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Aeternum

Story:

Ein gewaltiges Erdbeben reißt den gesamten Berliner Alexanderplatz nebst umstehenden Gebäuden in einen gewaltigen Krater. Da menschliche Bergungstrupps verschwinden und der sensible Waffenstillstand zwischen Engeln und Dämonen gefährdet ist, entscheiden sich die Parteien je einen aus ihren Reihen in die Berliner Unterwelt zu schicken, um die Vorfälle aufzuklären. Die Wahl der Engel fällt auf Jul, der zwar aus dem Himmel verbannt und dem die Flügel geraubt wurden, jedoch nicht gänzlich auf Seite der Dämonen steht. Auf der anderen Seite entscheidet sich die Anführerin Nachasch für die junge Amanda, die unfreiwillig in den Diensten des durchtriebenen Dämons Balthasars steht und die über magische Fähigkeiten verfügt.

Das ungleiche Team macht sich auf den Weg und stößt schon bald auf ein dunkles Geheimnis, das seinen Ursprung im zweiten Krieg zwischen Engel und Dämonen vor zweihundert Jahren hat. Niemand anderes als Gott schläft unter Berlin, sein Erzfeind Luzifer ist körperlich halb mit ihm verschmolzen. Letzterer bittet Amanda und Jul um Hilfe, da die Seraphim alles daran setzen den Herren zu heilen - auch auf Kosten des Planeten. Er berichtet von einer mächtigen Waffe, mit der man Gott und auch ihn endgültig töten und die Welt vor dem Untergang bewahren kann. Und ausgerechnet Amanda und Jul sind die Einzigen, die diesen Weg beschreiten können …



Meinung:

Mit "Aeternum" legt Andrea Bottlinger ihren ersten Roman vor. In Fantasykreisen ist sie bereits etwas bekannter, arbeitet für verschiedene Verlage als freie Lektorin und schreibt unter Pseudonym für verschiedene Romanheftreihen (u.a. "Dorian Hunter", "Larry Brent"). Zudem hält sie gemeinsam mit Christian Humberg Schreibkurse in Mainz und veröffentlichte mit ihm das Sachbuch "Sorge dich nicht, beame! - Besser leben mit Star Wars und Star Trek".

Die Handlung ist nicht unbedingt neu, doch Andrea Bottlinger spickt sie mit neuen, interessanten Ideen und beschreitet Wege, die man in kaum einem anderen Engel-Roman wiederfindet. So isst beispielsweise Jul als einziger Engel vom Baum der Erkenntnis, was ihm ein Gewissen und damit die Verbannung aus dem Himmel einbringt. Gott ist ebenfalls nicht gut, sondern hat die Macht auf eine sehr perfide Art und Weise an sich gerissen und hinter den Dämonen und deren Ursprung steht viel mehr, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Autorin scheut nicht davor zurück andere Religionen mit einzuweben und stellt die gesamte Schöpfungsgeschichte auf den Kopf, wirft neue Theorien ein und stellt Altbekanntes in Frage. Diese Punkte sind durchaus nicht uninteressant, doch in einigen Punkten nicht immer logisch und nachvollziehbar. Hier mangelt es an einer tiefgehenden Erklärung, zudem bleiben einige Fragen offen, da sie Andrea Bottlinger irgendwann ein wenig in den Details verliert. Zudem konzentriert sie sich stark auf die Charaktere und deren Beziehung untereinander, was nicht unbedingt verkehrt ist, jedoch die Geschichte ein wenig hemmt.

Die Protagonisten sind durchaus vielschichtig und komplex, jedoch auch ermüdend und in einigen Fällen unsympathisch. Andrea Bottlinger hat versucht logisch nachvollziehbare und realistische Charaktere zu erschaffen, doch teilweise ist ihr das nicht gelungen.

Die weibliche Heldin Amanda ist eine der Figuren, die ich am wenigsten mochte. Ihre Art und Weltsicht geht dem Leser mit der Zeit auf die Nerven. Im Grunde steht immer nur ihr (von Balthasar gefangen gehaltener) Bruder im Mittelpunkt ihrer Betrachtungen, was im Laufe der Geschichte übertrieben und unrealistisch wirkt. Auch ihr Aufbegehren gegen Balthasar, ihre Sturheit und ihr Kampfgeist wirken auf mich nicht wie Stärke, sondern ein wenig aufgesetzt - sie sträubt sich in allem und will keine Schwäche zeigen. Im Laufe der Geschichte nervt dies jedoch, da es zu sehr betont wird.

Jul auf der anderen Seite bleibt ein wenig blass. Er ist durchaus eine interessante Figur mit Ecken und Kanten, hat eine interessante Entwicklung hinter sich und ist ein würdiger Partner an Amandas Seite, doch einige seiner Entscheidungen kann man nur schwer nachvollziehen. Insbesondere die eingewobene Liebesgeschichte zwischen den Beiden passt überhaupt nicht zu dem gefallenen Engel. Sie ist zwar kurz und kommt nur an einigen wenigen Stellen zum Tragen, dennoch wirkt sie im Fortlauf der Handlung unnötig, aufgezwungen und störend. Es ist schade, dass hier ein typisches Klischee bedient wurde, nur weil heutzutage alle Urban Fantasy Romane eine Liebesgeschichte enthalten müssen, egal ob sie zu den Figuren passt oder nicht.

Neben den Handlungsträgern, ist Balthasar der einzig wirklich interessante und gut durchdachte Charakter. Die Art und Weise, wie er sich durch die Ereignisse manövriert, welche Fäden er ziehen muss, um zu seinem Ziel zu kommen und wie weitreichend sein Informationsnetz ist, ist sehr spannend und fesselnd. Er ist wahrlich kein Held, eher der große Antagonist, aber im Vergleich zu Amanda und Jul wesentlich lebendiger.

Positiv sei dennoch angemerkt, dass Andrea Bottlinger die übrigen Figuren nicht in ein typisches schwarz/weiß Schema quetscht, sondern jeder Person lichte und dunkle Seiten gibt. Die Engel sind nicht automatisch die Guten - im Gegenteil. Ebenso wenig stehen die Dämonen auf der Seite der Bösen. Beide Parteien nehmen eher neutrale Positionen ein, wobei die Autorin auch hierbei die Beweggründe der Gruppen schildert und offenlegt, warum die Figuren handeln, wie sie handeln.

Stilistisch ist "Aeternum" weder gut noch schlecht. Andrea Bottlinger hat einen sehr sicheren, wortgewandten Schreibstil und vermittelt dem Leser dank detaillierter Beschreibungen Bilder. Allerdings gelingen ihr gerade Kampfszenen und spannendere Sequenzen nicht. Das gesamte Buch wirkt gleichförmig, wie aus einem Guss, was letztendlich in Langeweile mündet. Nach knapp zweihundert Seiten verliert man sogar die Lust weiterzulesen, da das sprachliche Niveau zwar durchgängig gut ist, aber sich ruhige Dialoge kaum von Actionszenen abheben. Alles wirkt langweilig, so dass die Kämpfe nicht wirklich mitreißen und die vielen interessanten Ideen nicht ihre volle Wirkung entfalten können. Zudem ist der Stil der Autorin nüchtern kühl und distanziert, was "Aeternum" ebenfalls nicht gut tut. Es gelingt dem Leser nicht sich den Figuren nah zu fühlen, sich in sie hinein zu versetzen und ihre Abenteuer hautnah mitzuerleben. Die meiste Zeit bleibt man auf Abstand, was ebenfalls dafür sorgt, das sich das Buch in die Länge zieht.

Es ist schade, dass Andrea Bottlinger nie so richtig fesseln kann und man die Handlung nur halb wahrnimmt. Auch das Wechseln der Perspektiven zwischen Amanda und Jul erschaffen keine Dreidimensionalität, sondern stören mit der Zeit (insbesondere wenn man einen der beiden Handlungsträger nicht mag).



Fazit:

Alles in allem kann "Aeternum" trotz solider und gut recherchierter Grundidee und einiger interessanter Figuren nicht überzeugen. Die Hauptfiguren bleiben blass und wirken unsympathisch, die aufgezwungene Liebesgeschichte ist zu vorhersehbar und die Logiklücken, die sich immer wieder einschleichen, erschweren den Lesefluss. Zudem ist der Schreibstil zu distanziert und kühl, lässt den Leser nicht in die Handlung eintauchen und kann einfach nicht fesseln.

Wer Urban Fantasy mag und ungewöhnliche Engelromane sucht, kann einen Blick riskieren, alle anderen sollten sich hinsichtlich des Schreibstils im Vorfeld die Leseprobe anschauen, …



Aeternum - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Andrea Bottlinger
Aeternum
Erscheinungsjahr: 2013



Autor der Besprechung:
Juliane Seidel

Verlag:
Knaur

Preis:
€ 12,99

ISBN:
978-3426511794

576 Seiten
Positiv aufgefallen
  • interessante Grundidee
  • gut recherchierte Hintergründe
Negativ aufgefallen
  • langatmiger Handlungsbogen
  • teilweise unsympathische, unrealistische Chararaktere
  • distanzierter, gleichförmiger Schreibstil
  • fehlende Action und Spannung
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Rezension vom: 19.07.2013
Kategorie: Fantasy
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