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Roter Blitz

Story:

Etwas schlägt mit Lichtgeschwindigkeit in den Nordatlantik ein und löst damit eine Überschwemmung aus. Besonders die ostamerikanische Küste ist davon betroffen, die Heimat der ersten Menschen die den Fuß auf den Mars setzten. Ein Teil von ihnen, inzwischen auf dem roten Planeten heimisch, macht sich auf den Heimweg um nach dem Schicksal ihrer Verwandten zu forschen. Doch bald darauf müssen sie erfahren, das Jubal, ein Freund von ihnen und gleichzeitig der Erfinder einer unglaublichen Technologie, verschwunden ist. Und kurze Zeit später scheinen verschiedene Fraktionen sich darum zu schlagen, den Mars zu erobern.



Meinung:

"Roter Blitz" ist die Fortsetzung von Roter Donner. Geschrieben von dem US-Amerikaner John Varley beschrieb letzterer Roman, wie eine Gruppe von jungen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes den ehemaligen Astronauten Travis Broussard überfuhr. Ein Cousin von ihm, Jubal genannt, entpuppte sich als Genie, dessen Geist unglaubliche Erfindungen zustande brachte. Darunter auch der sogenannte "Drücker". Damit war es möglich, ein Kraftfeld zu erschaffen, dessen langsame Auflösung jede Menge Energie erzeugte. Diese war mehr als genug, um ein selbst gebasteltes Raumschiff zum Mars zu bringen, damit es der Gruppe möglich war, noch vor den Chinesen als erste den Fuß auf den roten Planeten zu setzen.

Seitdem sind mehrere Jahre vergangen und der Mars ist inzwischen bewohnt. Manny und Kelly haben inzwischen geheiratet und leben auf dieser fremden Welt. Sie haben Kinder gekriegt, Ray und Elizabeth. Und sie führen ein glückliches Leben auf dem roten Planeten. Doch eines Tages kommt es auf der Erde zu einer Katstrophe. Etwas schlägt mit Lichtgeschwindigkeit in den Nordatlantik ein und löst damit eine gigantische Überschwemmung aus. Davon ist besonders die ostamerikanische Küste betroffen, wo die Großmutter der Kinder lebt. Und so macht sich die Familie auf, um nach ihrem Verbleib zu forschen. Doch gleichzeitig verschwindet auch noch Jubal, der einzige, der den Drücker bauen kann. Und bald darauf scheint eine Art Wettlauf darum stattzufinden, wer den eigentlich unabhängigen Mars erobern kann.

Die Zusammenfassung deutet es schon an: Im Vergleich zu Roter Donner ist "Roter Blitz" deutlich düsterer. Dies merkt man spätestens dann, als die Familie auf der Erde ankommt und sich auf den Weg durch die Katastrophen-Region macht. Detailliert gibt der Autor das Elend und den Niedergang der gesellschaftlichen Konventionen wieder. Stellenweise ist man verwundert und fragt sich, ob dies derselbe John Varley ist, der mit dem Vorgänger einen deutlich optimistischeren Roman geschrieben hat.

Denn man muss deutlich bemängeln, dass der Geschichte der Humor verloren gegangen ist. Der Tonfall ist zwar immer noch recht locker, aber es fehlen deutlich die Szenen, in denen man lacht. Stattdessen darf man lesen, wie ein, durch die Überschwemmung freigekommener Tiger, der anscheinend handzahm ist, erschossen und zur Warnung ausgelegt wird. Oder wie später einer Person die Hand abgeschossen wird. Solche brutalen Stellen sind ungewöhnlich und wirken besonders im Vergleich zum Vorgänger-Roman befremdlich.

Gleichzeitig lässt auch ein wenig die Logik der Geschichte wünschen. Da knallt ein Riesen-Objekt in die Erde, überschwemmt die Ostküste und die Familie bleibt merkwürdig passiv. Zwar versuch der Autor dies mit der Überlastung des Kommunikations-Netzes zu erläutern, doch wirkt diese Erläuterung einfach nicht glaubwürdig genug. Ebenso wirkt es etwas merkwürdig, dass sich die Protagonisten erst später Gedanken über den Verbleib von Jubal machen.

Und dann ist es eigentlich schon zu spät, da fremde Kräfte sich bemühen, den Mars zu erobern. Die gegnerischen Kräfte werden ziemlich platt dargestellt und mögen überhaupt nicht überzeugen. Dies trifft generell auf alle politischen und militärischen Kräfte zu, die generell in einem äußerst negativen Licht dargestellt werden.

Der Fokus der Geschichte liegt hauptsächlich auf Ray, dem Sohn von Manny und Kelly. Er ist im Mittelpunkt des Geschehens und ist genauso sympathisch, wie seine Eltern. Genauso wie seine Erzeuger behält er selbst in turbulenten Momenten seine Nerven.

Die alten Charaktere kommen auch fast alle vor. Man erfährt einiges darüber, was mit ihnen seit dem Ende des letzten Bandes passiert ist. Und bis auf Travis Broussard und Jubai ist ihr Beitrag zur Handlung erfreulich begrenzt, was den neuen Figuren sehr zu Gute kommt.

Trotzdem ist "Roter Blitz" eine ziemliche Enttäuschung und daher nicht für jedermann zu empfehlen.



Fazit:

Mit "Roter Blitz" hat John Varley eine Fortsetzung herausgebracht, die leider im Vergleich zum Vorgänger enttäuscht. Vor allem die deutlich düstere Geschichte überrascht, ebenso wie der doch deutlich zurückgefahrene Humor. Des Weiteren ist die Erzählung stellenweise alles andere als logisch und überzeugend. Immerhin sind die Charaktere gelungen, allen voran Ray, der sich häufig im Mittelpunkt des Geschehens findet. Unterm Strich ist der Roman dennoch eine ziemliche Enttäuschung.



Roter Blitz - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

John Varley
Roter Blitz
Red Lighting

Übersetzer: Ronald M. Hahn
Erscheinungsjahr: 1. März 2010



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 8,95

ISBN:
978-3-453-52635-8

480 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Neue Charaktere werden gut dargestellt
Negativ aufgefallen
  • Humor deutlich zurückgeschraubt
  • Zu düster
  • Militär und Politik die Schurken
  • Logiklöcher
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Rezension vom: 28.01.2011
Kategorie: Science Fiction
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