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Alexandria

Story:
Das antike Alexandria zur Zeit Kaiser Vespasians. Eigentlich ist Marcus Didius Falco, Privatermittler und gelegentlich kaiserlicher Agent, mit seiner Familie nur als Tourist in die äyptische Metropole gereist. Die Einladung eines Onkels, den es nach einigen Wirren dorthin verschlagen hatte, ermöglicht Falco und Helena eine lang erträumte Bildungsreise zu den Pyramiden, dem Leuchtturm von Pharos und anderen Weltwundern.

Aber kaum ist der Detektiv angekommen, sieht er sich mit einer Leiche konfrontiert. Bei einem festlichen Abendessen im Haus des Onkels ist auch der Leiter der legendären Bibliothek von Alexandria zu Gast. Am nächsten Morgen findet man ihn tot in seinem verschlossenen Büro. Falco muss nicht nur den Verdacht zerstreuen, dass jemand aus seiner Familie die Finger im Spiel haben könnte. Sein Ruf als kaiserlicher Agent ist ihm außerdem vorausgeeilt, und die örtlichen Behörden sind nur zu froh, im die Ermittlungen (und damit die Verantwortung) übertragen zu können. Falco muss klären, ob der oberste Bibliothekar eines natürlichen Todes gestorben ist oder ob jemand nachgeholfen hat. Und tatsächlich scheint am Museion nicht alles so zu laufen, wie es einer Institution dieses Ranges eigentlich gemäß wäre...

Meinung:
Im Moment macht es nicht den Eindruck, als ginge es mit den Abenteuern von Marcus Didius Falco auf Deutsch so bald weiter. Der bislang letzte Band bei Droemer Knaur, Mord im Atrium, ist schon vor längerer Zeit erschienen, und eine deutsche Ausgabe von Band 19 ist nicht in Sicht. Aber es bleibt natürlich immer der Griff zum britischen Original, und um genau dieses geht es hier.

Bereits auf den ersten Seiten zeigt sich, dass Falco auf Englisch sogar noch mehr Freude macht als in der Übersetzung. Die lakonische Sprache des Ich-Erzählers bekommt im Original noch eine große Portion zusätzlich dessen, was der Brite wohl "tounge in cheek" nennen würde - Augenzwinkern, Ironie, reichlich Seitenhiebe. Wie gewohnt spart Falco nicht mit bissigen Bemerkungen über alles und jeden, inklusive seiner selbst. Für Humor ist also großzügig gesorgt.

Gleichzeitig ist der Leser emotional nochmal ein Stück "näher dran". Wenn Falco beispielsweise erfährt, dass ein bestimmter, nicht gerade heftig geliebter Verwandter sich der kleinen Reisegruppe anschließen wird, könnte auch so manchem Leser ein spontanes "Och nö, der muss jetzt nicht sein" entfahren. Nicht weil man die betroffene Figur etwa so langweilig finden würde, sondern weil man Falcos Abneigung gegen ihn und seine Enttäuschung über die Nachricht so gut nachempfinden kann.

Der Kriminalfall tritt, wie öfter in der Reihe, etwas in den Hintergrund. Falco ermittelt zwar nahezu von der ersten bis zur letzten Seite. Das nutzt die Autorin aber häufig als Aufhänger für ausführliche Beschreibungen von Land und Leuten oder für kleine Episoden mit dem Detektiv und seiner Familie. So richtig rasant und spannend wird es entsprechend erst gegen Ende. Das heißt aber nicht, dass das Buch bis dahin nicht lesenwert wäre, eher im Gegenteil. Es macht wie (fast) immer einfach Freude, Falco und den seinen auf ihren Wegen zu folgen. Besonders langjährige Leser - "Alexandria" ist immerhin schon Band 19 der Serie - werden das Wiedersehen mit den altvertrauten Charakteren genießen.

Was die historische Genauigkeit angeht, fallen auch dem vorgebildeten Laien keine groben Schnitzer auf. Inwieweit die verschiedenen Amtsträger des Museion, denen man im Laufe der Geschichte begegnet, auch in den Geschichtsbüchern zu finden sind, sei dahingestellt. Für den Spaß an der Geschichte spielt es so oder so keine große Rolle.

Theoretisch kann man "Alexandria" als Einstieg in die Abenteuer von Marcus Didius Falco lesen. Man würde aber viele Anspielungen verpassen, wenn man die wechselvolle Hintergrundgeschichte von Falco, Helena und beider Familien nicht kennt. Ganz abgesehen davon, dass auch die vorherigen Bände der Serie beinahe durch die Band lesenswert sind. Für sehr junge Leser ist der Roman eher nicht geeignet. Die grausamen Szenen halten sich zwar in Grenzen, aber es ist immer noch ein Krimi, in dem gemordet und gestorben wird.

Um all das verstehen und genießen zu können, reicht ein mittelprächtiges bis gutes Schulenglisch, das noch nicht allzulange verschüttet ist, aus. Natürlich wird man immer wieder auf unbekannte Vokabeln stoßen, aber die allermeisten dieser Wissenslücken bringen den Lesefluss nicht wirklich ins Stocken. Und wenn doch, oder wenn der Leser die Gelegenheit zu einem kurzen Aufpolieren der eigenen Sprachkenntnisse nutzen möchte, ist das nächste Wörterbuch sicher nicht weit.

Fazit:
Eine deutsche Version der noch ausstehenden Falco-Romane scheint nicht in Sicht, aber auch für hiesige Leser ist die britische Originalausgabe von "Alexandria" einen genaueren Blick wert. Lindsey Davis spielt wieder einmal ihre Stärken aus, auch wenn der Kriminalfall hinter den Schilderungen von Land und Leute nur die zweite Geige spielen darf.

Alexandria - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lindsey Davis
Alexandria
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2009



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Arrow / Cornerstone Publishing

Preis:
€ ca. 8,80

ISBN:
978-0099515623

355 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ein angenehmes Wiedersehen mit altvertrauten Charakteren
  • Falco ist im englischen Original nochmal ein Stück amüsanter als in der deutschen Übersetzung
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 25.07.2013
Kategorie: Historisches
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