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Star Trek Destiny 3: Verlorene Seelen

Story:
Die Borg sind in den Alpha-Quadranten eingefallen und überziehen die Föderation sowie deren angrenzenden Verbündete und Feinde mit Gewalt und Zerstörung. Das Ziel der kybernetischen Aggressoren ist eindeutig: totale Auslöschung der Gegner. Zahlreiche Welten fallen und das Universum wie wir sehen kennen, steht kurz vor dem Untergang. Die letzte Hoffnung ruht auf vier Sternenflotten-Captains, nämlich Jean-Luc Picard von der Enterprise, William Riker von der Titan und Ezri Dax von der Aventine und schlussendlich auf Erika Hernandez von der Columbia. Letztere konnte dank ihrer Caeliar-Fähigkeiten die Titan wieder zurück in den Azur-Nebel und somit näher zur Heimat bringen. Indes und einige Jahrhunderte davor kämpfen die MACO-Offiziere, welchen den Absturz des Caeliar-Stadtschiffes Mantilis überlebt haben, mit der unwirtlichen Umgebung des Planeten, auf dem sie gestrandet sind.
Captain Hernandez, endlich wieder unter Ihresgleichen, entwickelt einen Plan um die Borg aufzuhalten. Sie will sich als deren Königin ausgeben und die Zerstörungswut somit stoppen. Trotz anfänglicher Skepsis muss Picard eingestehen, dass dies wohl die einzige und letzte Hoffnung auf Rettung der Föderation ist.


Meinung:
Waren die ersten zwei Bände der “Destiny”-Trilogie noch sehr darauf bedacht, auf die verschiedenen Charaktere der unterschiedlichen Besatzungen sowie auf die Erlebnisse der gestrandeten Menschen in der Caeliar-Stadt einzugehen, wird man in “Verlorene Seelen” mit der Gnadenlosigkeit und brutalen Effizienz der Borg konfrontiert. Egal an welcher Front, diese Wesen zerstören alles und jeden auf ihrem Weg zur Erde. Logischerweise macht sich Verzweiflung breit und selbst Captain Picard verliert die Hoffnung auf ein gutes Ende. Sein ehemaliger erster Offizier und guter Freund (die beiden duzen sich mittlerweile), William Riker, hadert indes noch mit seiner Entscheidung, dass er das Außenteam samt seiner schwangeren Frau zurücklassen musste. Deanna wurde von Inyx in seinem Labor behandelt. Er hat einen Weg gefunden, um das Leben des Babys und ihr eigenes zu retten.

Captain Hernandez informiert sich über die Borg und erkennt gewisse Parallelen mit den Caeliar. So hört sie, ähnlich wie Picard, die Stimmen der Borg, jedoch um ein vielfaches präziser als es bei dem Sternenflottenoffizier je der Fall war. Daher ist es nur logisch, dass sie versuchen will, als “Schein”-Borgkönigin die Bedrohung zu stoppen. Dieser irrwitzige Plan missfällt Picard anfangs sehr, fast könnte man meinen, es handelt sich dabei um verletzten Stolz. Schließlich waren die Borg seit der unliebsamen Begegnung in der TV-Serie und der Assimilierung Picard’s, dessen Intimfeind. Schlussendlich stimmt der Kommandant aus Ermangelung anderer Alternativen dem Plan zu und die vereinten Mannschaften der drei Raumschiffe Enterprise, Titan und Aventine bereiten sich vor, eine Borg-Sonde zu entern. Mit Projektil-Waffen ausgestattet, gelingt es nach einigen, personellen Verlusten bis in das Innerste vorzudringen und das Vinculum (Verarbeitungseinheit und Schnittstelle zum gemeinsamen Borg-Bewusstsein) zu deaktivieren. Allen Sicherheitsbedenken zum Trotz nimmt Hernandez die Rolle der Borg-Königin war und befiehlt das Feuer einzustellen. Aufgrund dieses “Wirrwarrs” an Stimmen, geraten die Drohnen in Panik und attackieren sich teilweise gegenseitig. Ein Sturm aus Schmerz und Verwirrung dringt in Hernandez’ Geist ein. Gerade diese Szene ist auch bedeutend für den Roman, da sie deutlich macht, dass die Borg nach wie vor aus gefangenen Individuen besteht. Erst die langjährig verschollene und isolierte Hernandez macht Picard darauf aufmerksam. Sicherlich ein Moment, an dem auch der geneigte Leser kurz inne hält und über diese Tatsache nachdenkt.

Auch in diesem Roman finden sich einige Rückblenden, welche aber um einiges kürzer und somit interessanter sind als im zweiten Band. Vor allem, da es schlussendlich Aufschluss über die Caeliar gibt. Auf einem eisigen Planeten gefangen, kämpfen einerseits die MACO-Offiziere, anderseits die Caeliar um das Überleben. Die beiden Gruppierungen wollen nicht zusammenarbeiten und so fordert die unwirtliche Umgebung nach und nach ihre Opfer. Also kehren die Menschen zu den Überresten des Stadtraumschiffes zurück und finden dabei keine Wesen mehr vor, zumindestes denken sie das. Ein Caeliar ist noch mehr oder weniger am Leben. Um dieses sicherstellen zu können, absorbiert er die Menschen. Richtig gelesen, absorbiert. Somit erleben wir die Geburtsstunde der Borg. Eine notgedrungene Symbiose aus Menschen und mächtigen Wesen, hat eine tödliche und präzise neue Rasse erschaffen.

Hernandez als neue “Beinahe Borg-Königin” gelingt es mit einer List die angreifenden Borg auszutricksen. Jedoch nur mit Hilfe ihres Caeliar-Gefährten Inyx, welcher sein Volk ebenfalls davon überzeugen muss, dass die Borg im Prinzip Verwandte sind. Nachdem die Borg nach Perfektion streben und dies im sogenannten Omega-Molekül gefunden haben wollen, lockt Hernandez die Borg in den Azur-Nebel. Die Stadtschiffe der Caeliar werden nämlich mit diesem seltenen und gefährlichen Element angetrieben. Durch die gemeinsame Gedankenkraft der menschlichen Frau und ihrer jahrhundertelangen Beschützer, gelingt es Hernandez die Borg zu befreien. Anders als von vielen erwartet oder gar erhofft, werden die kybernetischen Wesen jedoch nicht ausgelöscht. Vielmehr sind die Abermillionen Drohnen nun wieder voneinander unabhängige Individuen und dem Chaos der Selbstständigkeit ausgeliefert.

Ein sehr interessanter Ansatz wie ich meine, der zwar das Feindbild der Borg zerstört hat, nicht jedoch die Thematik in ihrer Gesamtheit. Nicht nur der angerichtete Schaden des Kollektivs sondern vielmehr die ungewisse Zukunft der einzelnen Personen dahinter, birgt enormes Potenzial für zukünftige Romane.
Als Extra gibt es dieses Mal eine Leseprobe zu “Star Trek - Gesetze der Föderation” sowie eine Übersicht der im Buch vorkommenden, Mannschaften und Schiffe.


Fazit:
David Mack ist hier ein grandioser Abschluss seiner “Destiny”-Trilogie gelungen. Erika Hernandez ist somit die Heldin der Geschichte und löst ein jahrzehntelanges Rätsel über die Herkunft der Borg und deren grundlegenden Motive. Vielleicht mag diese Lösung nicht für jeden Leser zufriedenstellend sein, doch in jedem Fall erreichte der Autor damit quasi einen Neustart der Föderation. Daneben gefallen die vielen Zwischenmomente der unterschiedlichen Charaktere und wie diese gesamt auftreten. Eines ist auf jeden Fall sicher. Das Versprechen der Reihe wurde eingelöst: Es bleibt nichts, wie es einmal war!


Star Trek Destiny 3: Verlorene Seelen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

David Mack
Star Trek Destiny 3: Verlorene Seelen
Star Trek Destiny: Lost Souls

Übersetzer: Stephanie Pannen
Erscheinungsjahr: 2010



Autor der Besprechung:
Dominic Schlatter

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 12,8

ISBN:
3941248855

420 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Tolles Finale mit Potenzial für später
  • Gute Charakterentwicklung
  • Das Rätsel um die Borg wurde gelöst
Negativ aufgefallen
  • Leider kein redaktioneller Teil
Die Bewertung unserer Leser für dieses Book
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 09.01.2011
Kategorie: Science Fiction
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