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Der Mond Ist Nicht Genug

Story:

Die Mietpreise explodieren überall. Als vom Pech verfolgte Angestellte in einem Kaufhaus verdient man sich eher keine goldene Nase und so musste Diana dem seltsamen Wohnungsvermieter, der ihr eine Traumwohnung zum Schnäppchenpreis anbietet, zwangsläufig in die Falle gehen. Denn kaum ist der Mietvertrag unterschrieben, bricht ihr Weltbild in sich zusammen. Es eröffnet sich ihr, dass das ganze Universum von mehr oder minder schrecklichen Monstern bevölkert wird. Nicht nur, dass sie ab jetzt Verantwortlich für ein mittel-schreckliches Vielfraßmonster ist; sie zieht auch immer mehr seltsame Kreaturen an, muss dem geheimnisvollen Vermieter dabei helfen, dass die Insekten im Sicherungskasten nicht die Zukunft der Menschheit auslöschen, den Nachbarn aus Appartement 2 aus den Klauen eines bösen intergalaktischen Mopses befreien und nebenbei versuchen, dass ein in unserer Realität gefangener Übergott nicht den Mond verschlingt. Und dabei nicht wahnsinnig zu werden.



Meinung:

Alex Lee Martinez ist ein amerikanischer Autor, der am 12. Januar 1973 in El Paso, Texas geboren wurde. 1991 machte er seinen Abschluss an der Gadsden High School in Anthony, New Mexico. Sein Durchbruch gelang ihm mit "Diner des Grauens". In diesem Buch zeichnete sich Martinez schon durch seine ungewöhnliche Mischung aus Humor, Phantasie und absurdem Horror mit Augenzwinkern aus. Ihm gelingt es, die absolut unvereinbaren Dinge wie Tod und Vernichtung mit einem süffisanten Augenzwinkern darzustellen, so dass sein Horror eher rosa als schwarz anmutet. Seine Meisterschaft in Absurdität bewies er bereits in einer Vielzahl weiterer Bücher, deren Handlung unterschiedlicher nicht sein könnte. Dabei bedient er sich mit Freude an Klischees aus jedem literarischen Genre.

In "Der Mond ist nicht genug" schreibt Martinez über eine ganz durchschnittliche Mittzwanzigerin, die ganz gewöhnliche Probleme und Sorgen quälen. Als Verkäuferin in einer Mantelabteilung eines mittelgroßen Kaufhauses, fristet Diana ihren wenig interessanten Alltag. Da erhält sie das beste Wohnungsangebot ihres Lebens, spottbillig und genau so, wie sie es sich wünschen würde. Einziger Haken, der ihr vom etwas seltsam anmutenden Vermieter aufgezeigt wird ist, dass sie unter keinen Umständen den Schrank im Schlafzimmer öffnen solle. Der Rat entpuppt sich bald als überlebenswichtig, stellt die plötzlich in ihrem Zimmer Gefangene doch fest, dass sich ein gefräßiges Monster in ihrem Schrank verbirgt. Doch mit etwas Raffinesse gelingt es ihr, dem Monster und dem magisch verschlossenen Zimmer zu entkommen. Leider muss sie feststellen, dass sie einer Sache wohl nicht mehr entkommen kann: Der Veränderung ihrer Sichtweise auf die Welt. Da gehören die selbstverständlich durch die Szenerie wandelnden Schreckensgestalten noch zu den angenehmsten Zeitgenossen. Indes versucht ein riesiges Tentakelmonster namens Fenris den Mond zu fangen und hier und da kommen neue Monster aus den entferntesten Winkeln der Dimensionen um sich Diana an den Rockzipfel zu hängen. Wo sich viele Monster aufhalten, kommt es auch des Öfteren zu größeren Zerstörungswellen, die die Realität dann jedoch stets mit Hängen und Würgen zu reparieren vermag.

Allerdings handelt es sich dabei meist nur um kleine Schnitzer, etwa einem Restaurant voller Menschen, das Zeuge eines Kampfes zwischen einem Weltenverschlinger und einem sich unablässig teilenden Schleimhaufens wird.

Calvin indes weiß ganz genau, dass das, was er vorhat, diese gesamte Menschenwelt vernichten wird. Denn Calvin steckt in der Klemme: Eigentlich ist er ein extrem mächtiger Gott, der durch ein ganz dummen Zufall in Teile gespalten und auf der Erde gefangen wurde. Tatsächlich sind der Mond und Fenris seine anderen Teile und seine Flucht würde die sowieso recht labile menschliche Realität komplett vernichten. Aber nicht nur die baldige Wiedervereinigung von Calvin, Fenris und dem Mond bedroht permanent das Gefüge der Realität: Diana muss bald feststellen, dass auch der Vermieter Tag für Tag für Ordnung in ihrem Universum sorgen muss.

Alles in Allem ist es also nicht nur der blanke Wahnsinn, der täglich an Dianas Stirn hämmert, die Tatsache das von Tag zu Tag mehr Monster (die im Grunde eigentlich ganz handzahm sind) in ihrem Appartement einziehen, der Umstand, dass sie ihrem Vermieter ständig beim Aufräumen in der Galaxie helfen muss und die Tatsache, dass der einzige begehrenswerte Mann in ihrer Nähe von einem bösen Mops-Dämon gefangen gehalten wird, sondern obendrein natürlich die Tatsache, dass sie sich irgendwie auch darum kümmern muss, dass Fenris am Ende nicht die Erde zerstört.

Alex Lee Martinez scheint einem festen Schema zu folgen: Jedes 2. seiner Bücher ist ein Geniestreich in Handlung, Fantasie, Spannung und Humor. In "Der Mond ist nicht genug" findet sich hier eindeutig ein Buch aus dieser Kategorie! Bereits die Eingangssequenz, in der beschrieben wird, wie Diana in dem Zimmer eingesperrt wird, um dem Dämon im Schrank so lange Gesellschaft zu leisten, bis sie vor Langeweile den Freitod durch das Öffnen der Türen wählt, ist genial gezeichnet.

Der Gefangenen mangelt es an nichts: Sie bekommt aus dem Kühlschrank, was sie sich wünscht, und selbst ein Fernseher ist vorhanden. Nur kann sie eben nicht heraus. Der einzige Weg nach draußen besteht darin, den Schrank zu öffnen. Jedoch wartet in eben diesem ein Monster mit unerschöpflichem Hunger. Wie lange würden sie durchhalten?

Selten kann man eine Geschichte mit einer solchen Leichtigkeit verfolgen, wie es bei den Werken von Martinez stets der Fall ist. Ihm gelingt es, eine Geschichte mit absurden, farbenfrohen und unglaublich fantasiereichen Bildern zu bevölkern. Jede umgeschlagene Seite wird somit zu einer Expedition in unbekannte Welten die mit neonfarbenem Stift gemalt scheinen. Seine Charaktere sind pittoresk, teilweise absurd. Beispiel hierfür wäre Zap. Das Dritte Monster, dem Diana begegnet, ist ein allwissendes schwebendes Auge mit Tentakeln, das die unangenehme Angewohnheit besitzt, Diana unverwandt anzustarren. Außerdem ist es ein furchtbarer Besserwisser.

Die Unvorhersehbarkeit der Ereignisse und des Handlungsverlaufes sind einzigartig in Werken von Martinez, so absurd und überraschend treten Wendungen ein. Meisterhaft spielt er mit den Wahrnehmungen und Vorstellungen der Menschen, um die dann wie mit einem Mixer so lange zu pürieren, dass am Ende Strudel aus undefinierbaren Sonderbarkeiten den Leser in die Tiefe er Handlung zieht.



Fazit:

"Der Mond ist nicht genug" ist kein Buch für Realisten oder Freunden ernsthafter Literatur, sondern für jene, deren lebendige Vorstellung sich noch freudig an Bildern mächtigster Einfallskraft berauscht. Alle, die auf schnelle fantasiereiche, aber nicht zu schwülstige Geschichten, die, frei jeglicher Allüren, aber scharf gegen alle Klischees geschrieben sind, dann sind sie bei Martinez an der richtigen Adresse. Dieses Buch mag aufgrund der schwungvollen und bunten Art wie ein Roman für junge Erwachsene wirken, doch verbirgt sich unter dem Deckmantel einer scheinbaren Geistlosigkeit ein sehr sarkastisches und böses Werk der schwarz-humoristischen Unterhaltung.



Der Mond Ist Nicht Genug - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

A. Lee Martinez
Der Mond Ist Nicht Genug
Chasing the Moon

Übersetzer: Karen Gerwig
Erscheinungsjahr: 2013



Autor der Besprechung:
Alexander Prinz

Verlag:
Piper

Preis:
€ 9.99

ISBN:
978-3492268820

400 Seiten
Positiv aufgefallen
  • haarsträubende Fantasie
  • Unerwartete Wendungen und absurde Ereignisse
  • Spannender und leichter Textfluss
  • Ungewöhnliche Charaktere
Negativ aufgefallen
  • Recht abruptes Ende
  • Eher beschreibend als metaphorisch
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Rezension vom: 15.10.2013
Kategorie: Humor
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