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Bruder Cadfael 04: Der Aufstand auf dem Jahrmarkt

Story:
Der Markt um Petri Kettenfeier ist einer der Höhepunkte im Jahresablauf der Benediktinerabtei St. Peter und Paul zu Shrewsbury. Zu dem Großereignis kommen Händler aus ganz England und dem Ausland, und alle Zölle und Gebühren kommen dem Kloster zugute. Die Händler in der eigentlichen Stadt dürfen nach den alten Verträgen in diesen drei potentiell lukrativsten Tagen des Jahres fast überhaupt keine Geschäfte machen.

Und im Jahr 1139 ist die Lage für Shrewsbury besonders angespannt. Noch alle Schäden aus dem letzten Sommer, als König Stephen die Stadt belagerte und eroberte, sind behoben. So bittet eine Abordnung der obersten Zunftmeister den neuen Abt Randulfus darum, Shrewsbury in diesem Jahr ausnahmsweise einen Anteil an den Einnahmen des Jahrmarkts zu überlassen. Sie werden abgewiesen.

Damit wollen sich einige ihrer Söhne nicht zufrieden geben. Die jungen Männer marschieren auf den Jahrmarkt und fordern die Händler auf, trotzdem einen Teil der Gebühren der Stadt anstelle der Abtei zu übergeben. Aus der Diskussion entsteht ein Tumult, und einige der Hitzköpfe müssen die Nacht in den Zellen der Festung verbringen.

Aber hat sich der Sohn des Bürgermeisters, der Rädelsführer des Aufstandes, noch zu einer viel schlimmeren Tat hinreißen lassen? Er war mit einem hochmütigen Händler aneinandergeraten, und am nächsten Morgen wird der Kaufmann erstochen aufgefunden. Bruder Cadfael muss die Wahrheit herausfinden.

Meinung:
Die vierte Folge mit den Abenteuern des Detektivs in der Möchskutte ist in mehrerlei Hinsicht etwas besonders. Einerseits weist der Roman die Qualitäten auf, die die Fans der Serie mittlerweile gewohnt sind. Auf der anderen Seite kommen einige Aspekte hinzu, die man in den bisherigen Folgen noch nicht fand.

Das Treiben auf dem Jahrmarkt gibt der Geschichte zumindest zeitweise einen städtischen Flair. In den ersten drei Büchern machten das Kloster, die Gegend um die Abtei und auch Shrewsbury einen eher ländlichen, vielleicht kleinstädtischen Eindruck, mit dem Markt fühlt sich die Szenerie merklich urbaner an. Trotzdem hat der Leser nicht das Gefühl, plötzlich etwa in die Hauptstadt London versetzt worden zu sein. Die Autorin hat das Ambiente angereichert, nicht ausgetauscht.

Ähnliches gilt auch für den größeren Raum, den sie der Action einräumt. Einer der Charaktere (und es handelt sich nicht um Bruder Cadfael) darf sogar in bester Heldenmanier die holde Maid befreien. Dieser Band geht deutlich mehr in Richtung Thriller als andere in der Serie. Dadurch ist zwar vergleichsweise früh klar, wer mit welchen Absichten hinter allem steckt, trotzdem funktioniert der Roman immer noch als klassischer Krimi.

Etwas irritierend ist auf den ersten Blick, dass das Buch in fünf Abschnitte unterteilt ist, die dem Vorabend des Marktes, den drei Handelstagen und der Zeit danach entsprechen, und in denen die Nummerierung der Kapitel jeweils wieder bei Eins beginnt. Wenn man sich aber daran gewöhnt hat, stört es den Lesefluss eigentlich nicht mehr. Positiv fällt auf, dass Prestcote und Beringar nicht mehr als "Landrat" bzw. dessen Stellvertreter betitelt werden. So manchem deutschen Leser wird die Diskrepanz aufgefallen sein zwischen den beiden und den Landräten, die er bei der Einweihung eines neuen Radweges oder ähnlichen Gelegenheiten erlebt.

Abt Randulfus, der zum Ende des vorherigen Bandes die Leitung des Klosters übernahm – sehr zum Unwillen von Prior Robert, der selbst auf den Posten spekuliert hatte –, ist eine Bereicherung für die Serie. Sein Vorgänger Heribert war zu schwach, um im Kräftespiel zwischen den Figuren noch eine nennenswerte Rolle zu spielen. Mit dem neuen Oberhirten müssen alle Beteiligten rechnen. Es ist demnach auch passend, dass er im ersten Roman "unter seiner Leitung" Bruder Cadfael die Erlaubnis für dessen Ermittlungen, sogar den ausdrücklichen Auftrag dazu gibt. Früher musste der Mönch sich bekanntlich häufig Vorwände dafür zurechtlegen.

Ansonsten bleibt Ellis Peters bei dem, was die Fans der Reihe zu schätzen wissen. Ein Verbrechen stört die kleine Welt um das Kloster, und der Held muss sie wieder ins Gleichgewicht bringen. Auch die psychologisch stimmigen Charaktere und ihre Interaktionen sind von gewohnter Qualität und nehmen einen breiten Raum ein. Da "Aufstand auf dem Jahrmarkt" mittlerweile der vierte Roman ist, macht Freude, gelegentlich "bekannte Gesichter" wiederzuerkennen. So sind etwa unter den Zunftmeistern, die ihre Bitte an den Abt richten, auch Edric Fletcher ("Ein Leichnam zuviel") und Martin Bellecote ("Das Mönchskraut"). Sie haben keinen größeren Auftritt, aber geben dem Leser ein angenehmes "Sieh an, den kennen wir doch"-Gefühl.

Und natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Ein ungebundener männlicher Leser könnte an eine Reise nach Shrewsbury denken. Immerhin hat Bruder Cadfael in jedem der bisherigen Bände mindestens einem jungen Paar zu seinem Glück verholfen, und der weibliche Part dabei wurde stets als ausgesprochen reizvoll geschildert. In Shrewsbury sollte es also vor hübschen jungen Frauen nur so wimmeln. Und wenn mal keine zur Hand ist, reist sie eben – wie in diesem Roman – von außerhalb an.

Insgesamt ist auch dieses Abenteuer des Detektivs in der Mönchskutte eine gute Wahl für den gemütlichen Schmökerabend.

Fazit:
Das vierte Abenteuer von Bruder Cadfael wird mit etwas mehr städtischem Flair und größerem Raum für Action angereichert als in den vorherigen Bänden. Dabei schafft es die Autorin jedoch, die gewohnten Qualitäten nicht über Bord zu werfen.

Bruder Cadfael 04: Der Aufstand auf dem Jahrmarkt - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ellis Peters
Bruder Cadfael 04: Der Aufstand auf dem Jahrmarkt
St. Peter\'s Fair

Übersetzer: Walter Brumm
Erscheinungsjahr: 1987



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Heyne Verlag

ISBN:
978-3453024311

245 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Die gewohnten Qualitäten der Cadfael-Reihe werden durch etwas städtisches Ambiente...
  • ... und etwas mehr Augenmerk auf Action stimmig ergänzt
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 07.12.2010
Kategorie: Historisches
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