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Justifiers - Autopilot

Story:

At Lantis ist der Rückzugsort für die Ultrareichen. Wer hier lebt, hat es geschafft. Doch dann passiert ein Mord. Und für die Ermittlung wird ein Meisterdetektiv eingeschaltet. Nur zu dumm, dass er einerseits Alkoholiker ist und andererseits dies sein erster Fall seit 20 Jahren ist.



Meinung:

Was macht ein gutes Science Fiction-Universum aus? Das die Figuren glaubwürdig wirken? Das alles eine logische Grundlage hat? Nein. Es ist die Möglichkeit, dass jede Sorte von Geschichte darin stattfinden kann. Von Komödie, über Thriller bis hin zu einem klassischen Detektiv-Roman. Und um letzteres handelt es sich bei Thomas Plischkes Beitrag zum "Justifiers"-Universum, "Autopilot".

Der Autor wurde 1975 in Ludwigshafen geboren. Seine Eltern waren kaufmännische Angestellte und Psychotherapeuten. Er studierte zuerst vier Semester Psychologie, die er mit Arbeiten für den Verlag "Feder und Schwert" finanzierte. Als ihm dieser einen Ausbildungsplatz zum Verlagskaufmann anbot, nahm er dieses an. 2002 wurde er fertig und schloss ein Studium im Fach Amerikanistik an. Und auch während dieser Zeit war er fleißig unter anderem als Lektor tätig. Bekannt ist der offen bisexuell lebende Schriftsteller unter anderen für die gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Ole Christiansen entwickelte Fantasy-Serie "Die zerrissenen Reiche", die 2008 bis 2010 im Piper-Verlag erschienen.

At Lantis ist die Oase der Superreichen und Erfolgreichen. Es ist ein Utopia, wo alles möglich ist und jeder seine Geheimnisse hat. Doch die Idylle wird nachträglich zerstört, als ein Bewohner dieses Resorts ermordet wird und bald darauf ein weiterer. Eine Mordserie scheint ihren Lauf zu nehmen und die örtlichen Sicherheitsverantwortlichen sind mit den Ermittlungen überfordert. Nur gut, dass der erfolgreiche Privatdetektiv Pollok Shermar, im Auftrage seines Fernsehsenders, sich bereit erklärt, den Fall zu übernehmen.

Es gibt nur ein Problem: Er war seit 20 Jahren nicht mehr aktiv. Nicht mehr, seit ein Fall spektakulär danebenging und er mehr tot als lebendig davon kam. Doch hält ihn dies nicht auf. Er will seinen Ehrgeiz stillen. Und so stürzt er sich in die Ermittlungen. Immer mit dabei, sein Partner Bruno Digger, ein Nacktmull-Beta, der angeblich beruhigend auf ihn wirken soll. Und schon bald sehen sich die beiden vor einer Menge an Fährten, von der sie nicht wissen, welche die Richtige ist und welche die Falsche.

Thomas Plischke schafft es, einen Roman zu schreiben, der sich von den vorherigen Teilen der "Justifiers"-Reihe deutlich unterscheidet. Anstatt einen jener titelgebenden Konzernsoldaten als Mittelpunkt der Geschichte zu schreiben, präsentiert er schon fast das exakte Gegenteil. Sein Pollok Shermar, bei dem anhand des Namens nur unschwer das Vorbild erkennbar ist, ist kein Soldat, der da drauf gedrillt ist, nur im Namen seines Kons zu agieren. Stattdessen ist jener Detektiv vornehmlich ein Kopfarbeiter.

Dabei ist es interessant darüber zu lesen, wie ekelhaft dieser Ermittler agiert. Er ist laut und benimmt sich teilweise wie ein Elefant im Porzellanladen. Hinzu kommt auch noch seine Neigung, seine Grauen Zellen mit bevorzugt hochprozentigen Getränken in die Gänge zu bringen. Es gibt im Prinzip nichts, was diese Figur sympathisch macht. Und doch hat sie ihre Momente. Denn durch ihre Ecken und Kanten wie auch durch ihre Vorgehensweise ist er ein klassischer Anti-Held, der gerade dadurch, dass er nicht den Gepflogenheiten seiner Genre-Kollegen entspricht, sympathisch wirkt.

Doch der heimliche Held der Geschichte ist der Nacktmull-Beta Bruno. Es ist einfach herrlich, wenn diese Figur auftritt. Er hat ein eidetisches Gedächtnis, vergisst also nie etwas, verkriecht sich gerne in dunkle enge Stellen, wie beispielsweise unter Parkbänken und ist ständig besorgt. Entweder über Pollok oder über den geheimen Auftrag, den er erhalten hat. Ein Charakter, der einfach nur Spaß macht zu lesen.

Der Fall, in dem der Detektiv ermittelt, wird schnell unüberschaubar. Jede Menge Fährten tauchen auf und jeder Charakter gibt eine neuen Hinweis, der falsch sein kann oder auch nicht. Kein Wunder, dass man als Leser schnell den Überblick verliert und am Ende eher ratlos dasteht. Hier baut Thomas Plischke zu viele Wendungen ein. Ein paar Schnörkel weniger hätten der Geschichte gut getan.

Markus Heitz startet mit diesem Roman eine neue Fortsetzungsgeschichte. Noch lässt sich schwer abschätzen, in welche Richtung sich diese entwickeln wird. Als Thema hat sie einen Priester, der die Vorgaben seiner Kirche sehr frei umsetzt und deshalb von einem Jüngling, der die Regeln buchstabengetreu verfolgt, abgeholt wird. Der Stoff kommt einem bekannt vor und wurde in dieser Art schon oft verwendet. Es bleibt abzuwarten ob der Autor diesem Plot noch etwas Neues abgewinnen kann. Der erste Teil macht in dieser Hinsicht eher wenig Hoffnung, auch wenn er sich durchaus gut liest.

"Autopilot" ist die bis dato beste "Justifiers"-Geschichte. Der Kriminalplot entwickelt sich flott und die beiden Hauptcharaktere sind unnachahmlich geworden. Schade nur, dass die Auflösung unübersichtlich wirkt. Dennoch lässt sich das Buch für zum "Reinschauen" empfehlen.



Fazit:

Thomas Plischkes Beitrag zum "Justifiers"-Universum ist der eher ungewöhnliche Roman "Autopilot". Erzählt wird nämlich eine klassische Detektivgeschichte, die jedoch hervorragend funktioniert. Nicht zuletzt dank der beiden Hauptfiguren Pollok Shermar sowie des Nacktmull-Betas Bruno Digger liest sich das Buch so gut. Allerdings muss man auch kritisieren, dass der Kriminalfall schnell unübersichtlich wird und man als Leser am Ende etwas verwirrt dasteht. Markus Heitz Beitrag erfindet das Rad nicht neu, liest aber dennoch gut.



Justifiers - Autopilot - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Thomas Plischke
Justifiers - Autopilot
Erscheinungsjahr: 8. Juni 2012



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 9,90

ISBN:
978-3-453-52940-3

640 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Der etwas andere Justifiers-Roman
  • Charaktere, die einzigartig wirken
Negativ aufgefallen
  • Kriminalfall entwickelt sich schnell zu unübersichtlich
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Rezension vom: 06.11.2012
Kategorie: Rezensionen
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