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Was Leser über Christian Jacq denken
Wir haben uns recht lange im Internet aufgehalten, um auch ein paar Meinungen von Lesern zu bekommen - bevorzugt Archäologen oder deren Hobby-Pendants. Das war durchaus nicht einfach, denn Jacq scheint zumindest bei den Hobby-Archäologen nicht allzu beliebt zu sein. Wir stießen auf Ablehnung ob unseres Vorhabens. Doch wir konnten letztendlich doch noch einige Stellungnahmen ergattern. Und nicht zuletzt kam dabei auch noch das Interview mit Frau Dr. Schoske heraus.

Ein User äußerte sich in folgenden Worten: "Eine Auseinandersetzung mit Grundsatzfragen (wie zB. „was ist überhaupt ein Ritual“ und wie läßt es sich definitorisch und praktisch eingrenzen – was ja in der kulturanthropologischen Ritualforschung ein Dauerbrenner ist) interessieren C. Jacq überhaupt nicht. Er erklärt die ägyptische Kultur ausschließlich aus sich selbst heraus und tut so, als sei die gesamte Kultur durch die materiellen Hinterlassenschaften abgedeckt, greifbar und erklärbar. Dass archäologische Relikte zunächst einmal unter Berücksichtigung sogenannter kultureller und natürlicher „Transformationsprozesse“ einem kritischen Filter unterzogen werden müssen scheint Jacq nicht zu stören – obwohl einige seiner Werke in eben der Zeit geschrieben wurden, als solche theoretischen Probleme brandaktuell waren (Middle-Range-Theories; Postprozessuale Archäologie etc.). Quellenkritik ist hier leider nicht vorhanden. Keines seiner Werke bringt NEUES in die Wissenschaft ein. Dies ist wohl der Hauptpunkt, wieso er nicht als Forscher oder Wissenschaftler bezeichnet werden kann. Er hat bislang ausschließlich längere Exposees zu Werken von Fachkollegen oder nette Zusammenstellungen zu einem Thema verfasst. Eigene Ergebnisse sind darin nie enthalten. Besonders deutlich zB. in „Akhenaton et Néfertiti. Le couple solaire“, Paris 1976; „Egyptian Magic“, Warminster 1985 und „Les Égyptiennes. Portraits de femmes de l'Égypte pharaonique“, Paris 1996 zu spüren." 1 Fachbücher von ihm sind also laut diesem User nur dann vorzuziehen, wenn der Leser weniger Wert auf historische Exaktheit und mehr Wert auf guten Stil legt.

Darüber hinaus soll es so sein, daß das, was er in seinen Romanen darstellt auf einem solideren historischen Boden steht, als Romane von Kollegen, die eher auf Effekthascherei aus seien. So wurde uns gesagt, daß er deutlich mehr historischen Hintergrund in seine Romane einfließen lasse, als beispielsweise Pauline Gedge oder Roberto Zacco in dem (Tage-)Buch "Ich, Nofretete". Ein weiterer User meinte dazu: "Und um das auch noch anzumerken, mir ist ein gut recherchierter historischer Roman allemal lieber, als manche auf Vermutungen oder Sensationslust aufbauende Fachbücher, wobei ich hier speziell an Frau Fletcher denke!"2

Natürlich muß dazu gesagt werden, daß dies subjektive Eindrücke von Lesern sind. Wie weit sie nachweisbar sind, ließe sich nur durch einen objektiven Vergleich zwischen echten Forschungsergebnissen und Fachbüchern, sowie Romanen ermitteln. Das kann dieser Artikel bei weitem nicht leisten und diesen Anspruch erhebt er auch nicht. Wir möchten über ein paar interessante Wahrnehmungen von Jacqs Romanen in der Öffentlichkeit berichten. Dennoch wollten wir weiterhin wissen: "Hat ein Historiker Freude an den Romanen von Christian Jacq? Kann er die Bücher lesen, ohne über jeder Seite die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, weil ständig historische Ungereimtheiten auftauchen?"

Fündig wurden wir auf Selket.de. Kristina Schmitt, eine studierte Historikerin hatte Schwierigkeiten beim Lesen von Jacqs Romanen. Sie strich heraus, daß er ständig Tatsachen und Mythen vermische.

Christian Jacq selber ist sich dessen bewußt, daß er in seine Trickkiste hat greifen müssen. In einem Interview im Internet bestätigt er, daß er Löcher hat stopfen müssen. "Aber immer mit etwas, was möglich war. Das ist sehr wichtig. Sicher ist es keine Geschichte, für die man Beweise finden kann. Aber sie hätte so geschehen können."3 Er erzählt dort weiter, daß er so schreibem als wäre er wirklich dort gewesen. "Vielleicht ist es Magie."

Fußnoten

1 Zitat aus einem Ägyptologie-Forum (Adresse kann bei uns erfragt werden)
2 Zitat aus einem Ägyptologie-Forum (Adresse kann bei uns erfragt werden)
3 Zitat aus einem Text von: http://members.lycos.co.uk/HopkinsG/christianjacq.htm


Special vom: 13.12.2004
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Biografie
Bibliografie
Ägypten = Kemet - Fakten zum Land am Nil
Interview mit der leitenden Direktorin des ägyptischen Museums München
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