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Im Schatten der Giganten

Story:

Gerade als der Dieb Easie Damasco von drei Wanderern an einem Baum aufgeknüpft wird, taucht der nordische Kriegsheer Moaradrid und befreit den jungen Mann, um ihn für sein Heer zu rekrutieren. Easies Freude darüber schwindet, als ihm klar wird, dass er nur zum Fußvolk gehört, die als Kanonenfutter dienen und zuerst ins Gras beißen. Nach der ersten Schlacht macht er daher das, was er am besten kann - er haut ab, nicht ohne seinem Befreier einen Beutel mit Geld, einem riesigen Rubin und einem einfachen Stein zu entwenden. Zudem nimmt er den gutmütigen und einfältigen Riesen Salzleck mit und flieht Richtung Muena Palaiya.

Doch sein Diebstahl bringt ihn in Teufels Küche - auf einmal ist nicht nur Moaradrid hinter ihm her, er trifft auch auf Marina Estrada, Bürgermeisterin von Muena Palaiya und Anführerin einer Rebellengruppe, die es sich zum Ziel gemacht hat, den nordischen Tyrannen aus ihrem friedlichen Land zu vertreiben. Ohne große Wahlmöglichkeiten schließen sich Easie und Salzleck der Gruppe an und ahnen nicht, welche Ereignisse sie damit in Gang setzen …



Meinung:

Mit dem Roman "Im Schatten der Giganten" legt Piper das Fantasydebüt von David Tallerman vor und verspricht hochkarätigen Lesespass und einen überzeugenden Helden im Stil von Captain Jack Sparrow. All diese Lobeshymnen können nur schwer mit dem vorliegenden Buch mithalten, das auf knapp 400 Seiten das erste Abenteuer des Diebes Easie Damasco erzählt und dem in den USA bisher ein weiterer Band ("Crown Thief") folgte. Zudem soll im September das dritte Buch der Reihe mit dem Titel "Prince Thief" erscheinen.

Die Handlung ist im Grunde nicht uninteressant, wird jedoch ungemein langweilig und spannungsarm aufs Papier gebracht. Die meiste Zeit sind Easie und seine "Freunde" auf der Flucht vor Moaradrid. Im Grund bestehen gut 250 Seiten aus nichts anderem, als der Reise durch das spanisch angehauchte Land und die vielen Probleme, die der Dieb überwinden muss. Hin und wieder kommt es zu einem kleinen Kampf, der darin endet, dass die Gruppe erneut flüchtet. Das macht die gesamte Erzählung sehr schleppend und ermüdend. Als Leser hat man das Gefühl, dass fast gar nicht passiert. Action und wirkliche High Fantasy sucht man ebenso vergebens.

Was ebenfalls negativ auffällt, sind die relativ wenigen Diebesszenen, die bei einem derartigen Roman zumindest immer mal wieder vorkommen sollten. Sicher, Easie klaut immer mal wieder, aber auch hier mangelt es an Spannung, so dass derartige Passagen am Leser vorbeiziehen, ohne tieferen Eindruck zu hinterlassen. In Kombination mit einigen Logiklöchern zieht sich die Geschichte unangenehm in die Länge, da man das Gefühl hat, kaum von der Stelle zu kommen.

Das Hauptproblem sind jedoch die Charaktere. Easie Damasco ist ein ungemein unsympathischer und egoistischer Handlungsträger, der lediglich auf den letzten fünfzig Seiten seine Feigheit und seine eigenen Vorteile beiseiteschiebt und aktiv in das Geschehen eingreift. Davor ist er nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, interessiert sich kaum für das Schicksal der Menschen des Landes und ebenso wenig für Estradas Rebellengruppe. Auch Salzleck, mit dem er von Anfang an zusammen ist, behandelt er zumeist respektlos und führt ihn immer wieder an der Nase herum. All diese Dinge sorgen dafür, dass der Leser keinen Bezug zu Easie aufbauen kann. Sicher, er ist ein Gauner und Dieb, aber ihm fehlen der Charme und die wirkliche Gewitztheit, die einen solchen Charakter erst interessant machen. Zudem bleibt er sehr blass und eindimensional - man erfährt nichts über ihn. Seine Vergangenheit wird nur in kleinen Nebensätzen erwähnt und selbst dann sind es nur winzige Episoden, die im Grund vollkommen unwichtig sind. Das Hauptproblem ist jedoch, dass die Figur im Grunde keinerlei Freunde oder Bezugspersonen hat. Das ermöglicht dem Leser auch nicht den Hauptcharakter über andere agierende Figuren kennenzulernen. Und das Auftauchen von Estrada und ihrer Gruppe sorgt eher dafür, dass man Easie noch weniger leiden kann, da er die junge Frau ebenso vorführt wie Salzleck.

Auch die anderen Protagonisten bleiben blass und inaktiv. Estrada hüpft von ihrem Charakter zwischen mutiger Anführerin und unsicherer Frau hin und her und ist daher schwer greifbar. Man erfährt weder, wie sie zur Anführerin der Rebellen wurde, noch welche Beweggründe sie hat. Der Riese Salzleck ist durchaus interessant, doch da er zumeist nicht kämpfen möchte und nur wenige Worte von sich gibt, bekommt er ebenfalls eine sehr passive Rolle zugesprochen.

Leider sind auch die restlichen Figuren ebenso ungreifbar und eindimensional. Der Leser erfährt nichts über Moaradrid, außer dass er den Thron für sich haben will. Auch Charaktere wie Mounteban, einer der großen Untergrundbosse von Muena Palaiya oder Alvantes, Wächter des Prinzen Panchetto tauchen nur auf, um ihre Rolle zu spielen und die Geschichte in eine bestimmte Richtung zu treiben. Man hat nie das Gefühl, dass sie als logisch denkende Figuren handeln, sondern sie scheinen vielmehr Statisten des Autors zu sein, um den Plot dem geplanten Ende entgegen zu treiben. Das macht "Im Schatten der Giganten" extrem konstruiert und in sich unlogisch und nicht nachvollziehbar.

David Tallermans Schreibstil ist solide, gerade die Landschaftsbeschreibungen sind gelungen und zeugen von einem Gefühl für Worte und Redewendungen. Leider mangelt es gerade bei den Actionszenen und Dialogen an sprachlicher Finesse, so dass keine Spannung aufkommt und man während eines Kampfes durchaus den Überblick verliert. Man muss immer wieder zurückblättern und eine Passage erneut lesen, um zu verstehen, was der Autor ausdrücken will. Das ist ungemein ermüdend und hemmt den Lesefluss erheblich.

Das größte Problem des Romans ist jedoch die gewählte Perspektive: Erste Person Vergangenheit. Die gesamte Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Easie Damasco erzählt, eine unglückliche Entscheidung des Autors. Der Leser findet keinerlei Bezug zu den Ereignissen (da Easie sich nur für sich selbst interessiert) und lernt die anderen Figuren nicht kennen (da der Hauptcharakter keinerlei Interesse daran hat, Salzleck und Estrada zu verstehen). In Anbetracht dieser Umstände ist es fast schon bewundernswert wie wenig man über den Erzähler selbst erfährt, was wahrscheinlich daran liegt, dass David Tallerman seiner Figur keine Verschnaufpause gönnt und nur wenig Einblick in die Gefühlswelt gewährt.



Fazit:

"Im Schatten der Giganten" hält leider nicht ansatzweise, was es verspricht. Easie Damasco und seine Abenteuer bleiben blass und langatmig, die anderen Figuren passiv und langweilig. In Kombination mit der Handlung, die zumeist aus Fluchtszenen und schlecht beschriebenen Kampfsequenzen besteht ist David Tallermans Debütroman leider nicht zu empfehlen. Es mangelt an Erklärungen, Hintergründen und Logik, so dass "Im Schatten der Giganten" ein Werk ist, das Fans von spannenden Diebesgeschichten und High Fantasy Epen eher links liegen lassen sollten.



Im Schatten der Giganten - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

David Tallerman
Im Schatten der Giganten
Giant Thief

Übersetzer: Andreas Brandhorst
Originalsprache: englisch
Erscheinungsjahr: 2013



Autor der Besprechung:
Juliane Seidel

Verlag:
Piper

Preis:
€ 16,99

ISBN:
978-3492702881

400 Seiten
Positiv aufgefallen
  • schöne Covergestaltung
Negativ aufgefallen
  • extrem blasse Charaktere
  • unsympathischer Ich-Erzähler
  • unlogische, langweilige Handlung ohne Wendungen
  • spannungsarmer Schreibstil des Autors
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Rezension vom: 08.08.2013
Kategorie: Fantasy
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