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Die Rätsel von Karenta 6: Heißes Eisen

Story:
Garrett fühlt sich gehörig auf den Arm genommen: Er soll ernsthaft "Kläffer" Amato beschatten? Das ist der ortsansässige Spinner, der auf den Stufen des Gerichtsgebäudes jedem der zuhört erklärt, wie genau sie hinter ihm her sind. Wer würde schon einen Schnüffler beauftragen und bezahlen, um über Amatos Alltag informiert zu sein?

Aber bald wird die Aufmerksamkeit des Detektivs von einer sehr viel ernsteren Angelegenheit in Beschlag genommen. Junge Mädchen werden tot und regelrecht ausgeweidet aufgefunden. Die Opfer sehen einander nicht nur verblüffend ähnlich, sie stammen auch aus einflussreichen Familien aus der Oberstadt. Die chronisch unfähige Stadtwache verspricht Garrett einen dicken Batzen Geld, wenn er die Sache aufklärt. Aber obwohl der Täter bei der Rettung des nächsten Mädchens ums Leben kommt, gehen die Morde weiter...

Meinung:
Im Fantasy-Universum von Karenta und speziell in der Hauptstadt TunFaire ist man einiges gewöhnt. Neben Menschen bevölkern die verschiedensten Wesen wie Zwerge, Vampire, Elfen, Riesen oder Zentauren sowie die verschiedensten Mischlinge die Straßen. Ein Leben ist nicht viel wert, was nicht nur am Krieg im Cantard liegt, der seit drei Generationen des Leben jedes menschlichen Mannes prägt, sondern auch am Einfluss der "Gilde", also des organisierten Verbrechens unter Oberboss Kain Kontamin.

Doch sogar hier sorgen manche Dinge noch für Entsetzen. Ein Mörder, der junge Frauen wortwörtlich ausbluten lässt und sich offenbar Organe als Souvenirs mit nach Hause nimmt, gehört dazu. Wenn die Wache den Killer nicht bald stoppt, werden sich höchste Stellen, bis hin zur königlichen Familie persönlich, einschalten. Denn es liegt etwas in der Luft in TunFaire. Die Leute reden lauter und ungenierter von Revolution als gewöhnlich. Die Mordserie könnte der berühmte Funke im Pulverfass sein.

Garrett und einige Wächter, die sich als unerwartet fähig erweisen, können zwar das neueste Opfer rechtzeitig befreien, wobei der Täter stirbt. Aber trotzdem werden weitere Leichen gefunden. Und der bereits aus dem ersten Band bekannte Tote Mann erinnert sich, dass es ähnliche Taten schon einmal gab – vor Jahrhunderten...

Das Vorbild für den bestialischen Killer ist nicht zu übersehen: Jack the Ripper ist in Karenta angekommen, wobei Glen Cook passend zum Fantasy-Setting noch etwas Magie hinzufügt. Jedenfalls ist vom "wirklichen" Jack nicht übermittelt, dass aus seinem Mund fleischfressende Schmetterlinge geflogen wären.

Neben den verzweifelten Versuchen, den Täter ein für allemal zu stoppen, hat der sechste Band in der Reihe ein zweites großes Thema: Gesellschaftliche Veränderungen. Eine ganze Reihe von Charakteren entwerfen Zukunftsbilder, wie sich die Situation – aus ihrer jeweiligen Sicht – zum Besseren ändern könnte. Das gibt dem Helden Gelegenheit, den Status Quo ebenso wie die verschiedenen Pläne bissig zu kommentieren. Denn so schlecht wie es auch ist, er meint, dass jede Veränderung sich doch nur als Verschlechterung entpuppen würde.

Der Autor legt seinem Protagonisten also wie schon im letzten Band einiges an sozialem Kommentar in den Mund. Dabei wird auch dieser selbst nicht verschont, wenn er sich seine eigenen Vorurteile gegenüber Rattenmenschen zwar bewusst ist, sie aber nicht ablegen kann.

Die von der Reihe gewohnte Brutalität und Gewalt wird einerseits in "Heißes Eisen" noch ein Stück gesteigert, nämlich in Form der Mordserie. Andererseits aber ist hier erstmals der Detektiv nicht der einzige, der daran etwas auszusetzen findet; mehr oder weniger alle Charaktere sind von diesen Taten abgestoßen. Das soll aber nicht heißen, dass Karenta plötzlich moralisch geworden wäre. Schon die Art und Weise, wie die Gilde einen neuen Oberboss bekommt, zeigt, dass der alte Zynismus nicht gewichen ist.

Für Humor sorgt diesmal Kläffer, der immer genau dann ins Haus schneit, wenn man ihn am wenigsten brauchen kann, sowie ein neuer, möglicherweise dauerhafter Mitbewohner: Haushälter Dean hat sich eine kleine Katze zugelegt, die sein Arbeitgeber so schnell wie möglich wieder verschwinden lassen möchte. Natürlich gibt es auch die üblichen schönen Frauen, oder genauer gesagt gleich mehrere.

Redaktionell fallen einige Nachlässigkeiten ins Auge. Etwa sind "Worte" des Toten Mannes, die dieser direkt in den Köpfen seiner Gesprächspartner unterbringt, einige Male nicht wie sonst in kursiver Schrift dargestellt. Auch zwei oder drei Druckfehler, die ein aufmerksames Endlektorat eigentlich hätte finden müssen, fallen dem Leser auf.

Insgesamt kann man sagen, Glen Cook variiert sein Karenta-Kochrezept ein wenig, aber ansonsten ist auch dieser Band ein typisches Garrett-Abenteuer. Wem die vorherigen Folgen gefallen haben, der wird auch hier auf seine Kosten kommen.

Fazit:
Ein weiteres Abenteuer des Privatschnüfflers aus der Fantasy-Stadt TunFaire. Diesmal legt sich Garrett mit einer magisch aufgemotzten Version von Jack the Ripper an und kommentiert die sozialen Zustände im Land.

Die Rätsel von Karenta 6: Heißes Eisen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Glen Cook
Die Rätsel von Karenta 6: Heißes Eisen
Red Iron Nights

Übersetzer: Wolfgang Thon
Erscheinungsjahr: 1997



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Goldmann Verlag

ISBN:
3-442-24710-1

347 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Ein weiterer typischer Karenta-Roman, im Positiven...
Negativ aufgefallen
  • ... wie im Negativen
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Rezension vom: 28.09.2010
Kategorie: Fantasy
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