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Der Schattenprinz 2: Der Prinz der Klingen

Story:

Torsten Fink ist in der Riege deutscher Fantasy-Autoren kein Unbekannter mehr und auch bei Splashbooks bereits durch einige Rezensionen vertreten. Der vorliegende Roman ist der zweite Teil einer als Trilogie angelegten Geschichte, um einen jungen Prinzen mit besonderen Fähigkeiten, der sein Gedächtnis verloren hat. Der Zyklus trägt den Titel "Der Prinz der Skorpione". Der erste Band ("Der Prinz der Schatten") wurde bereits hier besprochen.

Im ersten Teil durfte der Leser Sahif, einen Prinzen aus dem Haus des Skorpions kennenlernen und miterleben, wie der junge Mann mit allen Mitteln versuchte herauszufinden, wer er eigentlich ist. In Atgath, einer scheinbar unbedeutenden Stadt fern von seiner Heimat, findet er seine Schwester und vertraut sich ihr an. Schnell stellt sich heraus, dass Shahila, unterstützt von ihrem Leibwächter Almisan, einem Meister der Schatten, ihre eigenen Pläne verfolgt und ihrem Bruder im Zuge dessen sogar nach dem Leben trachtet.

Hals über Kopf verlässt der der Protagonist Atgath und überlebt nur dank sporadisch auftretenden besonderer Fähigkeiten, die ihm selber mindestens so viel Angst einjagen wie seinen Gegnern. Die einzige Person der Sahif glaubt vertrauen zu könne,n ist die Köhlertochter Ela, die ihm bereits im ersten Roman zur Seite stand. Gemeinsam machen sich Sahif und Ela auf nach Felisan, der nächsten großen Hafenstadt, die zum mächtigen Seebund gehört und in der die einstige Geliebte des Prinzen noch immer auf diesen zu warten scheint. Vielleicht kann die schöne Aina Licht ins Dunkel von Sahifs Vergangenheit bringen.

Doch während Sahif zum Spielball der Mächtigen wird, während er nach seiner Vergangenheit forscht, passieren schon im ersten Drittel der Geschichte an allen Enden der Welt wichtige Ereignisse, die den Lauf der Ereignisse in ihrer Gesamtheit zu verändern beginnen:

Shahila hat sich zur Herrscherin von Atgath erhoben und möchte das mächtige Geheimnis der scheinbar verschlafenen Bergstadt erkunden. Doch ihr verhasster Stiefbruder Sahif hat einen magischen Schlüssel in seinem Gedächtnis, ohne den alle ihre Pläne scheitern könnten. Der große Skorpion persönlich hat einen Plan geschmiedet, der in seiner Gesamtheit den Seebund in seiner Existenz bedroht. Der mächtige und unsterbliche gewordene Wassermeister Faran Ured ist unfreiwillig zu einem Teil der Pläne des großen Skorpions geworden, der dessen Familie entführt hat. Meister Ured sinnt bereits auf Rache, während der Köhler Heiram Grams unter seinem Bann steht und sich selbst nicht so recht erklären kann, warum er dem seltsamen alten Pilger so viel Freundschaft entgegen bringt. Und dann ist da noch die alte Kisbe Kisbara, die den mittelmäßig begabten Magier Bahut Hamoch unverhofft aufsucht, nachdem dieser in die Geheimnisse der Nekromanten einzutauchen beginnt. Sie ist eine gefährliche Verbündete, deren Motive tief im Schatten verborgen liegen.



Meinung:

Der zweite Teil gibt im Vergleich zum eher gemütlichen ersten Band richtig Gas. Alle paar Seiten passiert etwas, was man vorher so nicht erwartet hat und die vielen, vielen schillernden Nebenfiguren laden geradezu dazu ein, Exkurse in die Geschichte und die kulturelle Vielfalt der fiktiven Länder rund um das Goldene Meer zu unternehmen.

Torsten Fink macht davon ausgiebig Gebrauch, ohne den roten Faden zu verlieren. Quasi en Passant erfährt der Leser immer mehr über verschiedene magische Orden, die im Verlauf der Jahrhunderte gelernt haben, bestimmte Elemente zu beherrschen oder die Untaten der Totenbeschwörer, die mittlerweile in allen zivilisierten Ländern geächtet werden und die (wohl zu Unrecht) sogar für die Pest verantwortlich gemacht werden. Da gibt es außerdem die Schatten, eine verschworene Bruderschaft von magisch begabten Assassinen, die buchstäblich mit den Schatten verschmelzen können und ihren Opfern lautlos den Tod bringen und zu denen auch Sahif gehört. Der Autor hat eine ungeheuer vielfältige und in sich schlüssig erscheinende Welt erschaffen, die er mit Freude am Erzählen zum Leben erweckt.

Darüber hinaus schafft der heute in Mainz lebende Autor das Bravourstück, all die oben angesprochenen Handlungsstränge nicht aus dem Auge zu verlieren, sondern jeden für sich Stück für Stück voranzutreiben. Als Leser bemerkt man zwar, dass das Ganze einem furiosen Finale entgegenstrebt. Aber das Erzähltempo ist genau richtig gewählt, um die einzelnen Geschichten zur Geltung zu bringen.

Ein besonderes Highlight stellt das düstere Kapitel auf der Insel Ghul-adat oder Bariri dar. Hier wimmelt es nur so von Mythologie, Dämonen, Bösewichtern und schwer einzuschätzenden Nebenfiguren. Die Insel wird unverhofft Schauplatz einer epischen Schlacht zwischen Gut und Böse, in der die bis dahin handlungstragenden Figuren kurzzeitig zu Statisten degradiert werden. Gerade die Rückblicke in die bewegte Geschichte der Insel lassen ein lebendiges Bild der Länder rund um das Goldene Meer entstehen. Zu wissen, dass all diese Regionen auch eine Vergangenheit haben, verleiht der erdachten Welt zusätzliche Plastizität.

Auch der Hauptcharakter hat zusätzliche Facetten gewonnen, was nach dem eher blassen Schattenprinz des ersten Bandes dringend nötig war. Einzig und allein der Gedächtnisverlust und das Hadern mit einer unbekannten "dunklen" Vergangenheit trugen in dieser Hinsicht den ersten Band der Trilogie. Nun mit dem Wissen um die eigene Vergangenheit, ist nicht alles leichter zu ertragen, aber der Protagonist versteht sich zumindest selbst. Die zaghaft entstehende Nähe zur gegensätzlichen Köhlerstochter Ela Grams verleiht dem Finsterling außerdem zusätzliche menschliche Charakterzüge. Darüber hinaus hadert er oft glaubhaft mit sich und stellt seine Handlungen in Frage. Töten soll für den neuen Sahif nicht mehr das einzige Mittel der Wahl sein und umso mehr quält es ihn, wenn er scheinbar doch immer wieder dazu gezwungen wird. Ist es doch das einzige, was er kann?

Eine der großen Stärken der gesamten Geschichte sind die Nebencharaktere, die teilweise in völlig eigenständigen Questen operieren und teilweise freiwillig oder unfreiwillig eng mit dem Hauptstrang verwoben sind. Allen voran ist da der mächtige Wassermagier Faran Ured zu nennen. Aber auch die finstere Totenbeschwörerin Kisbe Kisbara jagt dem Leser einen kalten Schauer über den Rücken. Immer wenn man glaubt verstanden zu haben, wer rund ums goldene Meer die Hosen an hat, taucht jemand auf, der noch finstere Geheimnisse und noch tödlichere Magie mit sich bringt. Bitte mehr davon.



Fazit:

Der zweite Band der Trilogie verspricht Großes für das Finale und stellt eine enorme Steigerung im Vergleich zu dem eher gemütlichen ersten Band dar, der nicht so richtig in Fahrt kommen wollte. Tolle Nebenschauplätze, viele verschiedene Figuren mit eigenen unterschiedlichen Motiven und die im großen Stil angelegte Hauptgeschichte sorgen für Spannung von Anfang bis Ende.



Der Schattenprinz 2: Der Prinz der Klingen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Torsten Fink
Der Schattenprinz 2: Der Prinz der Klingen
Erscheinungsjahr: 17.12.2012



Autor der Besprechung:
David Weigel

Verlag:
Blanvalet

Preis:
€ 15,00

ISBN:
3442268575

736 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Schnelles Erzähltempo ohne Hektik
  • Viele schillernde Figuren abseits des Titelhelden
  • Viele spannende Szenen
  • Der Hauptcharakter gewint an Tiefgang
  • Zweiter (besserer) Teil einer Trilogie
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 04.05.2014
Kategorie: Fantasy
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