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Wenn der Schläfer erwacht

Story:
Nachdem der Engländer Graham durch eine lang andauernde Schlaflosigkeit geplagt, am Rande eines nervlichen Zusammenbruchs steht, entschläft er endlich in einen komatösen Zustand. Er wacht erst 203 Jahre später, im London des 21. Jahrhunderts, wieder auf. Doch ihm bleibt keine Zeit, um sich an das neue Zeitalter zu gewöhnen, denn er steht mit Zeitpunkt des Aufwachens sofort zwischen den Fronten.

Seine Gönner aus der Vergangenheit hatten ihm durch geschickte Investitionen zu unermesslichen Reichtum und nahezu unbegrenzter politischer Macht verholfen, so dass Graham nun mehr oder weniger über die gesamte Welt herrscht. Eine Trust-Oligarchie verwaltet in Grahams Namen dessen Reichtum und herrscht über dessen Einflussgebiete.
Auf der anderen Seite erhebt sich eine Widerstandsgruppe gegen die im Namen Grahams ausgeübte soziale Ungerechtigkeit. Zunächst macht sich der „Schläfer“ ein Bild über die Lage der arbeitenden Schichten. Als Anhänger des Sozialismus fällt ihm die Entscheidung, für welche Seite er sich entscheiden soll, nicht schwer.

Meinung:
„Wenn der Schläfer erwacht“ von 1907 („When the Sleeper Wakes“, 1899) ist eines der Werke aus Wells‘ so genannter Schaffensperiode der „Scientific Romances“ – Abenteuerromane fernab zeitgenössischer wissenschaftlicher Erklärungshoheit. In diesem Frühwerk vereint H. G. Wells Sozialkritik mit Modernisierung und rahmt das ganze in eine Abenteuergeschichte, wodurch er – neben der Science-Fiction – auch als Vorläufer der Anti-Utopisten oder Gegenutopisten (Jewgenji Zamjatin „Wir“, George Orwell „1984“, Aldous Huxley „Schöne neue Welt“) zählt.

Die technischen Zukunftsbilder, die Wells in „Wenn der Schläfer erwacht“ detailliert entwirft, wirken noch heutzutage eindrucksvoll und realistisch, im Sinne von, dass sie umsetzbar oder vorstellbar sind. Einzelne technische Utopien, wie die verborgenen und sich automatisch öffnenden Türen oder die als „Schwätzmaschinen“ charakterisierten Medien zeugen einmal mehr von Wells bis heute unerreichter visionärer Schöpferkraft.

Auf der sozialkritischen Ebene zeigt der Schriftsteller einmal mehr auf, wie eine Gesellschaft zugunsten von wirtschaftlichen und technischen Fortschritt jedes ethische Maß vergisst, was katastrophale Folgen für die arbeitende Klasse hat. Außerdem ist es ein Buch über das Scheitern eines Idealisten – Graham – geworden. Neben den literarischen Entwürfen der bereits erwähnten Dystopisten, inspirierte Wells Roman unter anderem den Filmemacher Woody Allen 1973 zu seiner satirischen Anti-Utopie „Der Schläfer“.

Fazit:
Ein „Muss“ für jeden Wells-Fan und alle Anhänger von Gegenutopien. Der Meister des Fachs erschafft ein technisches Utopie-Fresko von übermorgen, das er zudem unterhaltsam einrahmt.

Wenn der Schläfer erwacht - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

H. G. Wells
Wenn der Schläfer erwacht
When the Sleeper wakes

Übersetzer: Ida Koch-Loepringen
Erscheinungsjahr: 2003



Autor der Besprechung:
Marco Behringer

Verlag:
dtv

Preis:
€ 9,50

ISBN:
9783423131285

230 Seiten
Positiv aufgefallen
  • Siebenschläfer-Motiv
  • Beeindruckende Technik-Utopien
  • Spannende, unterhaltsame und geistreiche Story
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 23.11.2009
Kategorie: Science Fiction
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