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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Story:
Die 16-jährige Hazel ist eines von vielen Krebskindern, die schon in jungen Jahren dem Tode geweiht sind. Seitdem die Metastasen ihre Lungen befallen haben, wird sie auf Schritt und Tritt von Sauerstoffflaschen und einem Beatmungsgerät begleitet und nimmt an einer Selbsthilfegruppe krebskranker Kinder und Jugendlicher teil, die sie zutiefst verabscheut. Ausgerechnet dort lernt sie den gutaussehenden Augustus Walters kennen, dem der Krebs ein Bein genommen hat, der jedoch weitestgehend befundfrei ist. Die beiden freunden sich an und schon bald funkt es zwischen den beiden, wobei Hazel Angst davor hat eine Beziehung einzugehen, bei der sie irgendwann sterben und Augustus zurücklassen könnte.

Als Augustus erfährt, dass es Hazels größter Wunsch ist, einmal nach Amsterdam zu reisen, um den dort lebenden Autoren ihres Lieblingsbuches "Ein herrschaftliches Leiden" zu treffen und herauszufinden, was aus den Figuren des Buches wird, löst Augustus seinen Herzenswunsch bei der Organisation "gute Feen" ein, um Hazels Traum zu erfüllen. Gemeinsam reisen sie nach Amsterdam und treffen auf den Schriftsteller des Bestsellers, der jedoch ganz anders ist, als Hazel und auch Augustus es sich vorgestellt haben. Trotz der Enttäuschung akzeptiert Hazel endlich Augustus Avenacen, ohne zu wissen, dass bei dessen letzter Untersuchung eine erschütternde Wahrheit offenbart hat - sein Krebs ist so aggressiv zurückgekehrt, dass es für Augustus kaum noch Hoffnung auf Heilung gibt …


Meinung:

Mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" erschien 2012 ein weiteres Jugendbuch des bekannten und beliebten amerikanischen Schriftstellers John Green. Der Roman schoss bereits eine Woche nach Erscheinen auf Platz 1 der New York Times-Bestenliste für Kinder- und Jugendliteratur, die Filmrechte sicherte sich Fox 2000. Auch in Deutschland ist das beim Hanser Verlag erschienene Buch sehr erfolgreich und bereits für den Preis der Jugendjury im Rahmen des deutschen Jugendliteraturpreises nominiert.

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nur mit dem Begriff Krebsbuch zu bewerten, wäre falsch, denn hinter dem Roman verbirgt sich so viel mehr. Natürlich dreht sich die Handlung vorwiegend um die Krankheit und um zwei Jugendliche, deren Leben vorwiegend von Medikamenten, Krebstherapien und Selbsthilfegruppen bestimmt wird, doch dies macht nur einen Teil der Geschichte aus. Es geht auch um Hoffnung, Liebe und Freundschaft, die John Green auf seine ganze eigene Art und Weise transportiert. So rührt das Buch durchaus zu Tränen, berührt die düsteren Seiten der Krankheit und deprimiert den Leser, wenn unangenehme Dinge passieren, doch immer wieder schimmert Hoffnung und Lebensfreude durch.

Trotz des ernsten Themas scheut sich John Green nicht davor auch positive und lustige Szenen einzustreuen, die den Leser zum Schmunzeln bringen und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" zu einem mehrdimensionalen, lebensnahen Werk machen, in dem nicht nur die dunkle Seite der Krankheit beleuchtet wird, sondern mehr passiert. Sowohl Hazel, als auch Augustus, deren Freund Isaac und all die anderen Kindern sind so viel mehr, als einfach nur Krebspatienten und der eigentliche Konsens der Geschichte ist, sie nicht nur auf ihre Krankheit zu reduzieren, sondern sie als lebende Menschen zu sehen.

Auf seine unnachahmliche offene und schonungslos ehrliche Art und Weise nimmt John Green den Leser mit in das Leben der jungen Hazel, die auf der einen Seite eine typische amerikanische Jugendliche ist, auf der anderen immer wieder mit ihrem Sinn für Humor und ihrem Intellekt aus der Rolle fällt. Selten ist sie um einen sarkastischen Spruch verlegen, will weder Mitleid noch den üblichen Krebsbonus, der den Kindern immer wieder aus der Welt entgegengebracht wird. Sie ist ein starker Hauptcharakter, ohne wirklich ein typischer Held zu sein. Sie lebt, obwohl sie den Kampf gegen den Krebs schon aufgegeben hat. Sie weiß, dass ihr ein Leben auf Zeit gewährt wird und nutzt es auf ihre Art.

Auch Augustus bildet da keine Ausnahme - er ist intelligent, ehrlich und unheimlich liebenswert. Er hat seine festen Prinzipien, nimmt das Leben locker und will ebenso wenig bemitleidet werden wir Hazel. Er passt gut zu Hazel und ihrer eigentümlichen Art, was ihre Liebesbeziehung so realistisch und gut nachvollziehbar macht. Nie wirkt die Liebe zwischen den Beiden erzwungen oder unrealistisch, nie kitschig oder übermäßig romantisch. Sie ist einfach nur ehrlich, was dem Buch und dem Lesefluss zugutekommt.

Auch die Nebenfiguren sind realistisch und alltäglich, ohne zwischen Hazel und Augustus gänzlich zu verblassen. Seien es Hazels Eltern, die für ihre Tochter da sind und ihr die teuren Behandlungen ermöglichen, oder der krebskranke Isaac, dem beide Augen entfernt werden mussten und der blind durchs Leben geht - sie geben den beiden Hauptcharakteren einen passenden Rahmen. Selbst der ewig besoffene und zynische Peter Van Houttens, Autor des Romanes "Ein herrschaftliches Leiden" ist wichtig für die Geschichte, egal wie unsympathisch er erscheinen mag.

Stilistisch ist John Green ein absolutes Meisterwerk gelungen. Das Buch ist so vielseitig, dass man es kaum in einen Satz packen kann. Es ist authentisch, emotional, erheiternd und dramatisch in einem. Es regt zum Nachdenken und Grübeln an, beleuchtet letztendlich jedoch nur eine Sache bis ins kleinste Detail: Das Leben in all seinen Facetten.

John Green gelingt es einmal mehr ein Buch zu schreiben, dass so nah an den heutigen Jugendlichen ist, als sei er selbst nicht älter als 18. Wie schon in seinem vorherigen Werken bleibt er sich und seinem Stil treu und wird nicht umsonst als "Stimme der Jugend" gehandelt, bringt er dem Leser doch die heutige Jugend näher, als so manch anderer Autor. Seine Sätze sind in sich stimmig, mal simpel, mal komplex, doch niemals so verworren, dass man sich darin verliert. Dabei gelingt es ihm Gefühle und Gedanken zu transportieren, ohne dass es unrealistisch oder übertrieben wird. Man lacht, man weint und am Ende braucht man ein wenig Zeit um das Gelesene zu verdauen.

 

Fazit:

Alles in allem ist "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ein absolutes Lese-Muss. Es gehört zu den seltenen Büchern, die schon jetzt ein Klassiker sind und die man einfach einmal im Leben gelesen haben sollte. John Green zeigt offen und schonungslos das Leben krebskranker Jugendlicher und die Verzweiflung und Ohnmacht, die eine unheilbare Krankheit mit sich bringt. Dennoch ist das Buch kein typisches "Krebsbuch", das sich rein auf die Krankheit und die kämpfenden Patienten konzentriert, sondern enthält so viel mehr - Liebe, Hoffnung und Freundschaft, gepaart mit realistischer Figuren, die keineswegs Helden sind, sondern normale Menschen, die nicht nur auf ihre Krankheit reduziert werden wollen.

In Verbindung mit John Greens eindringlicher und realistischer Sprache und seiner Authentizität zur heutigen Jugend ist "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ein wundervolles, skurriles und mitreißendes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen möchte.

 

Das Schicksal ist ein mieser Verräter - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

John Green
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
The fault in our stars

Übersetzer: Sophie Zeitz
Originalsprache: englisch
Erscheinungsjahr: 2012



Autor der Besprechung:
Juliane Seidel

Verlag:
Hanser

Preis:
€ 16,90

ISBN:
978-3446240094

288 Seiten
Positiv aufgefallen
  • authentische Handlung, die zum Nachdenken anregt
  • lebendige, realistische Charaktere
  • gefühlvoller, sehr jugendlicher Sprachstil
  • gefühlvolle, sicherer Umsetzung eines heiklen Themas
  • keine klischeehafte Aufarbeitung der Thematik
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 11.08.2013
Kategorie: Kinder- & Jugendbuch
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