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Hörbuch: Harry Potter und der Halbblutprinz

Story:
Das neue Schuljahr beginnt für Harry Potter diesmal auf ganz besondere Weise, da niemand anders als Dumbledore höchstpersönlich ihn von den Dursleys befreit. Doch bevor die beiden sich auf den Weg nach Hogwarts aufmachen, besuchen sie noch Professor Slughorn, einen alten Freund des Schulleiters, um ihn zu überzeugen, dass er einen noch unbesetzten Posten in der Lehrerschaft übernimmt. Im folgenden Schuljahr verbringt Harry eine Menge Zeit damit, Draco hinterher zuspionieren, welcher unter offensichtlicher Hilfestellung von Professor Snape einen Auftrag für die Todesser erledigt. Harry selbst bekommt nur wenig Hilfe bei seiner Arbeit, mal abgesehen von einem gebrauchten Lehrbuch für magische Tränke, in dem der ominöse Halbblutprinz handschriftliche Notizen hinterlassen hat, welche geheime Magietricks beinhalten. In seiner freien Zeit bekommt Harry noch Einzelunterricht von Professor Dumbledore, der ihm mittels des Denkariums einiges über die Geschehnisse aus Lord Voldemorts früherem Leben erzählt.

Meinung:
Nachdem "Der Orden des Phönix" an einigen Stellen den Lesespaß durch unzählige und unnötige Wiederholungen immer wieder ein wenig trübte und es zeitweise ein wenig langatmig wurde, lässt sich "Der Halbblutprinz" von der ersten bis zur letzten Minute sehr gut erleben. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die immer wieder einfließen und für Abwechslung sorgen und der Hauptplot wird zwar nicht unbedingt temporeich, dafür aber zielstrebig und unterhaltsam vorangetrieben. Die Hauptcharaktere wie Harry, Ron, Hermione und Professor Dumbledore bekommen reichlich Aufmerksamkeit geschenkt, während man auf Draco diesmal meist verzichten muss, da dieser sich recht rar macht. Die Einbindung von Nebencharaktere geschieht ebenfalls recht flüchtig und das Hauptaugenmerk liegt auf den zentralen Figuren.

Es gibt aber nicht nur positives zu vermelden. Denn die ganz große Klasse der ersten vier Bücher kann der sechste Band nicht ohne Weiteres erreichen. Vor allem was die Nebenplots anbetrifft kann man von einer eher stiefmütterlichen Behandlung sprechen. So wird Dobby für Spionagedienste eingesetzt, die für den weiteren Verlauf jedoch kaum Auswirkungen haben. Slughorn wird in äußerst interessanter und ansprechender Weise eingeführt, am Ende erfährt er jedoch kaum noch Interesse und Gewichtung. Der bösartige Werwolf Silberrücken wird immer wieder in der Geschichte erwähnt, endet dann aber unter ferner liefen. Gleiches gilt auch für Tonks, die einen aufmerksamkeitserregenden und unheilschwangeren Auftritt hat, dann jedoch erst am Ende als Randnotiz wieder in Szene tritt, und dies auch noch in einer Manier, dass man sich in eine billige Soap-Serie versetzt fühlt. Selbst die Enttarnung des Halbblutprinzen geschieht fast nebensächlich und unspektakulär.

Aber selbst, wenn die Kritikpunkte recht offensichtlich sind, ist "Harry und der Halbblutprinz" alles andere als eine Enttäuschung. Ganz im Gegenteil. Denn die Probleme der mitten in der Pubertät steckenden jugendlichen Zauberschüler bieten beste Unterhaltung und sorgen für so manchen Moment zum Schmunzeln. Durch die Ausflüge in das Denkarium erfährt man einiges über das Leben vom jungen Tom Riddle, der zum gefürchteten Schwarzen Lord wurde und mit Slughorn wird ein neuer Charakter eingeführt, der ebenfalls für reichlich guter Laune sorgt. Highlight sind jedoch magische Artefakte mit dem Namen "Horcrux", welche eine große Bedeutung im Universum der Zauberer haben. Das ganze Buch über ist man als Zuhörer zusätzlich mit der Frage beschäftigt, wer das angekündigte Opfer sein wird, das im Finale sterben muss. Die Beantwortung der Frage wird viele schocken, einige Vermutungen bejahen, aber auch ebenso viele Fragen aufwerfen. Denn auf Grund von einigen Ungereimtheiten und deutlichen Hinweisen der Autorin kommt schnell das Gefühl auf, dass dieser Tod nicht endgültig ist, oder aber auch nur Teil eines Plans. Und so offen wie diese Frage ist, so offen ist auch einiges mehr zu Ende dieses Buches, dass dem siebten Band ein reichlichhaltig bestelltes Feld bietet, von dem Joanna K. Rowling im abschließenden "Harry Potter"-Band reichlich ernten kann.

Bei der Bearbeitung für das Hörbuch wurde erneut ein erstklassiges Ergebnis erzielt. Rufus Beck liest die Abenteuer in solcher einer begeisternden und abwechslungsreichen Weise, dass man als Zuhörer nie das Gefühl bekommt, es würde nur eine Person den Text vortragen. Jeder Charakter besitzt allein durch seine Stimme reichlich Persönlichkeit und bei Professor Snape geht es sogar soweit, dass seine Stimme im Hörbuch bei weitem Besser klingt, als im Film.

Fazit:
Wer schon die ersten Bücher gehört und gemocht hat, kann ohne Bedenken auch bei dem 6. Band zugreifen. Neben einer abwechslungsreichen Story bietet vor allem die stimmliche Arbeit von Rufus Beck ganze Arbeit, um auch den „Halbblutprinzen“ zu einem vorgetragenen literarischen Highlight mit kleinen Schwächen werden zu lassen.

Hörbuch: Harry Potter und der Halbblutprinz - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Joanne K. Rowling
Hörbuch: Harry Potter und der Halbblutprinz
Harry Potter and the Half-Blood Prince

Übersetzer: Klaus Fritz
Erscheinungsjahr: 2006



Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Verlag:
Der Hörverlag

Preis:
€ 29,95

ISBN:
978-3-86717-121-2
Positiv aufgefallen
  • Einführung von Horcruxen
  • Die Stimmenvielfalt von Rufus Beck
  • Einführung von Professor Slughorn
  • Trotz der Länge niemals Langweilig
  • Lebendige Personen
Negativ aufgefallen
  • Vernachlässigung der Nebenplots
  • Einige offene Fragen am Ende
  • Das lange Warten auf Band 7
Die Bewertung unserer Leser für dieses Book
Bewertung:
1.67
(9 Stimmen)
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Rezension vom: 07.04.2006
Kategorie: Fantasy
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