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Totenblick

Story:

Ein Mörder geht in Leipzig um. Er arrangiert seine Opfer so, dass sie wie aus berühmten Gemälden zu stammen scheinen. Und jeder, der in die Augen der Toten guckt, wird sterben.



Meinung:

Markus Heitz war bislang eher als Fantasy-Autor bekannt. "Die Zwerge" oder "Judastöchter" sind nur einige seiner vielen bekannten Werke. Mit "Totenblick" wechselt er jetzt das Genre. Es ist sein erster richtiger Thriller, wobei er es sich doch nicht nehmen lassen kann, einige Fantasy-Elemente einzubauen.

Die Geschichte spielt in Leipzig. Dort treibt ein wahnwitziger Mörder sein Unwesen. Das besondere an seinen Taten? Er arrangiert seine Opfer so, dass sie und ihre Umgebung exakt so aussehen, wie bekannte Gemälde. Doch damit nicht genug: Jeder, der in die Augen der Toten blickt, hat sein Leben so gut wie verwirkt. Er stirbt dann nämlich eines grausamen Todes.

Eher ungewollt gerät der 40jährige Ares Löwensein in diese Angelegenheit. Er wird angeheuert, weil der Sohn eines Bekannten eines guten Kunden vermisst wird. Und er soll der Angelegenheit diskret nachgehen. Auch ein guter Bekannter von ihm, der Kommissar Peter Rhode, wird in die Angelegenheit involviert. Und, ohne es zu ahnen, werden die beiden damit potentielle Opfer des Mörders.

Ganz auf Fantasy-Elemente konnte Markus Heitz dann doch nicht verzichten, wie er im Nachwort indirekt zugibt. Doch stört dies nicht, denn bis sie ganz am Ende auftauchen, schreibt er einen richtigen Thriller, mit allem, was dazu gehört. Phantastische Elemente kann man da mit der Lupe suchen.

Die Geschichte, die der Autor in dem Buch erzählt, fasziniert von Beginn an. Schon allein der Prolog verursacht ein unheimliches Gefühl. Denn wenn man noch nicht einmal jemanden vertrauen kann, der einem scheinbar selbstlos Hilfe anbietet, wem dann? Eine Antwort auf diese Frage liefert der Roman nicht. Muss er auch nicht. Stattdessen nutzt der Autor dieses Gefühl der Hilflosigkeit perfekt für seine Geschichte aus.

Mit Peter Rhode und Ares Löwenstein lässt er den Leser gleich zwei charmante Charaktere kennenlernen. Sie können gegensätzlicher nicht sein, und doch sind sie gute Bekannte. Ares, ein muskelbepackter Fitnesstrainer mit drei geschiedenen Ehen und drei Töchtern, die er heiß und innig liebt. Und Peter, bei dem im Laufe der Zeit das Privatleben unter den Ermittlungen leidet.

Beides sind Figuren, die hervorstechen und deshalb auch einzigartig wirken. Aber auch die Nebencharaktere werden von Markus Heitz ausführlich charakterisiert. So ist beispielsweise ein Kollege von Peter Rhode, der Kommissar Lenkmann, Alkoholiker, der ab und an lichte Momente hat. Durch solche Merkmale sorgt der Schriftsteller dafür, dass man die Figuren nicht vergisst und um sie trauert, wenn sie sterben.

Tatsächlich schlägt der Tod in dem Roman oft zu. Teilweise sterben die Menschen auf bizarre Art und Weise. Allerdings übertreibt es Herr Heitz mit den vielen Toten. Ungefähr ab der Hälfte des Buches nimmt man neue Todesfälle einfach als gegeben hin. Man wird selbst dann mehr von ihnen berührt, als eine wichtige, handlungstragende Person stirbt, was kein gutes Zeichen ist.

Auch hat man das Gefühl, dass der Autor bei einigen Plots nicht wusste, wie er sie beenden sollte. So behandelt ein Subplot ein Ereignis aus der Vergangenheit von Ares. Markus Heitz führt diesen Handlungsfaden auch regelmäßig weiter. Doch die Auflösung, das Ende von diesem, ist enttäuschend.

Das gilt auch für das Finale des Buches. Hier ist das Problem, das die Erwartung einer finalen Konfrontation nur bedingt erfüllt wird. Anstatt diesen direkt zu schildern, erzählt Markus Heitz es durch eine dritte Person, wodurch die direkte Anteilnahme nicht möglich ist. Stattdessen hat man den Eindruck, man hat etwas verpasst.

Und deshalb ist das Buch auch nur "Für Zwischendurch" zu empfehlen.



Fazit:

Markus Heitz ist mit "Totenblick" unter die Thriller-Autoren gegangen. Und tatsächlich liest sich der Roman hochinteressant. Der Autor verursacht ein Gefühl der Hilflosigkeit und führt mit Ares Löwenstein und Peter Rhode zwei interessante Charaktere ein. Aber auch die Nebenfiguren erhalten Momente, in denen sie mit Merkmalen ausgestattet werden, die sie unverwechselbar machen. Dadurch ist es wie ein Stich ins Herz, wenn einer von ihnen stirbt. Das gilt jedoch nur für die erste Hälfte des Buches. Denn ab dann hat man sich an den vielen Toten sattgelesen. Man ist nicht mehr berührt, wenn eine Person vorzeitig stirbt. Ebenso hat man das Gefühl, das der Autor bei einigen Plots nicht wusste, wie er sie zufriedenstellend beenden sollte. Und das Finale ist im Grunde genommen eins: Enttäuschend.



Totenblick - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Markus Heitz
Totenblick
Erscheinungsjahr: 1. August 2013



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Knaur

Preis:
€ 9,99

ISBN:
978-3-426-50591-5

528 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Wem kann man trauen?
  • Hervorragende Charakterisierungen
Negativ aufgefallen
  • Tod verliert nach Hälfte des Buches seinen Schrecken
  • Nicht alle Plots werden zufriedenstellend beendigt
  • Enttäuschendes Finale
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Rezension vom: 20.08.2013
Kategorie: Thriller
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