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Medici 1: Die Macht des Geldes

Story:
Im Florenz des Jahres 1429 tobt ein verborgener, aber deshalb nicht weniger erbitterter Machtkampf. Einflussreiche Familien kämpfen um die Vorherrschaft, insbesondere die schnell aufsteigenden, reichen Medici.

Als der Patriarch der Familie, Giovanni de' Medici, unerwartet stirbt, müssen seine Söhne Cosimo und Lorenzo seine Nachfolge antreten. Sie müssen nicht nur geschäftlich in seine Fußstapfen treten, sondern auch in der Politik. Das ist nicht leicht in einer Welt, in der ein Menschenleben nicht viel wert ist, in der persönlicher Groll blutige Kriege auslösen kann - und in der Loyalität oft nur so lange hält bis jemand kommt, der mehr bezahlt.

Eine zufällige Entdeckung führt die Gefahr den beiden Brüdern drastisch vor Augen: Sollte der Tod ihres Vaters keine natürliche Ursache haben? Offenbar gibt es jemanden, der in seinem Hass gegen die Medici vor nichts zurückschreckt.

Meinung:
Die Medici waren eine der einflussreichsten Familien von der frühen Neuzeit bis ins 18. Jahrhundert. Sie prägten ihre Epoche nicht nur auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet, sondern auch als Mäzene für Künstler und Wissenschaftler. Sie förderten unter anderem Filippo Brunelleschi, Donatello, Michelangelo oder Leonardo da Vinci.

Der Schriftsteller Matteo Strukul will in seiner Trilogie "die Saga der mächtigsten Familie der Renaissance", eben der Medici, erzählen. Der studierte Jurist hat sich bisher vor allem mit Thrillern einen Namen gemacht. Und "thrill" gibt es auch in "Die Macht des Geldes" durchaus, allerdings anders als vielleicht erwartet.

Der erste Band der Trilogie stellt Cosimo de' Medici in den Mittelpunkt, den man später "il Vecchio", "der Alte" nennen sollte. Hier beginnt er aber als junger Mann, der nach dem Tod des Vaters gemeinsam mit seinem Bruder Lorenzo die Führung der Familie übernehmen muss.

Für seine Rolle als Hauptfigur bleibt Cosimo im Roman allerdings auffällig blass. Vielleicht waren Strukul zu wenige Details über den historischen Cosimo bekannt, um ein stärker akzentuiertes Bild zu zeichnen, vielleicht hat der Autor seinen Protagonisten bewusst zurückgenommen, um es dem Leser zu erleichtern, der Geschichte durch seine Augen zu folgen. Jedenfalls erfährt man nicht viel über Cosimos Persönlichkeit, und es fällt schwer, sich auf ihn einzulassen.

Da sind einige Nebenfiguren, insbesondere die schöne und gefährliche Laura Ricci und der Schweizer Söldner Reinhardt Schwarz, deutlich mehr ausgearbeitet. Dadurch fühlt der Leser eher mit ihnen mit als mit dem nominellen Protagonisten. Es ist eher die Sorge um sie als um Cosimo, die zum Weiterlesen veranlasst - dabei sind Laura und Reinhardt klare Antagonisten.

Wem man nun auch immer durch die Geschichte folgt, das Italien des frühen 15. Jahrhunderts ist nicht nur eine blutige, sondern auch eine von Intrigen und Bestechung geprägte Zeit. Die mit den Medici verfeindeten Albizzi beispielsweise stürzen ihre Heimatstadt Florenz mehr als einmal in einen Krieg, nur um das öffentliche Ansehen der Medici zu unterminieren. Cosimo wiederum greift schon mal tief in die Geldtruhe, um einen Feldherren, der bisher gegen Florenz gekämpft hat, davon zu überzeugen, doch die Seiten zu wechseln - auf die Seite von Florenz und vor allem auf die Seite der Medici.

Dabei versichern sich die handelnden Personen immer wieder wortreich, wie sehr sie sich doch wertschätzen, und wie sehr ihnen das Wohl ihrer Vaterstadt am Herzen liege. Ausdrücklich bestochen wird niemand, aber man lässt gerne mal jemandem eine größere Summe als "Symbol seiner Dankbarkeit" zukommen. Manchem wird das Wort "machiavellistisch" auf der Zunge liegen, und tatsächlich war auch Niccolò dei Machiavelli ein Florentiner aus dieser Epoche, der allerdings erst einige Jahrzehnte nach dem Ende dieses Bands der Trilogie geboren wurde. Es wäre aber tatsächlich verwunderlich, wenn Machiavelli in den beiden folgenden Bänden nicht eine Rolle spielen würde.

Entsprechend werden sich an "Die Macht des Geldes" vor allem solche Leser erfreuen, die ein Faible für Taktik, Strategie und Diplomatie haben. Die kommen in einer Geschichte voller Intrigen und Verrat reichlich auf ihre Kosten. Teilweise fühlt man sich eher an ein Schachspiel als an eine Geschichte mit "echten", lebenden Menschen erinnert - was nicht zuletzt auch an der bereits erwähnten Blässe des Protagonisten liegt. Aber Strukul führt seinen Lesern immer wieder durch teils ziemlich drastische Schlacht(en)szenen vor Augen, dass die Figuren, mit denen die Mächtigen ihre Züge ausführen, eben doch Menschen sind.

Leser, die sonst nur wenige Berührungspunkte mit Italien und der italienischen Sprache haben, mögen sich zu Beginn etwas schwer mit den italienischen Namen tun. Wer war gleich wieder Ludovico Mocenigo, oder Niccolò Piccinino? Aber daran gewöhnt man sich mit etwas Konzentration relativ schnell.

Historische Fehler sind hier für diesen Rezensenten weniger leicht festzustellen als bei Romanen aus anderen Epochen. Aber es fallen zumindest keine groben Schnitzer auf.

Die beiden folgenden Bände der Trilogie sind bereits für die kommenden Monate angekündigt: Mitte Mai soll "Die Kunst der Intrige" erscheinen, mit Lorenzo de' Medici im Mittelpunkt. Dabei handelt es sich um einen Enkel Cosimos, genannt "il Magnifico", "der Prächtige". Den Abschluss bildet "Das Blut der Königin" Mitte Juli mit Caterina de' Medici, die es bis zur Königin Frankreichs brachte.

Fazit:
Dieser erste Band einer Trilogie über die mächtige Familie der Medici stellt Cosimo in den Mittelpunkt, der später "der Ältere" genannt werden sollte. Der Protagonist bleibt erstaunlich blass, für die emotionale Bindung an die Geschichte sorgen ausgerechnet zwei Antagonisten. Besondere Freude an diesem Roman werden Leser haben, die sich für Taktik, Strategie und Diplomatie begeistern können.

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Matteo Strukul
Medici 1: Die Macht des Geldes
I Medici. Una dinastia al potere.

Übersetzer: Ingrid Exo
Erscheinungsjahr: 2017



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Goldmann Verlag

Preis:
€ 12,99

ISBN:
978-3-442-48662-5

443 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ein Vergnügen für Freunde von Taktik, Strategie und Diplomatie
  • Für emotionale Bindung sorgen einige Antagonisten
Negativ aufgefallen
  • Der nominelle Protagonist bleibt erstaunlich blass
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Rezension vom: 20.03.2017
Kategorie: Historisches
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