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Lachende Wissenschaft. Aus den Geheimarchiven des Spaß-Nobelpreises

Story:
Die Erkenntnisse, für die jedes Jahr wieder die Nobelpreise verliehen werden, haben in der Regel zwei Dinge gemeinsam: Sie sind für alle, die nicht gerade selbst im jeweiligen Feld forschen, höchstens mit einer ausführlichen Erklärung nachzuvollziehen, und sie sind selten lustig. Ganz im Gegenteil zu den Arbeiten, die für die Ig-Nobelpreise, auch bekannt als "alternative Nobelpreise" oder "Spaß-Nobelpreise", eingereicht werden. Der bekannte Kriminalbiologe Mark Benecke hat in diesem Buch einige erstaunliche Forschungen aus den Archiven der Ig-Nobelpreise zusammengestellt.

Meinung:
Welche Auswirkungen hat der regelmäßige Kontakt mit jungen Studentinnen auf die Haltbarkeit der professoralen Ehe? Wieso klebt einem der Duschvorhang gerade dort am Körper, wo es am unangenehmsten ist? Und wieviel Einblick in die Märkte braucht man wirklich, um erfolgreich Aktien zu handeln?

Das sind nur einige Beispiele für die eher ungewöhnlichen Fragestellungen, mit denen sich Forscher beschäftigt und ihre Ergebnisse anschließend für den Ig-Nobelpreis eingereicht haben. Mark Benecke hat für dieses Buch in den Archiven des Preises gestöbert und über fünfzig Arbeiten ausgewählt, die auf den ersten Blick zum Lachen, auf den zweiten dann aber zum Nachdenken anregen.

Der 1970 geborene Benecke ist Kriminalbiologe und forensischer Entomologe, also Insektenkundler im Dienst der Rechtsmedizin. Viele werden ihn aus den Medien kennen; wenn es um grausige Verbrechen geht, um faulende Leichen und um die Schlüsse, die man wissenschaftlich daraus ziehen kann, ist er ein gefragter Experte. In diesem Band muss man jedoch nicht befürchten, auf halbverweste Körper zu stoßen. Der Autor widmet sich diesmal den lustigen Seiten der Wissenschaft.

Das Buch mit dem etwas verklemmt klingenden Titel "Lachende Wissenschaft" besteht aus über fünfzig kleinen Abschnitten, die jeweils eine Untersuchung vorstellen, die für die Ig-Nobelpreise vorgeschlagen wurde. Längst nicht jede davon wurde übrigens am Ende auch ausgezeichnet, skurril sind sie jedoch alle. Auf wenigen Seiten stellt der Autor die untersuchte Fragestellung, das Vorgehen der Wissenschaftler und die Schlüsse, die sie daraus gezogen haben, kurz vor. Am Ende steht jeweils eine "Ig-Gesamtnote". Dazwischen sind in unregelmäßiger Folge Einschübe eingestreut, in denen Benecke einzelne Themen herausgreift und allgemeiner bespricht.

Dabei sorgen nicht nur die ungewöhnlichen Forschungsthemen für viel Humor, Benecke reichert sie zusätzlich mit viel von dem an, was man im Angelsächsischen "tounge in cheek" nennt. Wer den Autor schon einmal bei einem Vortrag erlebt hat, weiß dass man bei ihm nicht mit übermäßiger politischer Korrektheit zu rechnen braucht. Das wird auch in diesem Buch spürbar. Hinter all dem Augenzwinkern steht aber die harte Wissenschaft, und die ist in den geschilderten Arbeiten sehr wohl belastbar. Die Forscher verwenden reguläre wissenschaftliche Methoden und gehen insgesamt nicht anders an die skurrilen Fragestellungen heran als an "normale" Probleme.

Um sich für "Lachende Wissenschaft" begeistern zu können, muss man nicht selbst Wissenschaftler sein. Benecke erklärt die Zusammenhänge auch für "Normalsterbliche" verständlich. Allerdings hätte man sich an einigen Stellen ausführlichere Erläuterungen gewünscht; der Autor hätte seine Leser etwas langsamer an den Baum der Erkenntnis heranführen können. Ob dies an der gebotenen Knappheit – die Mehrheit der Abschnitte umfasst gerade einmal zwei Seiten – oder daran liegt, dass dem Autor das wissenschaftliche Denken inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen ist, sei dahingestellt. Aber etwas mehr Investition von Gehirnschmalz hilft notfalls auch über diese Stellen hinweg.

Gravierender ist da schon das Problem der Ermüdung. Nach der dritten, fünften, zehnten ungewöhnlichen Forschungsarbeit verliert man ein Stück weit die Lust daran. Es ist wie bei Pralinen, von denen man auch nur eine begrenzte Anzahl hintereinander essen sollte. Aber es wäre schade, wenn man aufgrund solcher Übersättigungseffekte das Buch nach der Hälfte in die Ecke legen sollte. Deshalb am Schluss eine kleine Empfehlung: Für alle, die sich wenigstens etwas für Wissenschaft interessieren und ihren Humor nicht gerade im Schrank aufbewahren, eignet sich "Lachende Wissenschaft" als kleiner Adventskalender. Jeden Tag eine Geschichte über eine skurille Forschungsarbeit aktiviert nicht nur die Lachmuskeln, sondern auch die kleinen grauen Zellen. Dass dann der Advent deutlich länger als 24 Tage dauert, soll nicht stören, ganz im Gegenteil.

Fazit:
Der bekannte Kriminalbiologe Mark Benecke (genau, der mit den Maden auf den Leichen) stellt einige skurrile Forschungsarbeiten aus den Archiven der alternativen Nobelpreise vor. Dabei sorgen nicht nur die Themen selbst für viel Humor, der Autor fügt zusätzlich eine gesunde Portion "tounge in cheek" hinzu. An einigen Stellen sind die Erklärungen jedoch konzentrierter als gerade der Leser ohne eigene wissenschaftliche Ausbildung es sich wünschen würde, und wenn man zu viele der kurzen Kapitel nacheinander liest, tritt ein gewisser Übersättigungseffekt ein. Deshalb eignet sich "Lachende Wissenschaft" besonders als Adventsgeschenk für wissenschaftlich interessierte und nicht völlig humorbefreite Leser.

Lachende Wissenschaft. Aus den Geheimarchiven des Spaß-Nobelpreises - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mark Benecke
Lachende Wissenschaft. Aus den Geheimarchiven des Spaß-Nobelpreises
Erscheinungsjahr: 2005



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Bastei Lübbe

Preis:
€ 7,95

ISBN:
978-3404605569

240 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Amüsante Forschungsfragen, die der Autor mit viel Augenzwinkern darstellt
  • Die Wissenschaft dahinter ist nicht lachhaft, sondern sehr solide
Negativ aufgefallen
  • An einigen Stellen sind die Erklärungen zu sehr zusammengefasst
  • Liest man das Buch am Stück, tritt schnell ein gewisser Ermüdungseffekt ein
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Rezension vom: 31.10.2011
Kategorie: Natur, Wissenschaft und Technik
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