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Vermiss mein nicht

Story:
"Vermiss mein nicht" von Cecelia Ahern handelt von Sandy Shortt, einer ehemaligen Polizistin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, verschwundene Menschen zu finden. Traumatisiert von einem Erlebnis ihrer Kindheit, als eine Schulkameradin spurlos verschwand und monatelang in allen Medien nach dem Kind gesucht wurde, entwickelt die junge Frau ein fast schon krankhaftes Bedürfnis danach, Sachen und Menschen wiederzufinden. Sie richtet ihr ganzes Leben danach aus zu suchen, doch eines Tages geht sie selber verloren.

Meinung:
Der Roman "Vermiss mein nicht" von Cecelia Ahern polarisiert die Leser. Die einen meinen, er sei zu abgehoben, zu fantastisch, zu wirr, während die anderen der Meinung sind, dass dies das ausgereifteste und beste Werk der Autorin ist. Eins steht auf jeden Fall fest: Mit einer einfach zu konsumierenden Liebesgeschichte, wie es die ersten beiden Bücher Cecelia Aherns waren, hat "Vermiss mein nicht" nichts mehr zu tun. Sandy Shortt leidet seit ihrer Kindheit, als eine Klassenkameradin spurlos verschwand, an einer Zwangsstörung, die sie dazu bringt, Verschwundenes zu suchen.

Diese Suche nach verschwundenen Dingen beunruhigt Sandys Eltern und macht ein normales Familienleben fast unmöglich. Jedes Ding im Haushalt der Familie muss an seinem festen Platz sein, damit Sandy nicht das ganze Haus auf den Kopf stellt auf der Suche nach dem verschollenen Gegenstand. Weder die liebevollen Versuche der Eltern, auf ihre gestörte Tochter einzugehen, noch die Betreuung durch den Schulpsychologen helfen dem Mädchen, mit diesen Zwangshandlungen umzugehen.

Sandys Bedürfnis für Ordnung und ihr Zwang, Verschwundenes wiederzufinden, führen sie zu einer Ausbildung als Polizistin. Doch die Tatsache, dass sie einfach nicht loslassen kann und sich verbissen an die Fälle verschollener Personen klammert, ist der Grund dafür, dass sie den Polizeidienst aufgibt und eine Agentur aufmacht. Nun hat sie ihre Besessenheit zum Beruf gemacht, und findet im Namen von Betroffenen verschwundene Menschen. Für diese betroffenen Angehörigen ist diese Besessenheit ein großer Trost, denn hier ist endlich ein Mensch, der ihre Sorgen ernst nimmt und der niemals aufhören wird zu suchen.

Auch Jack Ruttle kommt mit einem Auftrag zu Sandy Shortt. Sein Bruder Donal verschwand ein Jahr zuvor, nach einem Abend, den er mit Freunden verbrachte. Die Polizei und die Familie der Brüder sind inzwischen davon überzeugt, dass man niemals herausfinden wird, was mit dem jungen Mann geschah. Doch Jack kann sein Leben nicht einfach so weiterleben, ohne herauszufinden, was mit seinem kleinen Bruder passiert ist. Die Telefonate mit Sandy haben auch ihm Mut gemacht, dass hier ein Mensch ist, der seine Weigerung seinen Bruder loszulassen versteht. Doch dann erscheint die Ermittlerin nicht zum vereinbarten Treffen und Jack macht sich auf die Suche nach der Frau, von der er hofft, dass sie das Geheimnis um seinen Bruder klären kann.

Auf der Suche nach der verschwundenen Ermittlerin findet Jack mehr über Sandy Shortt heraus als die Menschen, die ihr nahe stehen, über sie wissen. Sandys Familie und ihre wenigen Freunde sind so an ihr Freiheitsbedürfnis, ihre Zwangshandlungen und ihre Eigenheiten gewöhnt, dass sie das Verschwinden der jungen Frau einfach hinnehmen. Jack hingegen, der Sandy erst durch seine eigenen Nachforschungen über sie kennen lernt, ist in der Lage, über ihr exzentrisches Verhalten hinauszusehen und zu erkennen, wie wichtig es ist, dass Sandy gefunden wird, da ihr Verschwinden einfach nicht normal sein kann.

Recht früh in der Geschichte, die in vielen Rückblicken und Sprüngen zwischen den beiden Hauptcharakteren erzählt wird, gelangt Sandy Shortt an einen fantastischen Ort, der "Hier" genannt wird. "Hier" ist zu einem Zuhause für all die verschwundenen Personen und Dinge geworden. Und zu Sandys großem Erstaunen führen die von ihr schon so lange gesuchten Personen ein normales Leben an diesem anderen Ort. Dort endet ihre Suche nach anderen Personen - und dafür beginnt für die junge Frau die Suche nach sich selbst.

Wie gewohnt ist der Schreibstil Cecelia Aherns leicht zu konsumieren und auch wenn sich der Anfang des Buches ein wenig in die Länge zieht, ist der Grundansatz des Romans so reizvoll, dass sich ein Weiterlesen lohnt. Während sich die Autorin für den Beginn der Geschichte sehr viel Zeit lässt und unglaublich viel Mühe in den Aufbau des ungewöhnlichen Charakters der Sandy Shortt investiert, kommt das Ende doch erstaunlich abrupt und dafür leider wenig überraschend. Trotzdem kommt es zu einem zauberhaften Abschluss eines Romans, der eine Herausforderung an die Fantasie des Lesers darstellt und einen auch einmal dazu bringt, etwas mehr Aufmerksamkeit auf die alltägliche Dinge zu richten.

Fazit:
Wer einen leichten Liebesroman erwartet, so wie sie Cecelia Ahern zu Beginn ihrer Karriere geschrieben hat, der wird enttäuscht werden. Dafür erhält der Leser einen fantastischen Roman, der, nicht ohne humorvolle Elemente, zum Nachdenken anregt. Auch wenn der schleppende Anfang ein wenig Durchhaltevermögen erfordert, entschädigt einen doch das Gesamtergebnis dafür. "Vermiss mein nicht" ist auf jeden Fall ein frischer und ungewöhnlicher Roman, der dem Leser einen kleinen Anstoß geben kann, um die alltäglichen Erlebnisse und Dinge einmal neu zu betrachten.


Vermiss mein nicht - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Cecelia Ahern
Vermiss mein nicht
A place called here

Übersetzer: Christine Strüh
Erscheinungsjahr: 2007



Autor der Besprechung:
Konstanze Tants

Verlag:
Krüger Verlag

Preis:
€ 16,90

ISBN:
978-3-8105-0143-1

425 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Interessante Grundidee
  • Liebevoll ausgearbeitete Charaktere
  • Angenehm leichter Schreibstil
Negativ aufgefallen
  • Vorhersehbares Ende
Die Bewertung unserer Leser für dieses Book
Bewertung:
5
(1 Stimme)
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Rezension vom: 25.07.2007
Kategorie: Belletristik
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