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K

Story:

Serge Karrefax kommt mit einer sogenannten Glückshaube, eine Fruchtblase die er auf seinem Kopf trägt, zur Welt. Er lebt im England des Jahres 1898. Und in den darauffolgenden Jahren seines Lebens erlebt er eine Welt im Umbruch, die auch ihn nicht verschont.



Meinung:

Als moderner Mensch ist man die Existenz bestimmter Technologien gewöhnt. Ein Leben ohne Autos, Telefon oder anderen Maschinen kann man sich nicht vorstellen. Dabei ist es noch nicht einmal so lange her, dass diese aufkamen. Schließlich fand erst Ende des 19. Jahrhunderts die industrielle Revolution statt, die das Leben der Menschen nachhaltig veränderte. Es ist außerdem der Handlungszeitpunkt von Tom McCarthys Roman "K".

Der Autor wurde 1969 in London geboren und arbeitet neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller auch als Künstler. Er studierte Englische Literatur zuerst am Dulwich und dann am New College (Oxford). Danach lebte er in Prag, Berlin und Amsterdam. 2001 sollte sein erster Roman erscheinen, doch viele Verlage lehnten diesen ab. Erst 2005 fand sich endlich jemand, der bereit war das Buch herauszubringen. Und danach wurde "Remainder" langsam ein Welterfolg. Weitere Bücher von ihm sind unter anderem "Tim & Struppi und das Geheimnis der Literatur".

Es ist das Jahr 1898, als Serge Karrefax zur Welt kommt. Die Geburt ist aufsehenerregend, denn er trägt eine Glückshaube, seine Fruchtblase, auf dem Kopf. Gemäß dem Aberglauben bedeutet dies für ihn eine außergewöhnliche Zukunft. Dabei ist schon alleine seine Gegenwart ungewöhnlich. Denn sein Vater ist ein Erfinder und unterrichtet gehörlose Kinder. Seine Mutter hingegen ist Weberin und gewissen neumodischen Medikamenten wie Chloroform nicht abgeneigt.

Und so ist es kein Wunder, dass er in die Fußstapfen seiner Eltern tritt. Gemeinsam mit seiner Schwester Sophie arbeitet er sich durch ein für Kinder bestimmtes wissenschaftliches Buch. Und als ihnen dies nicht mehr reicht, führen sie eigene Experiment durch. Während sie sich auf Biologie konzentriert, führt er die Experimente seines Vaters mit Funk weiter. Doch schon bald beginnen sie sich in einer immer schneller fortschreitenden Welt zu verlieren.

Auf Englisch heißt der Roman "C". Und dies hat eine besondere Bewandtnis, da Tom McCarthy auf vielfältige Art und Weise mit diesem Buchstaben spielt. Er verwendet viele Begriffe, die mit ihm anfangen oder ähnlich klingen wie er. Auf Deutsch verliert dieses Spiel mit den Worten naturgemäß an Wirkung, was auch der Übersetzer eingesteht. Doch macht er das Beste aus der Situation und liefert eine gute Übersetzung in unsere Sprache.

"K" ist auf Deutsch alles andere als einfach zu lesen. McCarthy liefert nämlich einen sehr vielschichtigen Roman ab. Man hat es mit Wortspielen zu tun, aber auch mit einem Bildungsroman. Bestimmte Ereignisse sind mit anderen Geschehnissen verknüpft und erhalten dadurch eine zweite oder dritte Bedeutung. Vieles erschließt sich einem erst dann, wenn man sich das Buch erneut vorknöpft. Es ist also kein simples Werk für zwischendurch oder mal eben lesen! Es benötigt Aufmerksamkeit.

Dazu trägt auch die Sprache bei, die der Autor für seinen Roman wählt. Die erste Assoziation, die sich einem beim Lesen aufdrängt, ist ein Vergleich mit dem französischen Komiker Louis De Funes. Die Worte fliegen hin und her, sie wirken stellenweise bombastisch und gleichzeitig extrem abgehakt. Auf die Dauer lässt sich so etwas schwer lesen, weshalb McCarthy immer wieder Pausen einlegt, das Tempo rausnimmt, nur um dann bald darauf wieder loszulegen.

Dies hat auch zur Folge, dass es einem schwer fällt, mit den Charakteren warm zu werden. Oft genug fragt man sich, ob man eine Parodie liest, oder einen ernsthaften Roman. So ist Serges Vater ein Erfinder, der von seiner Tätigkeit nie ablässt, oder seine Erfindungen sogar dann einsetzt, wenn sie eigentlich unpassend sind. Seine Schwester Sophia hingegen interessiert sich für Biologie und ist gleichzeitig jemand, der seinen Bruder triezt. Und der Protagonist selber? Bleibt merkwürdig passiv. Er wird von den Ereignissen kontrolliert und lässt sich von ihnen treiben.

"K" ist kein einfaches Buch. Und ebenso wenig leicht fällt es dem Redakteur auch eine passende Wertung zu finden. Der Roman ist nicht schlecht, nur erfordert er die Bereitschaft des Lesers sich mit ihm mehrere Mal zu beschäftigen, um ihn wirklich in seiner Gesamtheit zu begreifen. Er hat deutliche Schwächen, die allerdings insgesamt nicht so sehr ins Gewicht fallen. Wer dies berücksichtigt, der kommt auf keine andere Bewertung als "Reinschauen

Fazit:

Mit "K" schreibt Tom McCarthy einen ungewöhnlichen Roman. Das Buch lässt sich schwer greifen, weil es viele verschiedene Ebenen hat. Vordergründig ist es ein Bildungsroman, doch dahinter besteht aus feinen Wortspielen, nur um auf einer dritten Stufe Ereignisse geschickt miteinander zu verbinden. Es empfiehlt sich, den Band durchaus mehrere Male zu lesen, um wirklich alles begreifen zu können. Es lohnt sich durchaus, wenn man davon absieht, dass man mit den Charakteren nicht so recht warm wird. Doch dieses Manko lässt sich vernachlässigen.



K - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Tom McCarthy
K
C

Übersetzer: Hans Wipperfürth
Erscheinungsjahr: 27. Februar 2012



Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA)

Preis:
€ 24,99

ISBN:
978-3-421-04489-1

480 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Spiel mit der Sprache
  • Sehr vielschichtig
Negativ aufgefallen
  • Charaktere wirken kalt und passiv
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Rezension vom: 05.06.2012
Kategorie: Allgemeine Belletristik
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