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SPQR

Story:
Das alte Rom in der Endphase der Republik. Der Bürgerkrieg zwischen Marius und Sulla ist einige Jahre her. In der Stadt herrscht scheinbar wieder Ordnung, aber das alte System bröckelt.

Decius Caecilius Metellus stammt aus einer alten, angesehen Familie und ist wie viele seiner Vorfahren für eine Karriere im Staatsdienst vorgesehen. Einer der ersten Schritte dabei ist der Dienst als Vigintisexvir. Das sind 26 einfache Beamte, die Ruhe und Sicherheit in ihrem jeweiligen Gebiet bewahren soll. Als einer von drei tresviri capitalis ist Decius für einen Bezirk der Hauptstadt Rom zuständig.

Deshalb ist er auch nicht weiter überrascht, als er eines Morgens mit einem Kapitalverbrechen konfrontiert wird: Ein ehemaliger Gladiator wurde erdrosselt. Stadtgespräch an diesem Tag ist jedoch der Brand eines Lagerhauses, der offenbar nicht ganz zufällig entstanden ist. Als Decius' Kollegen den Besitzer Paramedes informieren wollen, finden sie nur noch seine Leiche.

Paramedes lebte in Decius' Bezirk, also nimmt sich der junge Beamte auch dieses Falles an. Schnell zeigt sich jedoch, dass diese Verbrechen alles andere als alltäglich sind, auch im von Gewalt durchzogenen Rom dieser Zeit. Als Ausländer brauchte Paramedes für seine Geschäfte einen römischen Bürger als Partner. Das ist ausgerechnet einer der reichsten Männer der Stadt. Außerdem munkelt man, dass Paramedes gute Kontakte zum König von Pontos, einem alten Feind Roms, gehabt habe.

Decius soll ein wenig pro forma ermitteln und schnell einen unauffälligen Abschlussbericht vorlegen. Aber der Sproß aus der ehrwürdigen Familie der Metelli hat das Pflichtbewußtsein seiner Vorfahren geerbt und beginnt tiefer zu stochern, als so manchem aus hohen und höchsten Kreisen lieb ist.

Meinung:
Um 1990 herum muss irgendwas in der Luft gelegen haben. Jedenfalls haben damals gleich mehrere Krimiautoren begonnen, ihre Helden im alten Rom ermitteln zu lassen: Steven Sailor schickte seinen Sucher Gordianus los, Lindsey Davis ihren Marcus Didius Falco, und John Maddox Roberts eben Decius Caecilius Metellus.

Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten ist Metellus von (plebeischem) Adel und kann sich dadurch auch in höheren Kreisen glaubwürdig bewegen. Das ist auch notwendig, denn denn er bekommt es im Lauf seiner Ermittlungen mit einer ganzen Reihe vertrauter Namen zu tun: Cäsar, Pompejus, Crassus, Lucullus, Cicero, Catilina, Clodius Pulcher und diverse andere. Auch die historische Einbettung der Geschichte wirkt sorgfältiger und stimmiger als beispielsweise in vielen Falco-Abenteuern. Das, was hinter den Morden steckt (um nicht zu viel zu verraten), ist beispielsweise durchaus historisch.

Decius erzählt die Geschichte in Form seiner Memoiren, geschrieben nach dem Ende der Republik zu Zeiten Augustus. Das ermöglicht dem Autor, seinen Helden oft Hintergründe, Gebräuche und das politische System der alten Republik seinem fiktiven Publikum der Kaiserzeit, und damit den realen Lesern, erläutern zu lassen. Dies ist jedoch gut in die Geschichte eingebettet und wirkt, ein wenig Interesse für das Thema vorausgesetzt, nicht belehrend oder nervend.

Als Kriminalroman funktioniert "SPQR" allerdings weniger gut als die Fälle seiner literarischen Kollegen. Der Roman ist weniger spannend und die Charaktere wachsen dem Leser weniger ans Herz. Dieses "weniger" ist jedoch ein Stück weit Jammern auf hohem Niveau; langweilig wird dem Leser auch mit Decius Caecilius Metellus nicht. Das Buch liest sich manchmal wie ein Jugendroman, auch wenn besonders Decius, nennen wir es Begegnungen mit der späteren Clodia und deren Gefährtin alles andere als jugendfrei sind.

Für einen entspannten Tag am Strand oder einen ruhigen Sonntagnachmittag auf dem Sofa eignet sich "SPQR" allemal. Und wer auf den Geschmack gekommen ist, dieser Roman ist der erste in einer bisher dreizehnteiligen Serie, in denen der Autor von den Abenteuern des Decius Caecilius Metellus berichtet. Die römische Geschichte dieser Zeit sorgt dafür, dass Roberts die Skandale und Themen nicht ausgehen. Der zweite Band dreht sich beispielsweise um die Catilinische Verschwörung, der dritte um den berühmten Bona Dea-Skandal.

Fazit:
Ein Ausflug in die Endphase der römischen Republik in Gestalt eines Kriminalromans.

SPQR - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

John Maddox Roberts
SPQR
SPQR

Übersetzer: Kristian Lutze
Erscheinungsjahr: 2001



Autor der Besprechung:
Henning Kockerbeck

Verlag:
Goldmann Verlag

Preis:
€ 5,00

ISBN:
978-3442552245

280 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Eine gute, aber nicht aufdringliche Kurzeinführung in die späte römische Republik
Negativ aufgefallen
  • Die eigentliche Kriminalgeschichte kommt etwas kurz
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Rezension vom: 19.04.2010
Kategorie: Historisches
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