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Das Werk vieler Autoren mag für die Ewigkeit sein, die gedruckte Hülle ist es leider nicht: Wer schon einmal ein vor vielen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten gedrucktes Buch in Händen hatte, weiß dass auch an Büchern der Zahn der Zeit nicht vorbeigeht.
Das ist ein Problem für viele Bibliotheken und Museen, die teils zig Millionen von Büchern und anderen Schriftstücken beherbergen und für kommende Generationen bewahren sollen. Die British Library in London gilt mit rund 150 Millionen Objekten in ihren Katalogen als größte Bibliothek der Welt, die amerikanische Library of Congress liegt mit knapp 142 Millionen Objekten nicht weit dahinter. Die Deutsche Nationalbibliothek bringt es immerhin auf fast 25 Millionen Katalogeinträge.
Spätestens in diesen Dimensionen braucht man eine halbwegs effiziente Möglichkeit, diejenigen Bücher zu erkennen, die eine besondere Behandlung und Restaurierung brauchen. Wie wäre es mit einfach dran riechen?
Ein internationales Forscherteam hat nämlich herausgefunden, dass sich der Grad des Zerfalls eines Buches an seinem Geruch ablesen lässt. Zersetzen sich Papier, Tinte, Bindungsleim und andere Bestandteile, entsteht der typische Geruch nach alten Büchern. In ihrem Artikel beschreiben die Wissenschaftler das Aroma als "eine Kombination aus Grasnoten mit einem Hauch von Säure und einer Andeutung von Vanille über einem muffigen Grundton".
Dr. Matija Strlic vom University College London, der das Forscherteam leitet, erzählte der BBC vom Ursprung der Idee: "Mir ist oft aufgefallen, dass Konservatoren an Papier gerochen haben, während sie den Zustand einschätzten." Auf dieser Basis entwickelte man ein System, in dem ein Gaschromatograph ein Buch "beschnuppert" und eine Reihe von charakteristischen Komponenten identifiziert.
Die Untersuchung von 72 historischen Papieren aus dem 19. und 20. Jahrhundert zeigte, dass von den mehreren hundert Komponenten des typischen Geruchs ganze fünfzehn ausreichten, um den Zustand verlässlich zu beurteilen. Aus der jeweiligen Menge dieser Markerkomponenten kann eine Art "Fingerabdruck" des Zustands eines Dokuments bestimmt werden.
Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass sich ihre Methode auch für andere historische Artefakte einsetzen lässt.
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