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Ich Wolkenstein

Story:

Oswald von Wolkenstein war Zeit seines Lebens nicht nur ein Tiroler Ritter und Abenteurer, sondern auch ein Komponist und Sänger. Er hinterließ seiner Nachwelt mehr als 100 Texte unter anderem zu religiöser Thematik. Der Autor Dieter Kühn hat sich nun mit dem Leben dieser Person beschäftigt und eine Biographie über ihn geschrieben.



Meinung:

Wenn es um mittelalterlich Lieder und Lyrik geht, fallen meistens die Namen Hartmut von Aue und Walther von der Vogelweide. Dabei gibt es auch andere Dichter und Sänger, die der Nachwelt sogar stellenweise ein weitaus kompletteres Werk hinterließen als die eben genannten Personen. Zu diesen gehört auch Oswald von Wolkenstein. Über diesen hat Dieter Kühn in "Ich Wolkenstein" eine Biographie geschrieben.

Der Autor wurde 1935 geboren und lebt heute in Brühl bei Köln. Er hat Germanistik und Anglistik an den Universitäten Freiburg im Breisgau, München und Bonn studiert, ehe er 1964 promovierte. Seit 1965 ist er als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Zu seinem sehr umfangreichen Werk gehören Romane, Kinderbücher und Theaterstücke. Des Weiteren hat er sich als Übersetzer mittelhochdeutscher Klassiker hervorgetan.

"Ich Wolkenstein" ist Teil des sogenannten "Mittelalter-Quartetts", welches folgende Titel umfasst: "Der Parzival des Wolfram von Eschenbach", "Neidhart und das Reuental", "Tristan und Isolde des Gottfried von Straßburg" sowie natürlich den vorliegenden Titel. Jener ist das erste Mal 1977 vom Fischer Verlag herausgebracht worden und hat seitdem mehrere Neuauflagen erlebt. Achtmal wurde das Buch inzwischen neu herausgebracht!

Oswald von Wolkensteins Leben war turbulent. Er war der zweite von drei Söhnen und zog mit zehn Jahren als Knappe los, um die Welt zu erkunden. Im Laufe der Jahre bereiste der Adels-Sprössling so nicht nur Europa, sondern auch den Nahen Osten und die Türkei. Erst als sein Vater starb, kehrte er in die Heimat zurück. Nach einem Erbstreit erhielt er ein Drittel der Burg Hauenstein und verliebte sich dort in die Tochter eines Brixeners Schulmeisters. Diese Liebschaft sollte später dazu führen, dass er gefangen genommen und gefoltert wurde. Dieses Ereignis geschah ihm nicht nur einmal, sondern viele Male. Er starb am 2. August 1445, als er am Meraner Landtag teilnahm.

Sein Leben gehört heute zu den am besten erforschten seiner Zeit. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass er sehr viele autobiographische Lieder schrieb und sie der Nachwelt hinterließ. Dabei ist das Interessante, dass sein gesamtes Werk, ganz im Unterschied zu den bekannten Minesängern, erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurde. Dies war auch der Anlass dazu, dass er schließlich berühmt wurde.

Dieter Kühn schildert in der Biographie nicht nur das Leben von Wolkenstein, sondern reist sozusagen auch auf seinen Spuren nach. Dabei schildert er seine persönlichen Eindrücke von der Reise und vermischt dies mit seiner Erzählung des Lebens des damaligen Adeligen. Darüber hinaus vergisst er jedoch auch das Liedgut von ihm nicht, sondern präsentiert an den passenden Stellen ausgewählte Lieder.

Doch das eigentlich interessante Leben des Oswald von Wolkenstein geht dabei vollkommen unter. Wenn man das Buch nur deswegen gekauft hat, kann man mit Informationen, wie beispielsweise die Beschreibung des Flugs, den Dieter Kühn von Köln nach Wolkenstein genommen hat, nichts anfangen. Man hat sogar den Eindruck, dass es sich hier um Füllmaterial handelt, mit dem der Autor versucht, Seiten zu schinden.

Hinzu kommt auch noch der Schreibstil, den Dieter Kühn wählt. Er erinnert ein wenig an Tagebucheinträge, wegen der schon fast knapp und hart formulierten Sätze. Gleichzeitig verliert er sich jedoch auch gerne in ausschweifenden Formulierungen, wo ein Satz schon mal ungefähr ein Achtel der Seite einnimmt. So ist es natürlich schwer, die interessanten Informationen für sich selbst herauszufiltern und zu verarbeiten.

Dies ist schade, da das Leben von Oswald von Wolkenstein eigentlich sehr spannend ist. Aber die Art und Weise, wie Dieter Kühn darüber schreibt, führt schließlich dazu, dass "Nur für Fans" als abschließendes Urteil herauskommen kann.



Fazit:

Dieter Kühns Biographie "Ich Wolkenstein" versucht das Leben des Oswald von Wolkenstein nachzuerzählen. Der Autor begibt sich parallel auf die Spuren des mittelalterlichen Adeligen und präsentiert nicht nur Fakten sondern auch die Lieder, die jener damals geschrieben hat. Doch mit seiner Schilderung seiner Reise überdeckt der Schriftsteller vollkommen den Gegenstand seines Buches. Hinzu kommt auch noch der äußerst knappe Schreibstil, der aber gleichzeitig stellenweise äußerst ausschweifend sein kann.



Ich Wolkenstein - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Dieter Kühn
Ich Wolkenstein
Erscheinungsjahr: Juli 2007



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Fischer Taschenbuch Verlag

Preis:
€ 10,95

ISBN:
978-3-596-13334-5

527 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Wiedergabe des Lebens einer berühmten mittelalterlichen Persönlichkeit
Negativ aufgefallen
  • Das eigentliche Leben wird durch Dieter Kühns Schreibweise verdeckt
Die Bewertung unserer Leser für dieses Book
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Rezension vom: 01.10.2011
Kategorie: Rezensionen
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