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Kindlers Literaturlexikon soll ein Standardwerk bleiben
In den 70er Jahren war es für viele Schüler unverzichtbar: Kindlers Literaturlexikon. Da stand alles drin, was man über wichtige Werke der Weltliteratur wissen musste. Bis heute scheint sich daran nicht allzu viel geändert zu haben – in gut einem Jahr erscheint das Standardwerk, zumindest für Gymnasiasten mit Schwerpunkt Deutsch, in dritter Auflage (Erscheinungstermin: 4. September 2009). Die Verlage Schäffer-Poeschel und J. B. Metzler, die das Lexikon herausbringen, gaben auf der Frankfurter Buchmesse einen ersten Einblick in das Projekt.

Die zweite Auflage war Ende der 90er Jahre erschienen. Inzwischen hat die Literaturwissenschaft ein neues Bild der Welt gewonnen. Literaturen im einstigen Ostblock können nach dem Fall des eisernen Vorhangs nun unvoreingenommen und ideologiefrei betrachtet werden. Auch Werke aus Afrika oder Lateinamerika erscheinen nun in neuem Licht. Das soll sich nach Aussage von Marketingleiter Michael Schmid im neuen Literaturlexikon widerspiegeln. Behandelt werden nun Werke aus 231 Sprachen – „von Abchasis bis Zulu“.

Neu sind außerdem biografische Informationen über Autoren – so genannte „Biogramme“ (bisher fand man da in dem Lexikon nur die dürren Lebensdaten). Das hätten viele Lexikonnutzer angeregt, sagte Schmid. Hinzu kommen Übersichtsartikel über das Gesamtwerk der Autoren. Auch dies hatte bisher gefehlt. Neuer Herausgeber nach dem Tod von Helmut Kindler im September ist Heinz Ludwig Arnold.

Selbstverständlich haben die neuen Medien auf das Lexikon Einfluss genommen. Parallel zur 18-bändigen Buchausgabe erscheint es auch als Online-Datenbank. Die Printausgabe soll 1 : 1 ins Internet gestellt werden. Dazu werden verschiedene Suchfunktionen angeboten. Es gibt laut Schmid 42 298 Querverweise, denen man in der Online-Ausgabe folgen kann. Für ein knapp 100 Euro teures Jahresabo kann man zudem Aktualisierungen beziehen, etwa zum neuen Literaturnobelpreisträger. Das Gesamtwerk kostet übrigens in der Subskription 1950 Euro, ab 2010 dann 2400 Euro – und zwar sowohl als Print als auch online. Ob es wie bei der ersten Auflage eine preiswerte Sonderausgabe geben wird (damals bei dtv), ließ Schmid offen.

Aus Sicht der Online-Medien agiert Kindlers Literaturlexikon damit vorsichtig und konservativ. Im Prinzip werden die von Literaturwissenschaftlern erarbeiteten Inhalte parallel im Internet angeboten; der Nutzer hat gegenüber dem klassischen Buch kaum einen Vorteil, jedenfalls keinen finanziellen. Damit verzichten die Verlage darauf, im Web neue Interessentengruppen anzusprechen und anzulocken. Ihre Hauptsorge ist die Wahrung der Qualität der Lexikonbeiträge. Wer darauf zugreifen will, muss vorher tief in die Tasche greifen.

Die Qualität des Lexikons ist allerdings unbestritten hoch. In der dritten Auflage werden auf 15 000 Seiten 13 000 Werke der Weltliteratur besprochen. Hinzu kommen 488 anonyme Werke. Der ausführlichste Beitrag behandelt die Bibel, die meisten Artikel, nämlich 52, widmen sich den Werken von Honoré Balzac. Wie Schmid hinzufügte, wiegt das Lexikon 32,5 Kilo und wird in zwei Versandkartons ausgeliefert – durchaus eine Herausforderung für den Briefträger.

Andreas Alt

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 17.10.2008 - 13:56
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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