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Die Kinder des Gral

Story:

Anno 1244 ist Europa in Aufruhr: Vom fernen Sizilien aus, herrscht Friedrich II. mit eiserner Hand über das Heilige Römische Reich. Im ewigen Rom regiert Innozenz IV. über eine Kirche, die sich immer mehr in weltliche Politik einmischt. In dieser Zeit folgt der französische König Ludwid IX. dem Ruf des Papstes und sendet ein Heer gegen die Festung Montségur, dem letzten Rückzugsort der Anhänger der katharischen Religion, die die römisch-katholische Kirche als ketzerisch einstuft. Während dieser Belagerung, werden die Kinder Roc und Yeza in einer Nacht und Nebelaktion heimlich aus der Festung Montségur gebracht. Sie sind das eigentliche Ziel des Kirchenheeres, weil sie als die Erben des sagenumwobenen Grals gelten und daher für den Papst von größter Wichtigkeit sind. Eher zufällig gerät der Franziskanermönch William von Roebruk in die Begleitung des prominenten Nachwuchs, und damit mitten in einen Konflikt zwischen Kaiser und Kurie, christlichen Rittern, islamischen Assassinen und einem unheilvollen Geheimbund. Fortan geht es um imperiale Machtinteressen und einen großen Plan, der die Welt verändern könnte...



Meinung:

Mit "Die Kinder des Gral" hat es Autor Peter Berling geschafft, historische Orte und reale Personen mit der fiktiven Gralsgeschichte zu verweben. Ohne historische Kenntnisse ist es oft schwer zu sagen, welche Ereignisse wirklich geschehen sind und welche Personen wirklich gelebt haben, welche Elemente als reine Fiktion der Vorstellungskraft des Autors entsprungen sind und an welcher Stelle hinzugedichtet wurden. Insgesamt hat Berling ein reizvolles Szenario vor historischem Hintergrund geschaffen, welches schnell an Fahrt aufnimmt und Bereits zu Beginn reich an Spannung ist, die sich durch den gesamten Band wie ein roter Faden zieht. Die Figur des Franziskaner William von Roebruk ist nicht erfunden. Dieser machte sich einen Namen als Forschungsreisender, der um das Jahr 1250 herum den fernen Osten und Zentralasien erkundete. Im Auftrag König Ludwigs IX., trat er eine Reise in den fernen Osten an. Ein halbes Jahr nachdem William von Roebruk an der Seite eines Ordensbruder mitsamt Diener in Konstantinopel eintraf, begab er sich auf die weitere Reise nach Zentralasien. 1254 erreichte er die mongolische Hauptstadt Karakorum und durfte sich mit Erlaubnis des damaligen Großkhans Möngke Khan, einem Nachfolger des Dschingis Khan, ein halbes Jahr an dessen Hof aufhalten. William von Roebruk war damit einer der ersten Europäer die das mongolische Reich bereisten.

Ein Großteil der Erlebnisse aus "Die Kinder des Gral" basiert auf den Reiseberichten des Mönches und verleiht der Geschichte damit mehr Glaubwürdigkeit und Authentizität.

Die altertümliche Sprache, durchsetzt mit lateinischen, griechischen, französischen und arabischen Begriffen, drosselt das Lesetempo ungemein und wirkt oft sperrig. Ständiges Blättern ins Glossar, in dem jeder Begriff übersetzt und erklärt wird, ist unumgänglich.

Auch die Vielzahl an Protagonisten lässt den Leser teilweise schwindelig werden. Das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches hilft sicherlich, trotzdem wirkt die Geschichte überladen an Charakteren. Nicht selten muss ein Satz oder gar der ganze Absatz wiederholt gelesen werden, um alle Informationen aufnehmen zu können. Dies hemmt den Lesefluss erheblich. Detailverliebte Leser kommen gänzlich auf ihre Kosten, andere wird die mühsame Lektüre verschrecken.

Peter Berling schafft es sowohl erotische Szenen als auch Kampfszenen, die jeweils in Hülle und Fülle während der Geschichte immer wieder aufkommen, sowohl blumig und doch explizit zu schreiben.

All diese Punkte verhindern jedoch nicht, das Berling eine spannende Geschichte erzählt, die den Leser packt, an den Roman bindet und ihn das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Zu fesselnd ist die Frage nach dem Schicksal der pfiffigen Kinder und dem etwas schwerfälligen, aber liebenswerten Franziskanermönch. In dem Buch befinden sich zur Orientierungshilfe zwei Europakarten, die zur Verfolgung der zu damaligen Zeiten enorm umfangreichen Reise dienen. Sowohl fiktive Orte, wie die Templerniederlassung bei Rennes-le-Châteu, als auch historische Bauten, wie der Montségur im französischen Languedoc, oder das Castel del Monte im ehemaligen staufischen Süditalien, dienen als Stationen der Reise.

"Die Kinder des Gral" bildet den Auftakt in eine fünf Bücher umfassende Reihe um die Gralsmythologie. Der so genannte "Grals Zyklus" besteht aus den Nachfolgebänden "Die Kinder des Gral", "Das Blut der Könige", "Die Krone der Welt", "Der schwarze Kelch" und "Der Kelim der Prinzessin".

Fazit:

Wen die 736 Seiten lange Geschichte - sowie die dazugehörigen 26 Seiten Anhang inklusive Karten, Personenverzeichnis, Übersetzung und Hintergrundwissen - nicht von Beginn an abschreckt, findet in Peter Berlings "Die Kinder des Gral" einen spannenden Historienroman, der trotz wenig leichter Zugänglichkeit immensen Reiz ausstrahlt.

Nachdem sich der Leser mit Berlings Formulierweise und dem ständigen Nachschlagen im Glossar vertraut gemacht hat, erwartet ihn ein ansprechender Roman. Dieses Buch ist keine Lektüre, die nebenbei zum Zeitvertreib taugt, sondern bedarf intensiver Beschäftigung. Wer sich damit arrangiert und die Konzentration erbringt, erlebt eine gute Geschichte, die zwar zeitintensiv, aber auch höchst informativ und nicht zuletzt unterhaltsam ist.



Die Kinder des Gral - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Peter Berling
Die Kinder des Gral
Übersetzer: 978-3404120604
Erscheinungsjahr: 28. September 2009



Autor der Besprechung:
Marcus Kapfer

Verlag:
Bastei Lübbe

768 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Spannender Historienroman
  • Informativ und unterhaltsam
Negativ aufgefallen
  • Sperrige Schreibweise
Die Bewertung unserer Leser fr dieses Book
Bewertung:
3
(1 Stimme)
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Rezension vom: 31.03.2014
Kategorie: Historisches
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