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Über den Dächern von London

Story:
Auf der Suche nach einer guten Story stößt der Drehbuchautor Robert Linden auf eine Gruppe von Aussteigern. Sie haben sich auf den Dächern von London eingerichtet und gleiten an Nylonseilen von Gebäude zu Gebäude. Robert ist fasziniert und dringt immer weiter in die "Dachwelt" ein. Über der Stadt hat sich inzwischen eine eigene Gesellschaft herausgebildet, mit ihren eigenen Regeln – und eigenen Gefahren. Denn während einige damit zufrieden sind, nicht mehr den Konventionen der verachteten Gesellschaft unterworfen zu sein, haben andere den "Ameisen" am Boden den Krieg erklärt. Und um ihren Herrschaftsanspruch durchzusetzen, ist ihnen jedes Mittel recht.

Meinung:
Die Hauptfigur in diesem Roman ist nicht Robert Linden. Auf den ersten Blick mag das so scheinen, aber eigentlich steht im Zentrum von allem die Stadt als solches. Man könnte "Über den Dächern von London" als Urban Horror bezeichnen, in Anlehnung an den oft zitierten Begriff der Urban Fantasy. Denn während letztere eine "klassische" Fantasyhandlung in die Großstadt verlagert, tut diese Geschichte etwas ähnliches im Horrorbereich. Und die große Gefahr, das Monster, das ständig im Hintergrund lauert, ist im Endeffekt die Stadt selbst.

Fowler schafft es, immer wieder ein Gefühl der Anspannung zu vermitteln, egal ob gerade etwas "passiert" im Roman oder nicht. Das zieht sich nicht durch das gesamte Buch, aber hält den Leser auf den sprichwörtlichen Hinterfüßen. Man hat stets das Gefühl, dass den Figuren von irgendwoher Gefahr droht. Ein unfreundlicher Passant, der einen umrennt. Ein Räuber, der einem mit vorgehaltenem Messer die Brieftasche abnimmt. Oder ein grausamer Tod über den Dächern der Stadt. Letzteres kommt durchaus öfter vor, denn einer der Anführer innerhalb der Dachwelt hat eine Vorliebe für blutrünstige Hinrichtungen, aus denen er regelrecht sadistisches Vergnügen gewinnt. Diese, um es so zu formulieren, erfindungsreichen Todesarten und die scheinbare Unaufhaltsamkeit, mit der er seine Macht ausbreitet, tragen ebenfalls bedeutend zum Horror "Über den Dächern von London" bei.

Die Charaktere treten darüber eher in den Hintergrund. Robert, Rose, Inspektor Hargreaves, Sarah und die anderen werden nur soweit ausgebaut wie es notwendig ist. Die Perspektive wechselt ebenfalls häufig, der Leser folgt der Geschichte immer wieder durch neue Augen. Auch die wortwörtliche Perspektive, der Blick auf die Stadt, fügt sich in dieses Bild: Oft sieht man die Stadt von oben (kein Wunder, bei einer Geschichte, die auf den Dächern spielt), und ganze Stadtviertel liegen wie Modelldioramen vor dem Leser. Die einzelne Person irgendwo in den Straßen ist nicht weiter wichtig.

Das könnte man auch über den ganzen Roman sagen: Während des Lesens sorgt der Autor für genügend Spannung und Grusel, um eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Aber nachdem man die Buchdeckel wieder zugeklappt hat, wird man sich der nächsten Geschichte zuwenden, ohne noch allzuviel über "Über den Dächern von London" nachzudenken. Es ist etwas wie bei einer Fernsehserie, wo es vor der aktuellen Folge eine andere gab und danach noch einer weitere geben wird.

Für Christopher Fowler war dieser Roman der erste, dem noch diverse weitere folgten. Zuvor hatte der in London geborene Autor bereits einige Geschichtensammlungen veröffentlicht. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die zehn Bände mit den Abenteuern der Ermittler Bryant & May.

Fazit:
Ein spannender Horrorroman über eine Welt über der Großstadt, die Gefahren nicht nur für ihre Bewohner birgt. Die eigentliche Hauptfigur ist die Metropole London. Dadurch geraten jedoch die Charaktere aus dem Blickpunkt, was der Langlebigkeit der Geschichte nicht gut tut. "Über den Dächern von London" liest sich gut, ist danach aber recht schnell vergessen.

Über den Dächern von London - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Christopher Fowler
Über den Dächern von London
Roofworld

Übersetzer: Harro Christensen
Erscheinungsjahr: 1992



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Bastei Lübbe

ISBN:
3-404-13388-9

350 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Der Autor schafft es, die Stadt als solche zur Bedrohung zu machen
  • Die Todesarten sind, sagen wir, kreativ
Negativ aufgefallen
  • Nach dem Lesen hat man den Roman recht schnell wieder vergessen
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Rezension vom: 03.09.2012
Kategorie: Horror
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