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Die Rache der Flußgötter

Story:
Decius Caecilius Metellus ist erwartungsgemäß zum plebejischen Ädil gewählt worden, und ebenso erwartungsgemäß bereitet ihm das Amt ordentliches Kopfzerbrechen. Neben den möglichst aufwendigen und prachtvollen Spielen, die ihm das Wahlvolk für spätere, höhere Posten gewogen halten sollen, muss er sich um die Instandhaltung von Straßen, Gebäuden und der Kanalisation kümmern. Das alles aus seiner privaten Tasche; die Summe, die der Staatshaushalt dafür bereitstellt, ist noch auf dem Stand von vor ein paar Jahrhunderten.

Als einer der insula genannten Gebäudekomplexe einstürzt, beginnt Decius als zuständiger Ädil mit den Untersuchungen. Schnell zeigt sich, dass wieder mal Pfusch am Bau die Ursache ist. Wie so oft hat ein Bauunternehmer hier und dort an Material und Arbeitsweise gespart, und mehr als zweihundert Menschen haben dafür mit dem Leben bezahlt.

Decius verbeißt sich in den Fall und will die Schuldigen vor Gericht bringen. Das erweist sich jedoch als schwierig, denn seit einiger Zeit haben viele reiche und mächtige Männer ihre Finger im Baugeschäft. Da gehören "verschwundene" Beweisstücke und ermordete Zeugen zu den kleineren Hindernissen, die Decius überwinden muss.

Über all dem schwebt die Gefahr durch Vater Tiber. Denn Decius' Vorgänger haben die Instandhaltung des Abwassersystems total vernachlässigt, und die verstopften Kloaken drohen, die halbe Stadt unter Wasser zu setzen. Und die Flussschiffer melden eine außergewöhnlich starke Schneeschmelze in den Bergen...

Meinung:
Decius Caecilius Metellus steigt die Karriereleiter immer weiter empor, und auf jeder Stufe tut er das, was er am besten kann: Er bringt sich in Schwierigkeiten. Diesmal legt er sich mit ebenso skrupellosen wie mächtigen Baulöwen an. Die waren es gewohnt, dem jeweiligen Ädil einfach eine gewisse Summe zuzustecken. Der schaute dann weg, und das war allemal billiger, als tatsächlich mit ordentlichem Material und sorgfältig zu bauen.

Bei Decius sind sie damit jedoch an den Falschen geraten. Nicht dass John Maddox Roberts seinen Helden als übermenschlichen Saubermann schildert, Decius ist beispielsweise vom dauerempörten Cato nicht weniger genervt als alle anderen. Aber wenn es gegen das Volk und die Götter Roms geht (die in den Kloaken "entsorgten", unbestatteten Leichen sind eine Beleidigung für den Flussgott), kennt Decius kein Erbarmen.

In diesem Roman setzt sich eine Entwicklung fort, die man in der "SPQR"-Reihe schon seit einigen Bänden beobachten kann. Der Anteil der eingearbeiteten Erklärungen über das Rom in den letzten Jahren der alten Republik geht zurück, und die Geschichte funktioniert immer besser als das, was auf dem Umschlag steht - ein "Krimi aus dem alten Rom". Diesmal hat es Decius nicht mit einer großangelegten Verschwörung gegen den Staat zu tun, sondern "nur" mit Korruption im öffentlichen Sektor. Das kostet zwar nicht unbedingt weniger Menschen das Leben, aber es wirkt irgendwie "kleiner" als speziell in den Anfangsbänden der Serie. Das trifft auch insgesamt für die Geschichte zu.

Ebenfalls untypisch für "SPQR" gibt es in "Die Rache der Flussgötter" relativ viel sozusagen indirekte Gewalt. Neben der dem Leser vertrauten Gewalt, wenn beispielsweise Decius mal wieder um sein Leben kämpft, wird von ziemlich viel und ziemlich drastischer Gewalt berichtet. Dadurch eignet sich dieser Band weniger für junge Leser als andere der Reihe, wenn etwa ein sechzehnjähriges Sklavenmädchen von seinen sadistischen Besitzern aus purer Freude am Schmerz zu Tode gepeitscht wird.

Die Rolle der "Schönen des Romans", in der früher oft wechselnde Damen Decius mit ihren weiblichen Reizen von seinen Ermittlungen ablenkten, bleibt ein weiteres Mal unbesetzt. Man könnte argumentieren, dass Decius' Ehefrau Julia diesen Part übernommen hat. Allerdings hält Julia die Ermittlungen nicht auf, die kluge und politisch versierte Frau unterstützt ihren Gatten eher.

"Die Rache der Flussgötter" ist immerhin schon der achte Band, den John Maddox Roberts im alten Rom spielen lässt. Trotzdem kann der Band eigenständig gelesen werden. Einige Anspielungen und wiederkehrende Figuren lassen sich jedoch besser verstehen, wenn der Leser die Serie von Beginn an verfolgt hat.

Fazit:
Der aus früheren Bänden der Reihe bekannte "Lerninhalt" geht weiter zurück, dafür funktioniert dieser SPQR-Band noch ein Stück besser als Krimi als seine Vorgänger.

Die Rache der Flußgötter - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

John Maddox Roberts
Die Rache der Flußgötter
The River God\'s Vengeance

Übersetzer: Kristian Lutze
Erscheinungsjahr: 1997



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Goldmann Verlag

Preis:
€ 7,95

ISBN:
978-3-442-43636-1

285 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Die Reihe funktioniert immer besser als Krimi.
Negativ aufgefallen
  • Die historischen Lektionen werden immer weniger.
  • Ungewöhnlich viel Gewalt, direkt erzählt oder in indirekten Schilderungen, macht den Roman eher ungeeignet für junge Leser.
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Rezension vom: 03.05.2010
Kategorie: Historisches
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