönlich nicht so faszinierend, aber das mag Geschmacksache sein. Für mich hätte der Fokus mehr auf den Zwergen liegen dürfen.



Fazit:

Der fünfte Band der Zwerge-Saga stellt nicht das Highlight der Reihe dar, bietet aber gute Unterhaltung. Es gibt beeindruckende Schlacht-Szenen, alte Bekannte sind wieder mit dabei und wieder einmal ziehen die Zwerge gegen einen anfangs übermächtigen Feind ins Feld. Leider findet der Autor nicht zu der Detailverliebtheit der ersten Serien-Teile zurück und so bleibt die besondere Kultur der Zwerge eher schmückendes Beiwerk als Hauptbestandteil. Der Hauptcharakter findet meiner Meinung nach auch nicht zu seiner alten Form zurück, aber das mag Geschmacksache sein. Vielleicht gefällt dem einen oder anderen Leser der "neue" Tungdil sogar besser.



Der Triumph der Zwerge - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Markus Heitz
Der Triumph der Zwerge
Erscheinungsjahr: 16. Februar 2015



Autor der Besprechung:
David Weigel

Verlag:
Piper

Preis:
€ 16,99

ISBN:
978-3-492-70351-2

656 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Tungdil ist zurück und alte Bekannte wie Ingerimmsch sind auch dabei
  • spannende Schlachten mit klassischen Mitteln, aber auch mit Magie
  • immer wieder eingestreute zwergische Weisheiten und Trinklieder
  • bekannte Charaktere werden weiter auserwählt (Gedankenwelt der Figuren)
Negativ aufgefallen
  • der Held ist sehr zurückhaltend
  • Kultur und Bräuche der Zwerge nicht so zentral wie früher
  • viel „Erzählzeit“ für Intrigen der Elfen und Ränke zwischen den Reichen
  • ehemals wichtige Persönlichkeiten tauchen nur noch am Rand auf
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Rezension vom: 27.07.2015
Kategorie: Fantasy
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