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Kein Winter für Wölfe

Story:
Als im Jahr 1893 der Winter verfrüht kam, wurde davon unter anderem eine Flotte an Walfängern überrascht. 275 Männer droht der Hungerstod, weshalb eine Rettungsaktion ohne gleich anläuft. Angeführt von dem Steuermann Jarvis soll eine Herde an Rentieren 1500 Meilen bishin zu den Schiffen getrieben werden. Ein wagemutiges Unterfangen und der Auftakt zu einem Abenteuer der besonderen Art.

Meinung:
Dramatische Rettungsaktionen verlieren nie an Reiz. Im Gegenteil: Je mehr Zeit seit ihrer Durchführung vergeht, umso faszinierender werden sie. Besonders bei Ereignissen um die vorletzte Jahrhundertwende fragt man sich, wie diese Menschen es schafften. Die Antwort liefert "Kein Winter für Wölfe".

Kurt Lütgen wurde 1911 in Glietzig (Pommern) geboren. Er wuchs in Magdeburg auf und studierte Germanistik, Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Halle. Nach einer Ausbildung zum Buchhändler war er als Journalist und freier Verlagslektor in Essen tätig. Als der Zweite Weltkrieg vorüber war, wurde er Autor und freiberuflicher Übersetzer. Hauptsächlich schrieb er Jugendbücher über exotische oder historische Ereignisse. Er starb 1992 in Bad Salzuflen.

Im Jahr 1893 kommt der Winter überraschend früh. Besonders im hohen Norden ist man teilweise nicht vorbereitet. So friert eine Walfangflotte in der Davisstraße ein. Der Präsident der vereinigten Staaten beschließt deshalb eine Hilfsaktion, um ihnen zu helfen. Zuerst soll ein Eisbrecher zu ihnen vordringen, doch ist dies nicht möglich. Da hat der Steuermann Jarvis einen wagemutigen und tollkühnen Plan. Gemeinsam mit dem Arzt MacAllen bricht er zu einer Expedition auf.

Das Ziel ist es, eine Rentierherde zusammenzustellen und die 1500 Meilen über Gebirge und Tundra zu den Verlorenen zu treiben. Doch der Plan lässt sich nicht so leicht umsetzen. Zum einen gibt es Menschen, die nicht bereit sind, auch nur ein klein wenig zum Gelingen der Expedition beizutragen. Zum anderen stoßen sie immer wieder auf andere Verzweifelte, die in ihrer Not zu allem fähig sind.

Im Laufe seines Romans spielt der Autor auf bestimmte Ereignisse an, bei denen man als Durchschnittsleser nicht weiß, ob sie wirklich stattfanden. So spielt ein Teil seiner Handlung in der Vergangenheit statt und schildert die Expedition eines Lord Eckersleys, der 1867/68 in Labrador nach dem "Haus der Wassergeister" suchte. Es lässt sich leider nicht feststellen, ob diese geschilderten Abenteuer wirklich passierten.

In jedem Fall versteht sich Kurt Lütgen darauf, eine stimmige Atmosphäre aufzubauen. Stellenweise meint man fast, wie die Kälte aus den Buchseiten kriecht und einem in die Hände beißt. Es mag nicht sicher sein, ob der Autor die historischen Ereignisse erfunden hat oder nicht. Aber sicher ist, dass er den Leser perfekt in die damalige Zeit mit all ihren Facetten mitträgt.

Leider gerät der Roman stellenweise sehr langatmig. Besonders dann, wenn er seitenlang die vergangenen Erlebnisse seiner Protagonisten schildert, ist man versucht, den Band zuzuklappen. Denn die Generalhandlung, die eigentlich das Interesse beim Leser auslöst, gerät ob dieser extensiven Rückblenden, komplett in den Hintergrund.

Es ist nicht so, dass die Schilderung aus der Vergangenheit nicht interessant wäre. Nur ist das Problem, dass man den Eindruck hat, dass sie gut und gerne auch eigene Romane hätten tragen können. Wodurch wiederrum man meint, dass der Hauptplot doch wohl etwas dünn gewesen sein muss, wenn Lütgen auf eine solche Maßnahme zurückgreift.

Am Ende ist der Roman am besten "Für Zwischendurch" geeignet.



Fazit:
Trotz einer guten, historischen Atmosphäre gelingt es Kurt Lütgens "Kein Winter für Wölfe" nicht, vollständig zu überzeugen. Durch die extensiven Rückblenden wird der Hauptplot zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Und man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass hierdurch eben jener sehr dünn erscheint.

Kein Winter für Wölfe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Kurt Lütgen
Kein Winter für Wölfe
Erscheinungsjahr: 1987



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Arena Verlag

ISBN:
3-401-01169-3

223 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Historisch stimmige Atmosphäre
Negativ aufgefallen
  • Extensive Rückblenden
  • Hauptplot wirkt dadurch sehr dünn
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Rezension vom: 10.01.2012
Kategorie: Rezensionen
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