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Der tiefere Sinn des Labenz

Story:
Wie nennt man den Heiterkeitsausbruch, den Passfotos regelmäßig hervorrufen? Wie nennt man das Etwas, das Kleinkinder gerne basteln oder malen und dann furchtbar enttäuscht sind, wenn man nicht erkennt was es sein soll? Oder wie nennt man das fremdländische Gericht, das man eigentlich gar nicht wollte, aber trotzdem im Restaurant bestellt hat, weil man seine Sprachkenntnisse beweisen wollte? In diesem Wörterbuch der besonderen Art kann man es nachlesen.

Meinung:
Douglas Adams braucht man wohl niemandem mehr vorzustellen. Sollte ihn jemand doch nicht kennen, wünsche er sich zu Weihnachten alle Bände von "Per Anhalter durch die Galaxis" und stelle sich genau 42 Minuten zum Schämen in die Ecke.

Hier hat er sich gemeinsam mit John Lloyd, dem Produzenten von "Spitting Image" (dem Vorbild für "Hurra Deutschland") und "Black Adder" einem der Teil derjenigen Gegenstände und Gefühle angenommen, die jeder kennt, für die es aber noch kein Wort gibt. Oder noch keines gab, denn die beiden haben ein Wörterbuch verfasst, das diese Dinge bei ihrem korrekten Namen nennt. Kongenial unterstützt werden sie dabei von Sven Böttcher. Der schreibt ansonsten Krimis und fantastische Romane und arbeitet als Comedy- und Drehbuchautor sowie als Media-Konzeptioner.

In diesem Buch hat Böttcher den Witz und die Zielgenauigkeit der englischen Originalausgabe ins Deutsche übertragen. Der Vergleich lässt sich ohne Probleme ziehen, denn der Verlag hat das Original freudlicherweise gleich mitgeliefert. Dieser Band enthält also eigentlich zwei Bücher, neben dem "tieferen Sinn des Labenz" auch "The Deeper Meaning of Liff".

In beiden Fassung erwischt sich der Leser, zwischen den regelmäßigen Lachattacken, immer wieder bei dem Gedanken: "Ja, genau, das kenne ich, das hab ich schon gesehen, das ist mir schon passiert". Da ist beispielsweise der "Ocholt" das Geräusch, mit dem jemand, der über den grünen Klee gelobt wird, die Lobhudelei höflich versucht zu bagatellisieren. Oder man "kluftert", wenn man sich zu Gast in einem unvertrauten Haus im Dunkeln vorsichtig Richtung Badezimmer tastet.

Neben diesem Wiedererkennungeffekt sind die spitzzüngigen Definitionen auch schlicht und ergreifend lustig. Besonders viel Spaß machen sie, wenn man sich in größerer Runde, beispielsweise auf einer Party, darüber amüsieren kann. Allerdings nützen sie sich wie alle Gags nach einiger Zeit auch ab. Irgendwann hat man jede der 334 Seiten gelesen oder gehört.

Die Wörter für ihre Definitionen haben sich die Autoren übrigens nicht einfach ausgedacht. Sie alle existierten schon vorher, und zwar als Ortsnamen. So ist beispielsweise die Schraube, die sich dreht und dreht, aber um keinen Millimeter aus dem Gewinde löst, natürlich eine "Dresden". Und wenn jemand "zürich" ist, möchte er so schnell wie irgend möglich reich werden.

Zusätzlich zu den beiden Wörterbüchern in Deutsch-Deutsch und English-English hat der Verlag noch eine ganze Reihe von Vorwörtern spendiert, und zwar zu jeder bisherigen Auflage. Die haben ihren ganz eigenen Reiz, wenn Adams sinngemäß schreibt, zum Vorwort habe er nichts mehr hinzuzufügen, aber "hier", nämlich auf den Seychellen, sei es gerade sehr nett. John Lloyd antwortet nur mit einem trockenen "Sag bloß" aus Birmingham. Dazu kommt ein Nachwort, das der Verlag leider geringfügig kürzen musste, und einige "Zwischenworte", in denen dem Leser die Arbeit von Sven Böttcher an der deutschen Ausgabe nähergebracht wird. Ob er immer noch mit seiner Holzente verheiratet ist, ist nicht bekannt. Für den deutschen Teil gibt es außerdem noch ein Register.

Die Belustigung angesichts peinlicher Passfotos nennt man übrigens "Götzis", die stolzen Werke kleiner Kinder sind "Klein Pampau", und die Fehlbestellung im Restaurant heißt "Radbruch".

"Der tiefere Sinn des Labenz" ist ein gutes Mitbringsel für Leute, die ihren Humor nicht nur zu hohen Festtagen aus dem Schrank holen. Die Substanz reicht dann aber doch nur für die Mittelstrecke.

Fazit:
Die Autoren bringen all die Dinge, die jeder kennt aber bisher niemand benennen konnte, mit den Begriffen zusammen, die sonst nur auf Ortsschildern einfach so herumstehen. Das Ergebnis ist ausgesprochen amüsant.

Der tiefere Sinn des Labenz - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Douglas Adams, John Lloyd, Sven Böttcher
Der tiefere Sinn des Labenz
The Deeper Meaning of Liff

Übersetzer: Sven Böttcher
Erscheinungsjahr: 2004



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Heyne Verlag

Preis:
€ 7,95

ISBN:
978-3453879607

334 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ebenso witzige wie geistreiche Definitionen für Dinge, die wir alle kennen
  • Das englische Original hat der Verlag gleich mitgeliefert
  • Ein Register erleichtert das Auffinden guter Stellen, an die man sich nur noch halb erinnert
Negativ aufgefallen
  • Bei zu langem Gebrauch nutzen sich die Gags dann doch ab
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Rezension vom: 16.12.2010
Kategorie: Humor
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