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Der Vogelfreie

Story:
England, im 15. Jahrhundert. Schwester Frevisse hat für einige Tage das Kloster St. Frideswide verlassen, um eine Mitschwester zur Taufe von deren Patenkind zu begleiten. Aber auf dem Weg werden die beiden Nonnen und der Klosterverwalter von einer Bande Gesetzloser überfallen.

Die Räuber haben es aber weder auf Wertsachen noch auf Lösegeld abgesehen. Ihr Anführer hat ein ganz anderes Anliegen an Frevisse persönlich. Denn es handelt sich um ihren Cousin Nicholas. Der hatte sich vor vielen Jahren mit einem jungen Adeligen aus der Nachbarschaft gestritten. Als der Streit ausartete und es Tote gab, wurde Nicolas aus der Gesellschaft ausgestoßen und zum Vogelfreien erklärt.

Jetzt hat er das Leben im Wald, ständig auf der Flucht, satt und möchte begnadigt werden. Von Frevisse erhofft er sich, dass sie sich bei ihrem mächtigen Onkel Thomas Chaucer für ihn verwendet. Aber hat er seinem Leben als Gauner und Verbrecher wirklich abgeschworen? Ein Mord, den er begangen haben könnte, weckt große Zweifel. Schwester Frevisse muss schnell den Fall schnell aufklären.

Meinung:
Schon in den vorherigen Bänden hat Schwester Frevisses Einmischung in die Aufklärung von Verbrechen längst nicht jedem geschmeckt. In "Der Vogelfreie" ist die kluge Nonne noch deutlich tiefer und direkter in die Geschehnisse verwickelt. Nicht nur wird sie praktisch direkt zu Beginn Opfer einer Entführung, auch später tritt die "Ermittlungsarbeit" häufig in den Hintergrund. Stattdessen ist Frevisse damit beschäftigt, die Ereignisse mehr oder weniger subtil in die "richtige" Richtung zu schubsen. So bedarf es beispielsweise einiger Arbeit, damit ein Liebespaar eine Chance bekommt, und es stört die Heldin diesmal ganz und gar nicht, dass der Crowner und der Sheriff nicht die ganze Wahrheit kennen.

Die endgültige Aufklärung des Mordes, der auch erst nach rund der Hälfte des Romans begangen wird, wird entsprechend auf den letzten Seiten fast nebenbei noch erledigt. Das soll aber nicht heißen, dass das dritte Abenteuer von Schwester Frevisse nicht spannend wäre, im Gegenteil. "Abenteuer" ist genau der richtige Begriff für Frevisses Erlebnisse in diesem Band, und oft stehen ihre Bemühungen knapp vor dem Scheitern. Der Leser fiebert regelrecht mit, ob der gefühlten Gerechtigkeit Genüge getan werden kann, auch wenn diese Gerechtigkeit nicht zwangsläufig mit dem Buchstaben des Gesetzes übereinstimmt.

Begrifflich gibt es im Vergleich zu den letzten Bänden ein paar Änderungen, die dem aufmerksamen Leser auffallen werden. Bereits in "Die Magd" war aus dem "Coroner" der "Crowner" geworden, diesmal bekommt die heilkundige Schwester aus St. Frideswide einen neuen Namen: Wenn Frevisse sie erwähnt, nennt sie sie "Schwester Ciaire" anstelle wie früher "Schwester Claire". Wirklich störend sind diese Kleinigkeiten jedoch nicht, eher amüsant.

Das große Manko der Serie, nämlich dass der Leser merkt, nach welchem "Bauplan" die Geschichte konstruiert wurde, tritt hier zwar immer noch auf, aber deutlich weniger als zuvor. Insbesondere die, man könnte sagen "Übertragung" von Frevisses Sympathie und Fürsorge auf andere Personen (um nicht zu viel zu verraten) ist ein interessanter Schachzug der Autorinnen. Und hinter der spannenden und sehr gut nachzuerlebenden Geschichte treten diese Mängel mehr und mehr zurück.

Insgesamt ist "Der Vogelfreie" ein guter historischer Krimi, der nicht nur Fans des Genres gefallen könnte. Die beiden vorherigen Bände muss man nicht unbedingt gelesen haben, um diesen zu verstehen, es spricht aber auch nicht wirklich etwas dagegen, es trotzdem zu tun.

Fazit:
Das dritte Abenteuer von Schwester Frevisse ist auch eher ein solches als ein reinrassiger Kriminalroman. "Der Vogelfreie" erzählt eine spannende und emotional gut nachvollziehbare Geschichte.

Der Vogelfreie - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Margaret Frazer
Der Vogelfreie
The Outlaw's Tale

Übersetzer: Anke Grube
Erscheinungsjahr: 2009



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Aufbau Taschenbuch Verlag

Preis:
€ 8,95

ISBN:
978-3746625614

290 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ein spannendes Abenteuer aus dem mittelalterlichen England
Negativ aufgefallen
  • Die Aufklärung des Mordes tritt teilweise arg in den Hintergrund
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Rezension vom: 27.05.2010
Kategorie: Historisches
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