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Das schwarze Kollektiv

Story:

Ariko war einst ein Kind der Straße, bis er im Schwarzen Kollektiv aufgenommen wurde. Jene Militärische Organisation unterrichtete ihn nach ihren eigenen, christlichen Maßstäben. Und schon bald darf er sich beweisen, denn seine Nation zieht in den Krieg gegen das geheimnisvolle Volk der Hameshi. Doch nach einiger Zeit suchen ihn merkwürdige Träume heim und irgendwann wechselt er die Seiten. Hat er jetzt endlich eine Heimat gefunden, wo er ohne Wenn und Aber akzeptiert wird?



Meinung:

"Hapu - Teufel im Leib" war das Debüt des Autoren Michael Zandt. Bei der Rezension hier auf Splashbooks wurde das Buch dafür kritisiert, dass der Schriftsteller anscheinend zu viele Ideen hatte, die er alle irgendwie in seinen Roman reinstopfte. Mit einem vorhersagbaren Ergebnis.

Nun hat der Autor mit "Das schwarze Kollektiv" die Fortsetzung geschrieben. Dazu wechselte er auch den Verlag. Der Roman erscheint jetzt im Art Skript Phantastik-Verlag, der sich selbst als " Dein Verlag für die dunkle Seite der Phantastik" bezeichnet.

Der Roman startet ungefähr zu Beginn von "Hapu". Ariko beobachtet sie und erinnert sich derweil an seine eigene Vergangenheit. Er selbst stammt anscheinend aus einer anderen Welt, wo er als ein Kind der Straße aufwuchs. Seine Eltern hatten ihn schon lange verlassen und so musste er jeden Tag aufs Neue ums Überleben kämpfen. Das änderte sich, als er dem Militär beitritt. Er wird Mitglied des Schwarzen Kollektivs und christlich erzogen.

Als seine Heimat Wilderlinge auf Grund einer uralten, kaum aufzuhaltenden Bedrohung namens "die Horde" einen Großteil seiner Naturschätze verliert, beginnt das Land damit, die umgebenden Staaten anzugreifen um an deren Ressourcen zu kommen. Auch Burgenreich, die Heimat der geheimnisvollen Hameshi gehört zu den Zielen des Angriffs. Und zuerst scheint es so, als ob es ein schneller Sieg werden würde. Doch hat man die Angegriffenen unterschätzt, und schon bald beginnt der Konflikt zeitlich länger zu dauern, als ursprünglich gedacht. Ariko selbst erlebt alles hautnahe mit. Und eines Tages wechselt er die Seiten und lernt unter den Hameshi die Liebe seines Lebens kennen. Doch noch ist der Krieg nicht ausgestanden und das Schwarze Kollektiv nicht besiegt. Es drohen noch viele Verluste.

Der Verlag empfiehlt "Das Schwarze Kollektiv" erst ab einem Alter von 18+. Und man kann dieser Entscheidung während des Lesens nur zustimmen. Erneut schreibt Michael Zandt eine Handlung, die nicht gerade zimperlich ist. Es sind hauptsächlich die Gräuel des Krieges, die er schildert. Und bei einigen Szenen muss man wirklich schwer schlucken.

Eines ist im Vergleich zu Hapu ebenfalls unverändert: Das Talent des Autors eine Welt zu erschaffen, die faszinierend ist. So auch in "Das Schwarze Kollektiv". Gekonnt entwickelt er eine Realität, die der unseren nur in einigen Grundzügen ähnlich ist. Doch schon der Blick des Protagonisten auf die Karte zeigt deutlich, dass anders als in Hapu, dieses Mal unsere Erde nicht als Grundlage diente.

Auch die Schilderung des Krieges ist Michael Zandt gelungen. Beim Lesen entdeckt man Parallelen zum Vietnam-Krieg, besonders dann, als die Angreifer aus Wilderlinge versuchen, Entlaubungsmittel einzusetzen, um den Wald, das natürliche Schutzgebiet der Hameshi für ihre Truppen passierbarer zu machen. Eine leichte Gänsehaut lässt sich nicht unterdrücken.

Die Geschichte soll die Fortsetzung von "Hapu" sein. Doch sind die Anknüpfungspunkte zum Vorgänger nur minimal vorhanden. Bis auf das Anfang und das Ende des Romans hat man eher das Gefühl, eine eigenständige Geschichte zu lesen. Eigentlich wartet man insgeheim die ganze Zeit darauf, dass der Autor mehr Anspielungen auf sein früheres Werk einbaut, doch dem ist nicht so. Stattdessen wirkt die Verknüpfung vor allem am Ende eher wie Fremdkörper.

Auch übertreibt er es mit den vielen Namen und Begriffen. Stellenweise verliert man den Überblick, hinter welcher Bezeichnung sich jetzt was genau befindet. Hier hätte ein Glossar Abhilfe geschaffen.

Ebenso gibt es Szenen oder Ereignisse, die entweder wie übers Knie gebrochen wirken, oder von essentieller Bedeutung zu sein scheinen, dafür aber im Laufe der Handlung dann doch nicht wieder auftauchen. Ein Beispiel: Wilderlinge hat auch einem Land im Osten den Krieg erklärt. Zuerst sieht es so aus, als ob sie dort gewinnen und ein Staatsoberhaupt einsetzen können, dass ihnen genehm ist. Doch dann entpuppt sich die neue Königin als äußerst gerissen und eröffnet eine Gegenoffensive, gerade in dem Moment, in dem es das Schwarze Kollektiv dies nicht erwartete. Doch jene Seite des Krieges geht im Laufe des Romans immer mehr und mehr unter, bis sich am Ende fragt, wieso der Schriftsteller jenes Ereignis überhaupt erwähnt hat, wenn es am Schluss keinerlei Bedeutung hat.

Das Gute ist, man hat das Gefühl, dass sich Michael Zandt wirklich gesteigert hat. Viele Fehler aus dem Vorgänger wiederholt er nicht. Doch demgegenüber existiert eine ganze Reihe an neuen Mankos, was überrascht. Am Ende kann man zu keinem anderen Ergebnis kommen, als einem "Für Zwischendurch".



Fazit:

"Das schwarze Kollektiv" ist Michael Zandts Fortsetzung von seinem Debüt-Roman "Hapu". Das Buch überzeugt durch die realistische Darstellung des Krieges und der interessanten Welt, in der die Handlung stattfindet. Demgegenüber steht eine Anknüpfung zum Debüt-Roman, die bestenfalls marginal wirkt. Auch die vielen Namen und Begriffe verwirren, und einige Ereignisse werden im Laufe der Handlung nicht wieder aufgegriffen. Der Band ist etwas besser als "Hapu", enttäuscht jedoch auf Grund der neuen Fehler.



Das schwarze Kollektiv - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Michael Zandt
Das schwarze Kollektiv
Erscheinungsjahr: 28. Juli 2012



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Art Skript Phantastik

Preis:
€ 11,80

ISBN:
978-3-9815092-3-6

264 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Realistische Darstellung des Krieges
  • Gelungene Darstellung der Realität des Buches
Negativ aufgefallen
  • Anbindung an Hapu wirkt wie gezwungen
  • Es fehlt eine Übersicht über die verschiedenen Namen und Begriffe
  • Einige Szenen kommen nicht voll zur Geltung
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Rezension vom: 31.08.2012
Kategorie: Rezensionen
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