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Chroniken der Schattenjäger 01: Clockwork Angel

Story:

Als die sechzehnjährige Tessa nach London kommt, hätte sie sicherlich nicht erwartet, dass schon bald darauf ihr Leben auf den Kopf gestellt wird. Ihr Bruder ist verschollen, sie selbst entwickelt unglaubliche Kräfte und sie lernt eine Gemeinschaft von Jägern kennen, die die Kreaturen des Bösen jagen. Und dann verlieben sich auch noch zwei Jungen gleichzeitig in sie.



Meinung:

Eine der vielen Trends, der die Fantasy aktuell folgt, ist die des Steampunks. Damit ist gemeint, dass eine Geschichte am besten im viktorianischen Zeitalter stattfindet. Doch die geschilderten Verhältnisse ähneln denen der Erde nur bedingt. So wird das Setting meistens mit Technologien bestückt, die an die Moderne erinnern. Doch deren Aufbau und Funktion ist anachronistisch und meistens werden sie mit Dampfkraft oder einem Uhrwerk betrieben. Ganz so, wie es auch in "Chroniken der Schattenjäger: Clockwork Angel" der Fall ist.

Geschrieben wurde der Roman von Cassandra Clare. Die Autorin wurde 1973 in Teheran, Iran geboren und lebt heute in den USA. Sie ist mit der Schriftstellerin Holly Black befreundet und manchmal tauchen Charaktere aus deren Büchern in ihren Bänden auf und umgekehrt.

"Clockwork Angel" ist der Auftakt zu einer dreiteiligen Serie. Band 2 wird im August 2012 unter dem Titel "Chroniken der Schattenjäger: Clockwork Prince" herauskommen. Gleichzeitig ist diese Reihe auch eine Art Prequel zu ihrem Beststeller-Zyklus "Chroniken der Unterwelt". Jener spielt in derselben Welt, jedoch über 100 Jahre später. Man muss diese Reihe nicht gelesen haben, um die Ereignisse von "Clockwork Angel" nachvollziehen zu können.

Es ist das Jahr 1878, als die sechzehnjährige Tessa aus Amerika nach London kommt. Eigentlich hatte sie gehofft, von ihrem älteren Bruder Nate abgeholt zu werden. Stattdessen nehmen sie zwei mysteriöse Damen mit, die sogenannten Dunklen Schwestern. Im Grunde hatte sie gehofft, dass die beiden ihr helfen würde, sich in der fremden Stadt zu Recht zu finden und sie bald mit ihrem Bruder zusammenzuführen. Stattdessen ist sie eine Gefangene und wird gezwungen ihre Kräfte zu entdecken. Sie kann sich in andere Gestalten verwandeln. Zufrieden wollen ihre beiden Kidnapper sie einem sogenannten Magister übergeben.

Doch dazu kommt es nicht. Die örtlichen Schattenjäger hatten gegen die Zwei heimlich wegen Mordes ermittelt. Und sie greifen in dem Moment an, als sie Tessa hübsch machen wollen. Das Mädchen kommt mit dieser Gruppe und lernt sie dann nach und nach besser kennen. Vor allem zwei Jungen sind es, zu denen sie sich hingezogen fühlt: Der wilde Will, der alles auf die lockere Schulter nimmt und sich mit Wonne den dunkelsten Geheimnissen des Lebens widmet. Sowie der stille und in sich gekehrte Jem, der an einer Krankheit leidet, die ihn langsam umbringt. Gemeinsam versuchen sie mehr über den geheimnisvollen Magister und dessen Ziele herauszufinden. Keine einfache Aufgabe, denn wer immer er ist, er ist gefährlich. Und um seine Identität zu schützen ist ihm jedes Ziel recht.

Frau Clare beschreibt in ihrem Buch eine düstere Welt. Der Tod lauert um jeder Ecke und manchmal ist er sogar übernatürlichen Ursprungs. Man ist von dieser Realität fasziniert, besonders deshalb, weil es der Autorin scheinbar mühelos gelingt, Übernatürliches gemeinsam mit Steampunk in eine glaubwürdige Darstellung des realen viktorianischen Londons zu integrieren. Das erzeugt Atmosphäre und tatsächlich sorgt dies auch dafür, dass man sich schon recht bald wohl fühlt.

Dazu tragen auch die vielen unterschiedlichen Charaktere bei. Die Hauptprotagonisten sind Tessa, Will und Jem. Jede dieser Figuren ist unterschiedlich und agiert auch dementsprechend. Bei Tessa merkt man ihre strenge, viktorianische Erziehung, die wiederholt durchkommt. Will hingegen ist der wilde und unberechenbare Junge, der sozusagen Wein, Weib und Gesagt nicht abgeneigt ist. Jem hingegen ist das exakte Gegenteil, still und in sich gekehrt. Das Trio steht im Vordergrund der Handlung, ohne jedoch den anderen Figuren Platz wegzunehmen.

Denn auch die Nebenfiguren werden ausführlich dargestellt und entwickelt. Sei es der klischeehafte verwirrte Wissenschaftler Henry Branwell, der in seiner Geistesabwesenheit sich schon mal in Brand steckt und dies erst dann merkt, als ihn andere darauf aufmerksam machen. Oder seine Frau Charlotte, die das Institut wie eine Familie leitet. Oder, oder, oder. Nahezu jede Figur, die im Roman auftaucht, wirkt lebendig und auf ihre eigene Art und Weise charmant. Und so ist es auch kein Wunder, dass man sich deren Anziehungskraft nicht entziehen kann.

Allerdings braucht es Zeit, bis die Story so spannend ist, dass man weiterlesen will. Die ersten 100 Seiten sind nämlich sehr zäh geraten. Der Funke will nicht so recht überspringen, und erst, wenn alle Hauptcharaktere vereint sind, hat man das Gefühl, dass Frau Clare endlich mit dem Schreiben der Geschichte warm geworden ist.

Auch die Übersetzung muss man an dieser Stelle rügen. Franca Fritz und Heinrich Koop haben den Roman ins Deutsche übertragen. Und einer der beiden kam auf die glorreiche Idee, den titelgebenden Engel als Klockwerk Engel zu übersetzen. Was natürlich absolut hanebüchen ist, da das deutsche Wort für Clockwork Uhrwerk ist. Wieso der Begriff nicht verwendet wurde, ist unklar.

Deswegen muss die Endnote nochmal um eine Zensur nach unten korrigiert werden. Denn diese Übersetzung irritiert stark. So ist der Roman am Ende nur etwas "Für Zwischendurch", wobei er aber auch deutlich Potential nach oben hat.



Fazit:

"Chroniken der Schattenjäger: Clockwork Angel" ist der Auftaktroman zu einer neuen Reihe der Autorin Cassandra Clare. Die Schriftstellerin schildert eine Welt, von der man sofort fasziniert ist. Die Mischung aus verschiedenen Fantasy-Elementen sowie der viktorianischen Realität ist sehr gelungen. Auch die unterschiedlichen Figuren wirken sympathisch und man schließt sie sofort ins Herz ein. Jede Person wirkt unverwechselbar. Die Geschichte braucht allerdings Zeit, ehe sie Fahrt aufnimmt. Und über die Übersetzung von "Clockwerk Angel" als "Klockwerk Engel" kann man nur den Kopf schütteln.



Chroniken der Schattenjäger 01: Clockwork Angel - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Cassandra Clare
Chroniken der Schattenjäger 01: Clockwork Angel
The Infernal Devies. Book One. Clockwork Angel

Übersetzer: Franca Fritz, Heinrich Koop
Erscheinungsjahr: 10. Februar 2011



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Arena Verlag

Preis:
€ 18,99

ISBN:
978-3-401-06474-1

580 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Charmante Charaktere
  • Sehr atmosphärisch
Negativ aufgefallen
  • Geschichte braucht Zeit, um Fahrt aufzunehmen
  • Clockwerk Angel wird ständig als Klockwerk Engel übersetzt
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Rezension vom: 05.07.2012
Kategorie: Kinder- & Jugendbuch
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