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Zwielicht in Cordoba

Story:
Bei einem seiner Aufträge für den Palast ist Marcus Didius Falco dem Obersekretär Claudius Laeta aufgefallen. Der hohe Beamte hält ihn für einen vielversprechenden Mitarbeiter und will ihn fördern. Unter anderem nimmt er den Detektiv zwecks Kontaktpflege mit auf das exklusive Bankett der Olivenöl-Hersteller aus Baetica. Falco glaubt zwar nicht wirklich, dass das seine Karriere nennenswert weiterbringen wird, aber gegen einen Abend mit kostenlosen Leckereien aus der südspanischen Provinz ist ja nichts einzuwenden.

Auch die Anwesenheit einiger anderer Gäste, mit denen er absolut nicht gesellig tafeln möchte, kann die Stimmung nur vorübergehend trüben. Insbesondere mit dem obersten Spion Anacrites verbindet ihn inniger, gegenseitiger Hass. Aber für den Abend beschränkt man sich auf Anspielungen und spitze Bemerkungen.

Bereits am nächsten Morgen muss sich Falco wieder mit Anacrites auseinandersetzen: Der Agent wurde auf dem Heimweg brutal überfallen und ist nur gerade so noch am Leben. Ein anderer Gast des Banketts hatte nicht so viel Glück. In den Olivenhainen im Süden Spaniens geht offenbar etwas vor sich, was vor neugierigen Augen aus Rom verborgen bleiben soll...

Meinung:
Olivenöl kennt man heute vor allem als Zutat leckerer und gesunder Gerichte. Im alten Rom war es eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, Brennstoff für die allgegenwärtigen Öllampen und unverzichtbar für viele weitere Zwecke. Kein Wunder also, dass es in diesem Geschäft richtig viel Geld zu verdienen gab, und ebensowenig, dass manche versucht sein könnten, mit kriminellen Mitteln noch mehr herauszuholen. Wenn alle wichtigen Produzenten sich auf überhöhte Preise einigen, was sollten die Kunden – vom Kaiser über die Legionen bis zum kleinen Mann auf der Straße – schon anderes tun als zu zahlen? Der Palast hat immerhin eine weitere Möglichkeit: Er setzt einen Agenten in Marsch, der in Südspanien mal auf den Busch klopfen soll.

Dieser Agent ist natürlich Marcus Didius Falco. Eigentlich will er unter keinen Umständen die Stadt verlassen: Seine große Liebe Helena ist hochschwanger mit dem ersten gemeinsamen Kind, und er hat geschworen, sie bei der Geburt nicht alleine zu lassen. Aber einen lukrativen kaiserlichen Auftrag schlägt man nicht einfach aus, und seiner Freundin gehen Fürsorge und gute Ratschläge beider Familien und Freunde inzwischen so auf die Nerven, dass sie kurzerhand beschließt, den Ermittler zu begleiten.

In diesem Roman schickt Lindsey Davis ihren Helden samt Anhang (zu dem inzwischen auch der Hund Nux gehört) also in die Gegend um das titelgebende Cordoba. Dort will natürlich niemand zugeben, dass es ein Kartell gibt, um von den Olivenöl-Käufern überhöhte Preise verlangen zu können. Und da Falco mehr oder weniger zufällig in den Fall hineingeschlittert ist und von einem ordentlichen Briefing im Palast nicht die Rede sein kann, stochert er weitgehend im ebenfalls titelgebenden Zwielicht. Das tut der Spannung gut, denn es gibt der Autorin die Möglichkeitt, die unterschiedlichsten Varianten anzudeuten: Wer aus den mächtigen Familien Baeticas ist an dem Komplott beteiligt, wer könnte sich auf der anderen Seite als Verbündeter erweisen? Dass der werdende Vater mit seinen Gedanken oft mehr bei seiner schwangeren Freundin ist als bei seinem Fall, verstärkt diesen Effekt noch.

Wie von Falco gewöhnt, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Neben den respektlosen Schnoddrigkeiten des Helden machen vor allem die Kabbeleien zwischen ihm und Helena einfach Spaß. Gleichzeitig sind die beiden über bis hierhin acht Bände dem Leser einfach an's Herz gewachsen, und es macht Freude, sie wiederzutreffen und auf ihren Reisen zu begleiten.

Davis präsentiert ein farbenfrohes Bild des südlichen Spaniens unter römischer Herrschaft, das nach allem, was ein vorgebildeter Laie erkennen kann, historisch korrekt beschrieben wird. Die mehrfache Umbenennung des römischen Kaisers Otho in "Otto" dürfte wohl der automatischen Rechtschreibkorrektur geschuldet sein. Ob das, was Falco schlussendlich aufdeckt, so tatsächlich stattgefunden hat, sei dahingestellt; einen Weg in die offizielle Geschichtsschreibung hätte es vermutlich ohnehin nicht gefunden.

Prinzipiell kann "Zwielicht in Cordoba" eigenständig lesen. Allerdings macht das Buch um so mehr Freude, wenn man Falco, Helena und die anderen wiederkehrenden Charaktere kennt und ihre Entwicklung über die Serie verfolgen kann. Das gilt für diesen Band um so stärker, weil man mindestens einer neu eingeführten Figur noch öfter begegnen wird. Aber ob es sich dabei um das Kind von Falco und Helena handelt, sei hier nicht verraten; wer das erfahren möchte, muss das Buch schon selbst lesen. Das Vergnügen dabei ist praktisch garantiert.

Gewidmet ist der Roman übrigens einer Frau, die Fans historischer Kriminalromane ebenfalls ein Begriff sein dürfte: Edith Pargenter, einigen besser bekannt als Ellis Peters, die geistige Mutter des mittelalterlichen Benediktinermönchs und Detektivs Bruder Cadfael. Sie verstarb wenige Monate, bevor die englische Originalausgabe von "Zwielicht in Cordoba" erschien.

Fazit:
Ein typischer Falco-Roman im positiven Sinne, mit allen Zutaten, die die Fans von der Serie erwarten können: Spannung, Humor und ein Wiedersehen mit Figuren, die man nicht erst in diesem Band liebgewinnt.

Zwielicht in Cordoba - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lindsey Davis
Zwielicht in Cordoba
Twilight in Cordoba

Übersetzer: Susanne Aeckerle
Erscheinungsjahr: 2002



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Knaur

ISBN:
3-426-63107-5

570 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ein "Falco" mit allen Qualitäten, die die Fans von der Reihe erwarten können
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 14.03.2011
Kategorie: Historisches
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