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Amelia Peabody 02: Der Fluch des Pharaonengrabs

Story:
Seit den Ereignissen von Im Schatten des Todes sind mehrere Jahre vergangen. Peabody und Emerson sind verheiratet, haben einen keinen Sohn und leben in Kent. Allerdings ecken sie mit ihre unkonventionellen Art regelmäßig bei der viktorianischen englischen Provinzgesellschaft an, und am liebsten würden beide ohnehin nach Ägypten zurückkehren und sich wieder archäologischen Ausgrabungen widmen. Daher nehmen sie das Angebot von Lady Baskerville nach einigem Zögern an.

Deren Ehemann, Sir Henry Baskerville, war ein großer Förderer der Ägyptologie. Bei einer von ihm finanzierten Expedition im Tal der Könige wurde ein Grab mit noch unverletzten Siegeln gefunden. Die einheimische Bevölkerung protestierte dagegen, dass man die Ruhe der Toten störe, und bald machten Geschichten über einen Fluch die Runde: Wer sich an dem Grab vergreife, sei des Todes. Und tatsächlich starb Lord Baskerville einige Zeit später unter ungeklärten Umständen, und sein archäologischer Experte verschwindet spurlos. Nun bittet seine Witwe, Lady Baskerville, Emerson um Hilfe. Er soll die Hysterie um den angeblichen Fluch eindämmen und die Ausgrabungen zu Ende führen.

Weder Emerson noch Peabody glauben an Flüche, aber wie beweist man den abergläubischen Arbeitern, dass ihnen keine Gefahr droht? Zum Beispiel, indem man den Tod von Lord Baskerville aufklärt. Aber das ist leichter gesagt als getan, und bald gibt es weitere Opfer des "Fluchs".

Meinung:
Die Protagonistin ist die Heldin. Was sich nach einer absoluten Binsenweisheit anhört, charakterisiert den zweiten Band aus Elizabeth Peters' Peabody-Serie jedoch ziemlich genau. "Der Fluch des Pharaonengrabs" lebt vor allem von Peabodys ungewöhnlichen Aktionen und ihren Kommentaren zum restlichen Personal und deren Handlungen. Speziell die Kabbeleien mit ihrem nicht minder eigensinnigen Ehemann machen einfach Spaß. Im Vergleich dazu wirken die anderen Figuren und der Kriminalfall um den angeblichen Fluch fast schon wie Kulisse.

Die Geschichte wird vielen Lesern bekannt vorkommen. Ein adliger Förderer der Archäologie und ein Ägyptologe, die auf ein noch nicht ausgeraubtes Grab aus der Pharaonenzeit stoßen, Gerüchte über einen Fluch, unerklärte Todesfälle – Vorbild waren offenkundig die Geschehnisse um die Entdeckung des Grabs von Tutanchamun. Lord Baskerville kommt wie im realen Leben Lord Carnavon nach Ägypten, weil dort das Klima für seine Gesundheit besser ist, und beginnt sich bald für die Ausgrabungen zu interessieren. Nach seinem Tod übernahm seine Ehefrau, Lady Almina, die Grabungslizenz. Inwieweit Lady Almina darüber hinaus als Vorbild für die Lady Baskerville des Buches diente, sei hier einmal dahingestellt.

Der Kriminalfall plätschert eher im Hintergrund vor sich hin, und die Auflösung am Ende kommt etwas kraftlos daher. Da sie aber wie gesagt eher Mittel zum Zweck sind, stört das den Leser nicht wirklich. Der freut sich eher, noch mehr Amelia und Emerson geboten zu bekommen, ist die Fortsetzung doch mehr als doppelt so dick wie der erste Band der Reihe. Die Einführung des kleinen Walter, genannt Ramses, zu Beginn des Buchs verspricht einiges für die Zukunft. Er hat unverkennbar die Intelligenz und das Interesse für die Archäologie, aber auch den Sturkopf gleich von beiden Elternteilen geerbt. In dieser Geschichte wird er noch in England bei Tante und Onkel zurückgelassen, aber man kann davon ausgehen (und darauf hoffen), dass er in späteren Bänden gehörig mitmischen wird.

Bis dahin sorgen seine Eltern für genügend Wirbel. Sowohl in England als auch in Ägypten kümmern sie sich selten um irgendwelche Konventionen. Emerson ist nicht ohne Grund als "Vater der Flüche" gefürchtet; wenn er etwas will, wagt kaum jemand, es ihm zu verweigern. Peabody überlegt schon mal, ob es wirklich so völlig unschicklich wäre, ein sehr nerviges Frauenzimmer mittels einer Brandyflasche ruhigzustellen. Wer sich in die Bewußtlosigkeit getrunken hat, ist jedenfalls still. Und der schnellste Weg führt im Zweifel durch das Schlafzimmerfenster. So manche Szene wird den Leser mindestens zum lauten Kichern bringen, etwa wenn die beiden einen ungeliebten Funktionär in der ägyptischen Antikenverwaltung aufsuchen. Der hat sich vor dem wutschnaubenden Emerson hinter dem Vorhang versteckt, und Peabody, die die Schuhspitzen bemerkt hat, überlegt lautstark, dass der Beamte doch besser die benötigten Papiere ins Hotel schicken lässt. Er würde kaum wollen, dass Emerson sich noch einmal herbemühen muss.

Die restlichen Charaktere bekommen im Vergleich dazu kaum Scheinwerferlicht ab. Bei jedem von ihnen erkennt man, auf welchem Klischee sie basieren und welche Rolle sie zu erfüllen haben: Die junge und hübsche Mary ist die damsel in distress, die die jungen Männer umschwärmen wie die Motten das Licht. Lady Baskerville ist die erfahrene Verführerin, gegen deren Charme selbst Emerson nicht völlig gefeit scheint (und die Peabody vom ersten Augenblick an nicht leiden kann). Vandergelt ist der typische Amerikaner im Hoppla-jetzt-komm-ich-Stil, der zum Konkurrenten Emersons um die archäologischen Meriten wird. O'Connell ist der rasende Sensationsreporter, und so fort. Aber Peters baut jeden von ihnen wenigstens ein Stückchen weit über den Stereotyp hinaus auf und schafft eine "echte" Figur.

Das führt dazu, dass man als Leser dranbleibt und wissen möchte, was aus ihnen allen wird. Auch ansonsten ist die Geschichte einigermaßen spannend. Im Mittelpunkt stehen allerdings eindeutig Peabody und Emerson, um die alles kreist. Damit sind sie auch ausschlaggebend für die Einschätzung. Kann der Leser sich für ihre Eskapaden begeistern, wird ihm auch "Der Fluch des Pharaonengrabes" gefallen. Andernfalls wird er vermutlich bei einer anderen historischen Krimiserie eher auf seine Kosten kommen.

Fazit:
Peabody und Emerson gehen in ihr zweites Abenteuer, und alles andere in diesem Buch ist dem untergeordnet – die restlichen Charaktere wie der Kriminalfall. Wer an dem klugen, unkonventionellen und eigensinnigem Paar Geschmack findet, kommt hier auch auf seine Kosten.

Amelia Peabody 02: Der Fluch des Pharaonengrabs - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Elizabeth Peters
Amelia Peabody 02: Der Fluch des Pharaonengrabs
The Curse of the Pharaos

Übersetzer: Karin Dufner und Bernhard Jendricke
Erscheinungsjahr: 2000



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Ullstein

Preis:
€ 7,95

ISBN:
978-3548249551

397 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Die Peabody- und Emerson-Show geht weiter
Negativ aufgefallen
  • ... aber wer daran keinen Gefallen findet, wird mit diesem Buch nicht glücklich
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Rezension vom: 21.10.2011
Kategorie: Historisches
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