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Weil deine Augen ihn nicht sehen

Story:
In dem Krimi "Weil deine Augen ihn nicht sehen" von Mary Higgins Clark werden die dreijährigen Zwillingsmädchen Kelly und Kathy aus dem Haus ihrer Eltern Margaret und Steve Frawley entführt. Während diese aus beruflichen Gründen auf einem Empfang sind, hört die 19-jährige Babysitterin plötzlich Geräusche aus dem Zimmer der beiden Mädchen im ersten Stock. Kaum ist sie die Treppe hochgegangen, wird sie von hinten überwältigt. Als Margaret und Steve nach Hause kommen, werden sie schon von der Polizei und einer unfassbar hohen Lösegeldforderung erwartet. Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das Lösegeld zu beschaffen und die Kinder zu befreien, bevor ihnen etwas passieren kann. Mit Hilfe von Steves Arbeitgeber bringen die verzweifelten Eltern das Lösegeld auf, doch bei der Übergabe läuft etwas schief und so kommt nur die kleine Kelly unversehrt zu ihren Eltern zurück. Doch was mit Kathy passierte, kann nicht zweifelsfrei geklärt werden. Auch wenn die Ermittler der Ansicht sind, dass das kleine Mädchen tot ist, steht doch noch Kellys Aussage im Raum, dass Kathy lebt und ebenfalls nach Hause möchte.

Meinung:
Vorweg muss gesagt sein, dass Mary Higgins Clark in diesem Krimi den Schwerpunkt sehr auf die ungewöhnliche Verbindung der Zwillinge zueinander legt, und wenn der Leser nicht bereit ist zu akzeptieren, dass die Kinder ihre eigene Zwillingssprache entwickelt und eine fast telepathische Verbundenheit zueinander haben, dann kann er das Buch gleich wieder aus der Hand legen. Ist man hingegen bereit, diese besonderen "Zwillingsfähigkeiten" hinzunehmen, dann erwartet einen ein spannender Krimi, den man in einem Zug durchlesen will.

In diesem Roman geht es weniger darum, als Leser mitzuermitteln und herauszufinden, wer denn nun die Täter sind. Die Identität der ausführenden Verbrecher ist von Anfang an bekannt. Einzig der Drahtzieher im Hintergrund gibt Rätsel auf und hier kann man schnell verschiedene Vermutungen anstellen. Aber Mary Higgins Clark schafft es doch, die endgültige Gewissheit über dessen Identität bis kurz vor dem Ende hinauszuzögern. Große Überraschungen gibt es also in dieser Hinsicht nicht, aber trotzdem ist "Weil deine Augen ihn nicht sehen" ungemein spannend.

Die Autorin schafft es, die psychischen und physischen Auswirkungen, die eine solche Kindesentführung auf die Betroffenen hat, glaubhaft und erschreckend darzustellen. Der Leser fiebert mit der Familie und den Ermittlern mit und erlebt, wie die Eltern zwischen Hoffen und Bangen auf die Freilassung ihrer Kinder warten und nach der Rückkehr Kellys ihre Trauer um die andere Tochter so gut wie möglich beiseite schieben, um dem kleinen Mädchen zu helfen, mit diesen schlimmen Erlebnissen fertig zu werden.

Aber nicht nur die Familie ist von der Entführung aus ihrem normalen Leben gerissen worden. Diese kriminelle Tat zieht ihre Kreise bis in die entfernte Nachbarschaft. Da gibt es zum Beispiel den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde, der selbstlos anbietet, als Zwischenhändler bei Verhandlungen mit den Entführern zu agieren und somit nicht nur sein Leben in Gefahr bringt, sondern durch diese Hilfsbereitschaft ins Visier der Ermittler gerät. Oder den nicht ganz sauberen Stiefbruder Steves, der von klein auf von seiner Mutter aus Schwierigkeiten herausgeholt werden musste und dem so eine Tat vielleicht zuzutrauen wäre. Auch in der Firma, die bereit ist, das Lösegeld zu stellen, gerät der eine oder andere Mitarbeiter in eine bedenkliche Situation. Jeder Mensch, der in den Wochen vor der Entführung mit der Familie Frawley Kontakt hatte, wird von der Polizei verdächtigt: Jeder Handwerker, jeder Lieferant, Arbeitskollege und sogar die Verkäuferinnen in den Geschäften, in denen die Mutter einkauft, werden befragt, und bei ihren Untersuchungen wirbeln die Ermittler Dreck auf, den so mancher lieber unter dem Teppich gelassen hätte.

Doch nicht nur die Verdächtigen lässt der Fall nicht los. Auch eigentlich unbeteiligten Personen, die in der Zeitung von der Kindesentführung lesen, geht das Schicksal der kleinen Mädchen nicht aus dem Kopf. Und viele Menschen könnten eigentlich sogar zur Lösung des Ganzen beitragen, wenn ihnen nur bewusst wäre, dass das, was sie gesehen haben, relevant ist. Gerade an diesen zufälligen Wahrnehmungen zeigt die Autorin, dass sie ihre Sache wirklich beherrscht. Denn jede dieser Kleinigkeiten gehört zu den Beobachtungen, die jeder Mensch Tag für Tag macht und über die man nicht weiter nachdenkt. Doch selbst, wenn in jemandem kurz der Gedanke aufkommt, dass es eine Verbindung geben könnte, dann bleibt es bei diesem kleinen Gedanken, denn wer kann schon wirklich glauben, dass diese beinahe alltägliche Szene der entscheidende Hinweis sein könnte und dass man selber die Person ist, die die Lösung in der Hand hat?

Fazit:
Wer als Leser mit den beschriebenen besonderen Fähigkeiten der Zwillingsmädchen leben kann und nicht unbedingt bei einem Krimi mit den Ermittlern zusammen den Fall lösen möchte, den erwartet mit Mary Higgins Clarks Roman "Weil deine Augen ihn nicht sehen" ein wirklich fesselndes Buch. Gerade die detaillierten Darstellungen der Folgen einer solchen Kindesentführung auf die daran beteiligten Personen machen das Buch miterlebbar und wirklich empfehlenswert.

Weil deine Augen ihn nicht sehen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mary Higgins Clark
Weil deine Augen ihn nicht sehen
Two Little Girls in Blue

Übersetzer: Andreas Gressmann
Erscheinungsjahr: 2006



Autor der Besprechung:
Konstanze Tants

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 19,95

ISBN:
978-3-453-01790-0

396 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Gelungene Darstellung der Folgen einer Entführung
  • Spannende Schreibweise
  • Detaillierte Charaktere
Negativ aufgefallen
  • Der Leser kann den Fall nicht selber lösen
  • Übersinnliche Tendenz ist Geschmackssache
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Rezension vom: 18.06.2007
Kategorie: Krimi
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