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Im Namen Cäsars

Story:
Nach zwei Amtszeiten als Ädil und einer erfolgreichen Piratenjagd auf Zypern kann Decius Caecilius Metellus endlich den nächsten Schritt auf der Karriereleiter angehen: Er kandidiert als Praetor. Als Mitglied der altehrwürdigen Familie der Metelli steht es eigentlich außer Frage, dass er auch gewählt wird.

Eigentlich. Denn Marcus Fulvius hat gute Chancen, Decius' Wahl noch zu verhindern. Der römische Bürger aus einer Provinzstadt erhebt schwere Vorwürfe: Angeblich soll Decius auf seiner Mission gegen die Piraten in die eigene Tasche gewirtschaftet, Schutzgelder erpresst und insgesamt so ziemlich jede denkbare Schandtat begangen haben. Schafft Fulvius es, beim Prozess vor dem Gericht des diesjährigen Praetors genügend Zeugen und Geschworene zu bestechen, kann Decius entweder sein Amt nicht antreten oder gar nicht erst gewählt werden. Und der betreffende Praetor ist außerdem selbst alles andere als ein Freund unseres Helden...

Aber als sich die Metelli am Tag der Verhandlung bereit zur Abwehr der Vorwürfe vor dem Gericht versammeln, liegt auf den Stufen die schrecklich zugerichtete Leiche von Marcus Fulvius. Sofort wird der Verdacht laut, dass Decius sich seinen Ankläger vom Hals geschafft habe. Jetzt muss er sich nicht nur gegen die von Fulvius erhobenen Vorwürfe, sondern auch wegen Mordes verantworten. Decius hat nur wenige Tage Zeit, die Intrige gegen ihn aufzuklären. Aber richten sich die Machenschaften wirklich nur gegen ihn, oder steckt hinter allem ein größeres Ziel?

Meinung:
John Maddox Roberts hat es geschafft, in diesem Band viele der Qualitäten der "SPQR"-Reihe zu vereinen. Waren die ersten Folgen sprachlich und was die Handlung betrifft teilweise noch nicht auf dem Standard der späteren Bände, kam in letzteren das "versteckte Geschichtsbuch" etwas kurz. Mit "verstecktem Geschichtsbuch" sind die in die Geschichte eingeflochtenen Erläuterungen zur römischen Politik dieser Zeit, zu Gebräuchen, Religion und Gesellschaft gemeint, die aber, weil sie eben gut in die Handlung integriert sind, nicht negativ und oberlehrerhaft auffallen.

"Im Namen Cäsars" kann in beiden Rubriken punkten: Der Roman "funktioniert" gut als Kriminalthriller, der prinzipiell mit den nötigen Anpassungen an Kulisse und Dekor in jedem Zeitalter spielen könnte. Er bietet aber auch einiges an Interessantem über die Endzeit der römischen Republik, speziell über Macht- und dynastische Politik und das Rechtswesen. Für heutige Leser, speziell die "krimi-geschulten", mag es sehr ungewohnt sein, wenn Decius sich für seine Verteidigungsstrategie auf Beweise seiner Unschuld konzentrieren will und dabei in seinem Unterstützerkreis nur Erstaunen erntet. Einen Prozess gewinnt man schließlich dadurch, dass man den Gegner übler beschimpft und verleumdet als der einen selbst sowie mehr Zeugen und Geschworene besticht als er, oder etwa nicht?

Diese, nennen wir es konservative Haltung hält Decius natürlich nicht davon ab, sich trotzdem um Beweise zu bemühen. Und wie kann er leichter seine Unschuld beweisen als dadurch, die wirklichen Mörder von Fulvius zu finden? Also ermittelt unser Held wieder einmal und kommt einer Verschwörung auf die Spur, die was Dimensionen und mögliche Auswirkungen im Erfolgsfall betrifft durchaus mit den "Klassikern" der Reihe wie der Catilinischen Verschwörung mithalten kann.

Die holde Weiblichkeit ist auch wieder vertreten, diesmal insbesondere in Gestalt der Witwe von Decius' früherem Todfeind Clodius. Die gewohnten Muster der Reihe - ist Decius Ehefrau Julia anwesend, übernimmt sie die Rolle der "Schönen des Romans", sonst begegnet Decius rechtzeitig einer sehr ansprechenden Vertreterin des weiblichen Geschlechts - werden diesmal erfreulich variiert. Zum einen beteiligt sich Julia ausführlich an den Ermittlungen, was dem Witz und dem Tempo der Handlung merklich gut tut. Zum anderen schließt sie mit einer ihrer potentiellen Konkurrentinnen um Decius' Aufmerksamkeit, deren Existenz ihr Ehemann ihr vorsorglich lieber verheimlichen möchte, spontan Freundschaft.

Ansonsten gilt auch für den zehnten "SPQR"-Roman, was für die meisten Bände der Reihe gilt: Er ist mit Abstrichen auch für jüngere Leser geeignet, wenn diese ein gewisses Maß an Sex, Blut und Gewalt vertragen. In diesem Fall kommt auch noch eine gesunde Portion Zynismus dazu, wie die oben angedeutete Verteidigungsstrategie illustriert. Außerdem ist "Im Namen Cäsars" auch gut unabhängig von der Reihe zu lesen, wenngleich einem dann eine Reihe von Anspielungen und Bezügen zu vorherigen Bänden entgehen.

Fazit:
Der bereits zehnte Roman der Serie verbindet gelungen die Qualitäten der frühen Bände - gut eingearbeitete, nicht aufdringliche historische Informationen - und die der späteren Bände - eine gute (Krimi-)Geschichte - zu einem runden Gesamtwerk.

Im Namen Cäsars - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

John Maddox Roberts
Im Namen Cäsars
A Point of Law

Übersetzer: Bärbel und Velten Arnold
Erscheinungsjahr: 2000



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Goldmann Verlag

Preis:
€ 7,95

ISBN:
978-3-442-44517-2

352 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Der Roman verbindet die Qualitäten der frühen und die der späteren SPQR-Bände stimmig.
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 07.05.2010
Kategorie: Historisches
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