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Oneiros - Tödlicher Fluch

Story:

Markus Heitz ist vermutlich jedem Deutschen Leser mit einem Faible für Horror- oder Fantasy-Literatur mittlerweile ein Begriff. Was mit Romanen für das Shadowrun-Franchise begann, setzte sich mit eigenen Fantasy-Interpretationen im ungeheuer erfolgreichen Zyklus rund um die Zwerge fort. Zahlreiche Romane mit Helden und Antihelden aus den Reihen der Vampire, Dämonen und Werwölfe runden das Spektrum des studierten Germanisten ab. Kein anderer Autor wurde so oft wie der in Homburg lebende Schriftsteller mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet.

Mit dem vorliegenden Roman Oneiros betritt Markus Heitz für sich literarisches Neuland. Natürlich hat die Geschichte phantastische Elemente, doch „herkömmliche“ Unsterbliche welcher Art auch immer fehlen gänzlich.

Der Bestatter
Konstantin Korff lebt in Leipzig und ist Inhaber und Besitzer des Ars Moriendi, eines europaweit etablierten Bestattungsunternehmens. Außerdem ist der athletische junge Mann begeisterter Kampfsportler und Parcour-Läufer. Wenn er nicht gerade durch die Welt reist und Menschen für deren Beerdigung vorbereitet, wohnt Korff zurückgezogen auf einem Hausboot. Nur dort fühlt er sich sicher, schwebt doch ein dunkles Geheimnis über ihm, dass jede Nacht Tausende Menschen das Leben kosten kann.

Die Wissenschaftlerin
Kristin ist eine explosive Mischung aus Profikillerin, Wissenschaftlerin und zu allem entschlossener Mutter. Mit den Millionen eines geheimnisvollen Fremden ausgestattet, entführt Sie Menschen mit besonderen Fähigkeiten auf ein Forschungsgelände in Weißrussland. Die Forschungen dort würden Dr. Frankenstein alle Ehre machen. Doch auch die scheinbar unnahbare Verbrecherin hat einen wunden Punkt: Ihre 4 Jahre alten Sohn Eugen, für dessen Zukunft Kristin all das wagt.

Die unfreiwillige Geheimwaffe
Bent Arctander leidet an Narkolepsie. Gepaart mit einem besonderen Talent wird er dadurch unfreiwillig zu einer wichtigen Figur in einem Spiel um Millionen Leben, dessen Züge er erst vorherzusehen beginnt, als es beinahe zu spät ist. Agenten vom MI6 geben vor ihm helfen zu wollen, üben aber schrecklichen Verrat an dem Schweden, der in einem Augenblick eine ganze Stadt auslöschen könnte.

Das verbindende Element
Diese Drei, und viele weitere nicht weniger dramatische Figuren werden miteinander durch Sagen um den betrogenen Gevatter Tod verbunden. Sein Bruder der Schlaf war es, der ihm einen Streich spielen wollte und darum erschuf er die Todesschläfer. Schlafen diese Menschen ein, stirbt alles um sie herum: Vögel, Insekten, Pflanzen und sogar die geliebten Menschen. Der Tod spürt ihre Anwesenheit, aber kann sie selbst nicht berühren und aus Wut rächt er sich an allem, was ihm vor die Sense kommt.



Meinung:

Erfrischend anders
Ganz offensichtlich genießt der Autor das Schreiben in einem anderen Genre. Bereits von der ersten Seite an, drückt er dem Roman seinen Stempel auf. Das fängt bei Formalitäten wie der Angabe des Schauplatzes zu Beginn jedes Abschnitts an und zieht sich bis hin zu den Sportwagen, Lieblingswaffen und Film-Anspielungen der agierenden Figuren. Auch in seinen anderen Romanen schildert Heitz diese Details und verleiht der Handlung dadurch etwas Greifbares. Die Geschichte wirkt bereits zu Beginn rasant und glaubwürdig, ohne jedoch im James Bond Stil technisch überfrachtet zu werden.

Der Stein gerät ins Rollen
Die Geschichte beginnt in einem A380 auf dem Flug nach Paris und schon nach wenigen Seiten ziehen die Geschehnisse im Flugzeug den Leser vollkommen in ihren Bann. Christine heißt die Chef-Stewardess und aus ihrer Sicht erleben wir – zumindest zunächst – die Ereignisse. Wenige Seiten später, noch im Flugzeug, übernimmt Tomasso, ein italienischer Immobilienmakler. Ab Seite 23 schließlich erleben die Leser Konstantin Korff in Leipzig.

Markus Heitz schafft es auch Nebensächlichkeiten derart spannend zu gestalten, dass man als Leser gar nicht merkt, wann der Autor einen Umweg geht um zusätzliche Informationen einfließen zu lassen, die später einen umso größeren Aha-Effekt hervorrufen.

Auf den nächsten Seiten werden zielstrebig die Handlungsstränge aus Paris, Minsk und Leipzig zusammengeführt und man kann Konstantin Korff bei seiner Arbeit als Thanatologe über die Schulter schauen. Ohne pietätlos zu werden, schreibt Heitz über das durchaus interessante Berufsbild eines derart spezialisierten Bestatters und nach und nach nimmt die wichtigste Figur des Romans Gestalt an. Ein gewissenhafter Handwerker, dem Routinen und ein erfüllender Beruf helfen eine dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen. Wir erleben Korff als Parcour-Läufer, Kampfsportler und Genießer auf seinem Hausboot der Varnitas. Das alles wirkt nicht im Geringsten stereotyp sondern zeichnet einen sympathischen Charakter mit Ecken und Kanten mit dem man sich trotz dessen Vergangenheit schnell identifizieren kann.

Die Gegenspieler, das Opfer und die Zielperson
Natürlich lebt eine gute Geschichte nicht nur von einem starken Protagonisten sondern auch von anderen Figuren die dem Helden das Leben schwer machen oder anderweitig die Handlung vorantreiben.

Kristin erscheint zunächst wie eine schwarze Witwe und wirkt eiskalt, effizient und tödlich. Nach und nach offenbart der Autor mehr von ihr. Finanziell abhängig von ihrem Ex-Mann, und mit ihrem Sohn und ihrem Vater durch eine vererbbare Krankheit und Gabe auf grausige Weise verbunden, würde die Wissenschaftlerin für jeden Bond-Film einen hervorragenden Antagonisten abgeben. Herrlich böse und durchtrieben aber dennoch mit menschlichen Schwächen. Die anderen Finstermänner, wie die Vertreter des MI6, bleiben neben ihr als Feindbild relativ farblos.

Eine weitere unverzichtbare Figur des Romans stellt Thielke dar. Ein verschrobener, einbeiniger Revolverheld, der wie aus einem Western entliehen scheint. Der Charakter ist von Markus Heitz wunderbar einzelgängerisch, übel gelaunt und zielstrebig inszeniert. Eigentlich ginge alles auch ohne ihn, aber es macht mit dem Kapitän Ahab Verschnitt und seinem großkalibrigen Revolver doch deutlich mehr Spaß. Die Szenen mit dem knurrigen Krieger sind filmreif.

Nicht weniger dramatisch ist die Figur Bent Arctander: Ein Todesschläfer und Narkoleptiker. Eine bis dato einmalige Kombination, die sogleich das Interesse des britischen MI6 erweckt. Arctander könnte zur mächtigsten Waffe der Welt werden. Der gehetzt wirkende Schwede sucht jedoch nur nach einem Ausweg aus diesem Alptraum. Er möchte zurück in seine Heimat und Rentiere züchten, ohne das wegen ihm Unschuldige sterben müssen. Ein instabiler unglücklicher Mann mit einer gefährlichen Gabe.

Großartige Inszenierung
Sowieso entfaltet der Roman in puncto Geschwindigkeit, Auswahl der Schauplätze und Action eine an Hollywood-Kino grenzende Qualität. Leipzig ist Deutschen Lesern als Schauplatz noch recht vertraut während Minsk, Paris, Marrakesch und Barcelona illustrieren, wie nahe an einem Bond-Streifen erster Güte sich die Handlung bewegt.
Etwas befremdlich wirkt die Liebesszene zwischen Korff und der attraktiven Edelsteinhändlerin Marna. Allzu unverblümt kommt die Sprache plötzlich daher. Vermutlich ein Versuch die Leidenschaft der beiden zu illustrieren.

Zugaben
Die optische Aufmachung des Buchs ist ansprechend und entspricht mit der Vanitas-Symbolik auf dem Cover der Hauptthematik.
Ein nettes Extra stellen die Cocktail-Rezepte im hinteren Teil des Buches dar. So kann man sich die Cocktails selber mischen, die im Roman vorkommen.

Ebenso interessant ist das Interview von Markus Heitz mit Prof. Dr. Joachim Oertel (ein angesehener Neurochirurg). Der Autor versucht auszuloten, was medizinisch von den im Roman vorkommenden Dingen möglich (wenn auch nicht ethisch) vertretbar wäre. Etwas gruselig aber trotzdem spannend.



Fazit:
Attraktive Frauen, ein ebenso gutaussehender Titelheld der scheinbar alles kann, was die jeweilige Situation erfordert, ohne unglaubwürdig zu wirken, viel rasante Action an den unglaublichsten Orten auf der ganzen Welt und all das gepaart mit einer Story, die gerade genug fantastische Elemente enthält um auch Fans dieses Genres zu begeistern – klasse! James Bond mit einem Schuss Mystery.

Oneiros - Tödlicher Fluch - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Markus Heitz
Oneiros - Tödlicher Fluch
Erscheinungsjahr: 2. Mai 2012



Autor der Besprechung:
David Weigel

Verlag:
Knaur

Preis:
€ 14,99

ISBN:
3426505908

624 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Hollywoodreif inszeniert
  • Verschiedene authentisch wirkende Charaktere
  • Frauen, Waffen, Autos, Kampfsport und Action
  • Spannende Hintergrundgeschichte um den Tod und seinen Bruder
Negativ aufgefallen
  • Gelegentlich betont unverblümte Sprache
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Rezension vom: 12.10.2012
Kategorie: Rezensionen
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