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Der Erbe des Skorpions

Story:

In der umfangreichen Splashbooks-Datenbank finden sich bereits einige Bücher von Torsten Fink, der mittlerweile zu einer festen Größe im unter den deutschen Fantasy-Autoren geworden ist. Der in Mainz lebende Autor hat eine Karriere als Texter, Journalist und Kabarettist hinter sich und hat bereits zwei Roman-Trilogien veröffentlicht. Zum einen "Die Tochter des Magiers" und zum anderen die Schattenprinz-Reihe.

Die drei Bände rund um den Assassinen Sahif der zu den sagenumwobenen "Schatten" gehört durfte ich bereits für Splashbooks vorstellen. Die fantastische vom Autor erdachte Welt rund um das Goldene Meer und den ewigen Konflikt der beiden Hauptkontrahenten dem Seebund und Oramar scheint sich bei der Leserschaft so großer Beliebtheit zu erfreuen, dass abseits der Trilogie nun nach "Tochter schwarzen Stadt" der zweite Einzelroman erscheint, der ebenfalls in dieser Welt spielt.

Weltreiche und Bruderkriege
Oramar ist in der Welt um das Goldene Meer so etwas wie eine Supermacht. Leider ist das Reich nach den Ereignissen am Ende der Schatten-Trilogie (Sorry für den Spoiler) führerlos. Der große Skorpion - Herrscher des Imperiums - ist tot und es beginnt ein grausamer Bruderkrieg, wie er im ungeschriebenen Gesetz der Skorpione vorgeschrieben ist. Einer der Hauptprinzen (also ein Sohn der legitimen Hauptfrauen des Padischas) ist Prinz Weszen, der gute Chancen hat der neue starke Mann in Oramar zu werden, wären da nicht noch 8 Brüder von denen sich 7 verbündet haben und unzählige Bastarde. So viel zur politischen Lage.

Ein unbedeutender Jäger mit besonderen Fähigkeiten
Bereits mit Alena der Kleinkriminellen, die in "Tochter der Schwarzen Stadt" zur Prinzessin wird und mittlerweile übrigens die Fraus Weszens ist und auch mit Sahifs-Begleiterin in der Schatten-Trilogie, einer einfachen Köhlerstochter, stellte der Autor scheinbar unwichtige Personen in den Mittelpunkt des Geschehens. Auch Jarok, der unfreiwillige Held dieses Romans, arbeitet zunächst nur als Falkner im Gefolge des großen Skorpions. Nach dessen Tod tritt er in die Dienste Prinz Weszens, dem Jaroks Fähigkeiten auffallen. Der junge im wilden Bergland Damatien geborene Jäger, rückt Schritt für Schritt erst in die Stadtwache und schließlich in die Leibgarde des Prinzen auf. Diese steile Karriere verdankt er nicht zuletzt der Fähigkeit Spuren zu lesen, die andere nicht sehen. Das meint nicht nur Fußspuren, sondern auch Menschen die lügen, Orte an denen Magie benutzt wurde und vieles mehr. Kurzum, Jarok hat einen 6. Sinn für Gefahr und die Jagd doch darüber hinaus hütet er noch ein weiteres Geheimnis.

Vom Leibwächter zum Attentäter
Je näher der rechtschaffene junge Mann dem immer grausamer werdenden Prinz Weszen kommt, desto sicherer ist er sich, dass dieser über kurz oder lang vollkommen wahnsinnig wird. Der Prinz geht mit bestialischer Strenge gegen seine Brüder und deren Familien vor, aber misstraut mit jedem Schritt den er dem Thron des Padischahs näher kommt, auch zunehmend seinem Gefolge. Über kurz oder lang ist kaum einer sicher vor den paranoiden Wahnvorstellungen des Beinahe-Herrschers, die meistens mit dem plötzlichen Ableben desjenigen Enden. Als der "Stier", so der Spitzname des Prinzen, eine Liste aller Bastardkinder seines sehr aktiven Vaters anfertigen lässt, hegt Jarok den berechtigten Verdacht, dass es sich um eine Todesliste handelt. Es wird Zeit für ihn sich abzusetzen, denn auch sein Name steht aller Wahrscheinlichkeit nach auf dieser Liste.

Unser Held flüchtet nach Damatien und begegnet nach all den Jahren im Exil seiner Mutter, einem Volk dem er sich zunächst sehr fremd fühlt und einer alten Legende die dafür sorgt, dass er zusammen mit dem letzten Skorpionsprinzen neben Weszen plötzlich an der Spitze eines großen Heeres steht.



Meinung:

Den Blick aufs Wesentliche
Im Vergleich zu den anderen Romanen von Torsten Fink fällt schnell auf, dass die Handlung immer bei Jarok bleibt. Es gibt nicht drei, vier oder mehr Personen aus deren Perspektive die Geschichte etappenweise erzählt wird, bis alle sich früher oder später Treffen. Jarok steht im Zentrum des Geschehens und zwar die ganze Zeit. Auch wenn der Autor es versteht mehrere Handlungsstränge am Laufen zu halten, den Überblick zu bewahren und jeden einzelnen davon spannend zu gestalten, gelang ihm das meiner Meinung nach nicht immer ("Tochter der Schwarzen Stadt") und so sehe ich die Beschränkung auf eine einzige, "erzählende" Hauptfigur als zumindest erfrischend an. Natürlich verlangt das, dass wir als Leser die Hauptfigur so spannend finden, dass wir gewillt sind ihr die ganze Zeit zu folgen.

Ein glaubwürdiger Protagonist
Der junge Jäger funktionierte für mich als Held sehr gut. Er agiert rechtschaffen und versucht stets seinem Gewissen zu folgen, was bereits deutlich mehr Moralität offenbart, als nahezu alle seine Mitstreiter vorweisen können - von seinem treuen Eisgreifen Hrima abgesehen, die ihn überallhin begleitet. Dieser Vogel ist neben den besonderen Fähigkeiten Jaroks ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, das die leicht wehmütige Note des unfreiwilligen Helden unterstreicht. Der junge Mann hadert mit seiner Vergangenheit, aber auch mit Entscheidungen, die er in Zukunft zu treffen gezwungen sein wird. Der Blick zu dem häufig weit über ihm in relativer Freiheit kreisenden Vogel trägt den Wunsch nach weniger vorgezeichneten Wegen in sich.

Bekannte rund ums Goldene Meer
Der Erbe des Skorpions ist als Einzelroman gut lesbar. Aber in den vollen Genuss der Geschichte kommt man am ehesten wenn man die Schatten-Trilogie kennt. Weniger wichtig ist es die Tochter der schwarzen Stadt zu kennen. Zum einen sind die politischen Verwicklungen von Anfang an klar und müssen nicht erst im Verlauf der Geschichte erschlossen werden. Zum Anderen tauchen einige alte Bekannte auf, deren Fähigkeiten man ganz anders einschätzen kann, wenn man sie bereits in Aktion erlebt hat. Da wären zum Beispiel Meister Iwar, der mächtige Schatten, der auch ein Meister der Flamme ist oder Aber Faran Ured der kauzige Wassermeister einer mächtigsten Magier und meine erklärte Lieblingsfigur in der Schatten-Trilogie und wenn man ganz genau aufpasst, darf man sich auch auf ein Widersehen mit Sahif dem Helden der Assasinen-Reihe freuen.

Sprachlich liefert der Autor mehr vom Bekannten, was dem einen Leser gut und einem anderen weniger gefallen mag. Ich würde die Schreibweise als relativ sachlich beschreiben. Schnörkelige Beschreibungen von Landschaften oder Charakteren sucht man vergeblich auch wenn Torsten Fink sich beispielsweise mit einer plastischen Beschreibung Ugirs (der Stadt in der Weszen regiert) große Mühe gegeben hat. Die starken Seiten des Romans sind definitiv Jaroks Entwicklung, der Plot an sich und die Dialoge zwischen den Figuren.



Fazit:

Wer die Schatten-Trilogie mochte, der darf hier ohne Bedenken zugreifen. Weniger Erzählstränge, aber dennoch viel Vertrautes.

Wer besonders stimmungsvolle, atmosphärisch fein ausgearbeitete High-Fantasy-Settings wie beispielsweise Game of Thrones mag und sich den Schuppenpanzer des Antagonisten genau vorstellen möchte, der wird vielleicht etwas atmosphärischen Tiefgang vermissen.



Der Erbe des Skorpions - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Torsten Fink
Der Erbe des Skorpions
Erscheinungsjahr: Juni 2015



Autor der Besprechung:
David Weigel

Verlag:
Blanvalet

Preis:
€ 13,99

608 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Wieder am Goldenen Meer
  • Sympatischer, glaubhafter Protagonist
  • Spannender Plot mit Überraschungen
  • Alte Bekannte und damit Antworten auf offene Fragen
Negativ aufgefallen
  • Etwas mehr bildliche Beschreibungen wären noch atmosphärischer
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Rezension vom: 28.12.2015
Kategorie: Fantasy
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