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Der EnergEthische Imperativ

Story:
Erneuerbare Energien sind mittlerweile in aller Munde, und es herrscht weitgehend Konsens darüber, dass sie atomare und fossile Energiequellen auf lange Sicht ablösen müssen. Die Frage ist jedoch, wie schnell, wie vollständig und auf welchem Weg dieser Wechsel vonstattengehen soll und kann. Herrmann Scheer plädiert in seinem Buch dafür, sehr rasch auf erneuerbare Energien umzusteigen. Er ist der Ansicht, dass ein Wechsel innerhalb eines Vierteljahrhunderts nicht nur möglich, sondern auch notwendig, wenn nicht sogar zwingend ist.

Meinung:
Noch vor wenigen Jahren wurden erneuerbare Energien von einigen noch mit "diese Ökofritzen mit ihren Solarzellen, braucht man eh nicht ernst zu nehmen" abgetan. Inzwischen haben nahezu alle akzeptiert, dass darin der Weg in die Zukunft liegt und die Menschheit nicht weiter auf Öl, Kohle und Atom setzen kann. Bleibt die Frage, wie dieser Wechsel praktisch ausgestaltet werden soll.

Diese Frage steht im Mittelpunkt von Hermann Scheers letztem Buch. Der langjährige Kämpfer für erneuerbare Energien war studierter Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler und saß seit 1980 für die SPD im Bundestag. Er war auch Mitglied im Präsidium seiner Partei. Das Engagement des "Solarpapstes" wurde unter anderem mit dem Weltpreis für Solarenergie, mehreren Ehrendoktorhüten und dem "Right Livelihood Award", auch bekannt als "Alternativer Nobelpreis" geehrt. Das TIME Magazine nannte ihn im Jahr 2002 einen "Hero for the Green Century". Am 14. Oktober starb Hermann Scheer plötzlich und unerwartet im Alter von 66 Jahren.

Seine Passion für erneuerbare Energien ist auch im "EnergEthischen Imperativ" nicht zu übersehen. Wer ein neutrales Sachbuch über die Vor- und Nachteile dieser Energiequellen sucht, ist hier nicht richtig. Scheer wirbt mit Leidenschaft für den seiner Meinung nach richtigen Weg in die energetische Zukunft. Immer wieder liest man Sätze, die auch aus einer Rede im Bundestag oder auf einer Kundgebung auf einem Marktplatz stammen könnten. Dabei beschränkt sich der Autor jedoch nicht auf bloße Behauptungen, sondern untermauert seine Argumente immer wieder mit Zahlen und Fakten.

Auch das Niveau von Scheers Ausführungen geht über platte Parolen hinaus. Ein gewisses Basiswissen über die Energiegewinnung, -verteilung und -bereitstellung sollte der Leser mitbringen, um Scheer folgen zu können. Wer von Begriffen wie "Handel mit Emissionszertifikaten" nicht wenigstens eine ungefähre Vorstellung hat, muss sich darauf einstellen, während des Lesens gelegentlich in anderen Quellen nachzuschlagen. "Der EnergEthische Imperativ" erfordert vom Leser auch ein gewisses Maß an Konzentration, nicht zuletzt weil der Autor seine Ausführungen oft vergleichsweise abstrakt hält.

Wer aber bereit ist, sich darauf einzulassen, kann aus dem Buch eine Vielzahl interessanter Argumente, Ideen und Denkanstöße ziehen. Nicht jedem mag beispielsweise klar gewesen sein, dass die Art der Quelle zwingend die technischen, logistischen, aber auch die politischen bis hin zu den gesellschaftlichen Strukturen der Energiegewinnung, -aufbereitung und -verteilung determiniert. Energiequellen wie Öl oder Uran, die nur an bestimmten Punkten des Globus zu finden sind, werden am effizientesten dort abgebaut, transportiert, in Großkraftwerken zur Energiegewinnung genutzt und diese Energie dann zu den Endverbrauchern transportiert. Die Quellen müssen bezahlt und können besessen werden. Solarenergie auf der anderen Seite ist kostenlos verfügbar, wie das berühmte Zitat "Die Sonne schickt keine Rechnung" verdeutlicht. Solarzellen können prinzipiell überall aufgestellt werden, so dass kurze Wege beim Energietransport realisiert werden können. Es sind also keine multinationalen Unternehmen mehr notwendig, die eng mit den jeweiligen Regierungen zusammenarbeiten müssen.

Nicht jedem von Scheers Argumenten wird man zwangsläufig zustimmen, und er behauptet auch nicht, den "Stein der Weisen" für den Weg ins Energieparadies der Zukunft gefunden zu haben. "Der EnergEthische Imperativ" ist aber in jedem Fall ein lesens- und beachtenswerter Beitrag zur vielstimmigen Diskussion, wie es in Sachen Energie weiter gehen soll.

Fazit:
Der "Solarpapst" Hermann Scheer plädiert für einen raschen Umstieg auf erneuerbare Energien. Man merkt dem Buch die Leidenschaft und das Engagement seines Autors für das Thema deutlich an. Wer bereit ist, sich auf eine teilweise recht abstrakte Fachdiskussion einzulassen und ein Mindestmaß an dazugehörigem Wissen mitbringt, kann aus dem "EnerEthischen Imperativ" eine Vielzahl interessanter Argumente, Ideen und Denkanstöße schöpfen.

Der EnergEthische Imperativ - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Hermann Scheer
Der EnergEthische Imperativ
Erscheinungsjahr: 2010



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Verlag Antje Kunstmann

Preis:
€ 19,90

ISBN:
978-3-88897-683-4

271 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Geschrieben von einem streitbaren und engagierten Fachmann
  • Liefert viele interessante Argumente, Ideen und Denkanstöße
Negativ aufgefallen
  • Richtet sich merklich an Leser, die ein gewisses Maß an einschlägigem Wissen mitbringen
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Rezension vom: 17.10.2010
Kategorie: Natur, Wissenschaft und Technik
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