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Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir

Story:

London, England: Auf dem Trafalgar Square ereignet sich ein Massaker. Doch niemand, außer der 18-jährigen Violet, wird Zeuge des blutigen Verbrechens. Ihr Fluchtversuch ist erfolglos, die toughe junge Frau findet sich nach einer rabiaten Kidnappingaktion in einem entlegenen Herrenhaus wieder, wo sie fortan als Gefangene festsitzt. Als Violet realisiert, dass sie von Vampiren festgehalten wird, weicht erster Schrecken und Ekel schnell neugieriger Faszination. Zu anziehend wirken die Geschöpfe der Nacht auf die junge Frau. Insbesondere Kaspar hat es ihr angetan. Ein gefährlicher Ritt auf des Messers Schneide beginnt, an deren Ende sie entweder eine sagenumwobene Dunkle Heldin ist oder ihr Schicksal mutig in die Hand nimmt und sich gegen die Blutsauger stellt...



Meinung:

Abigail Gibbs hat geschafft, wovon viele Jungautoren träumen. Mit nur 18 Jahren auf der Uhr hat die Britin einen Weltbestseller hingelegt, der auf ungewöhnliche Weise den Weg in die Regale der Buchhändler und schließlich seiner Leser fand. Die Oxford-Studentin hat über eine Social-Reading-Plattform ihre young adult-Kreuzung aus Coming-of-Age, Horror, Mystery und Vampirgeschichte kapitelweise veröffentlicht und wohl selbst kaum mit dem überschwenglichem Erfolg gerechnet, der ihr und ihrem Werk zuteil wurde. Nachdem Dark Heroine über 17 Millionen Leser gewann, flatterte der Autorin ein Verlagsvertrag ins Haus. Dieser bewirkte nicht nur eine Aufbesserung von Gibbs' Taschengeld, sondern auch die Dinner mit einem Vampir-Übersetzung in 17 Sprachen und damit die Auswertung auf zahlreichen fremdsprachigen Büchermärkten. Beachtlich, zu welchen Karrieren das oft gescholtene Internet führen kann.

Für die junge Autorin ist mit dem Erscheinen ihres Debüts jedoch keinesfalls Schluss, da Dinner mit einem Vampir als erster Teil einer ganzen Reihe um Violet und ihre Existenz als düstere Heldin zwischen den Welten die Tür für neue Abenteuer weit aufstößt. Mit Autumn Rose erscheint in diesem Oktober bereits der zweite Band. Doch zurück auf Anfang: Zunächst ist an Violet nichts heldenhaft. Nachdem die junge Protagonistin nachts von einem Discoabend nach Hause will, tappt sie in ein von Vampiren angerichtetes Gemetzel. Diese sacken sie ein und halten sie als Spielzeug. Mit zunehmender Dauer der Gefangenschaft kommt ihre ungeahnte Bedeutung raus, die die Vampire vor ein Problem stellt. Im schlimmsten Fall droht gar der Krieg mit den Menschen. Gibbs's literarisches Debüt dreht sich im Stile von anderen young adult-Stoffen ganz und gar um seine Heldin. Violet unterscheidet sich nicht viel von Bella, Katniss oder wie sie alle heißen.

Aus dem unsicheren Teenie-Mädchen wird im Verlauf der 640 Seiten eine selbstständige, starke Heldin mit übernatürlicher Vorbestimmung. Für die primäre Zielgruppe der weiblichen Leser im Alter zwischen 14 und 18 Jahren stellt das in der Tat kein Problem dar. Violets Geschichte bewegt, reißt mit, fesselt und bringt einiges an Identifikationspotential mit. Die Bande zwischen Leser(in) und Heldin ist somit schnell geknüpft. Komplexer und leider auch unnötig komplizierter wird Dark Heronine, wenn diverse Parallelwelten und deren Regenten ins Spiel kommen. Der Leser wird das Verfolgen der Handlung nicht leicht gemacht, da die Orientierung zwischen den einzelnen Welten und deren Einwohnern nicht immer gelingt. Hier fehlt der jungen Autorin die sichere Schreibe des einführenden Drittels. Mit zunehmender Komplexität gleiten ihr die erzählerischen Fäden aus den Händen. Leser und Violet erfahren gleichzeitig von diesen Verhältnissen. Genauso wie sie, muss der Leser begreifen und verdauen. Häppchenweise werden Informationen preisgegeben, ohne wirklich Spannung, dafür aber Verwirrung aufzubauen.

Tiefergehende Erkenntnisse werden erst in den Folgebänden Licht ins Dunkel bringen, was den Leser zum Zeitpunkt der Lektüre durchaus unbefriedigt zurück lässt. Dass sich die Geschehnisse plötzlich auf andere Welten verteilen, wirkt künstlich aufgeblasen. Der Leser möchte mehr erfahren, wird jedoch hingehalten. Ähnlich verhält es sich mit Violets mysteriöser Vorbestimmung. Ohne an dieser Stelle zu viel verraten zu wollen, sei erwähnt, dass es die Dark Heronies gibt, die laut einer uralten Bestimmung die vorherrschenden Verhältnisse nachhaltig verändern können. Weil aber niemand - weder Leser noch Akteure - genau wissen, was diese eigentlich können, wollen oder machen werden, schwebt stets ein Fragezeichen über dem Kopf des Lesers. Gibbs reicht diese spärlichen Informationen klugerweise erst sehr spät auf den letzten 50 Seiten, womit das Interesse für den Nachfolger geschürt wird. Dennoch macht sich Enttäuschung breit, weil nach dem Umblättern der letzten Seite zu viel im Vagen liegt und die aufgebaute Spannung nicht befriedigend gelöst wird. Positiv erwähnenswert ist die aus verschiedenen Perspektiven angesetzte Erzählung. Gibbs schildert abwechselnd aus Violets und Kaspars Sicht die Dinge, sodass sich der Leser mit beiden tiefergehender auseinandersetzen kann. Trotz allem überwiegt die Enttäuschung, dass erst zum Ende die wirklich wichtigen Geschehnisse ihren Lauf nehmen und zwingerderweise der zweite Band benötigt wird, um alle Storyverästelungen aufzulösen.



Fazit:

Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir ist ein solides Debüt der jungen Autorin Gibbs, welcher der young adult-Zielgruppe eine weitere ansprechende Romanreihe präsentiert. Die Heldin bringt viel Identifikationspotential mit, der Hauch einer Lovestory lässt die Hormone in Wallung kommen und das düstere, übernatürliche Setting bedient die Phantasie, aber leider auch gängige Klischees des Genres. Schlimmer ist allerdings, dass ab dem ersten Drittel versucht wird, durch Vergrößerung der Komplexität der Story Wichtigkeit und Bedeutung zu verpassen, was jedoch misslingt, weil zu wenig preisgegeben wird. Vielmehr laufen der Autorin die einzelnen Fäden aus den Händen, was den Lese- und Verstehensfluss auf Leserseite hemmt. Zudem wird am Ende dieses ersten Bandes zu wenig aufgelöst und zu viel den Nachfolgebüchern überlassen. Dennoch kann Abigail Gibbs' Werk den Leser zumindest phasenweise einnehmen und weckt durch die wenigen Auflösungen am Ende den Hunger auf Band zwei.



Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Abigail Gibbs
Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir
The Dark Heroine - Dinner With a Vampire

Übersetzer: Diana Bürgel
Erscheinungsjahr: 14. April 2014



Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Verlag:
Piper

Preis:
€ 16,99

ISBN:
978-3492702973

640 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Guter young-adult Roman
  • Perspektivische Erzählung
  • Dark Heroine-Element könnte noch spannend werden
Negativ aufgefallen
  • Kommt erst gegen Ende richtig in Schwung
  • Wirkt teilweise künstlich aufgeblasen
  • Für Leserschaft jenseits der Zielgruppe naiv wirkende Heldin
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Rezension vom: 17.10.2014
Kategorie: Rezensionen
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